Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Rollstühle?
  2. Welche Rollstuhl passt zu mir?
  3. Welche Rollstühle sind laut Tests am besten?
  4. Was kosten Rollstühle?

Wenn Sie nicht oder nur eingeschränkt gehen können, fallen Ihnen viele Tätigkeiten aufgrund der verminderten Mobilität meist deutlich schwerer als anderen. Einkaufstrolley, Rollator, Treppenlift oder Rollstuhl erweisen sich daher in vielen Situationen als praktische Alltagshelfer.

Wie erkenne ich gute Rollstühle?

Rollstühle sind für viele Menschen wichtige Alltagshilfen, die ihnen mehr Selbständigkeit und Unabhängigkeit ermöglichen. Bei der Auswahl eines passenden Rollstuhls sind unterschiedliche Faktoren wichtig.

  • Bauart: Erhältlich sind faltbare und starre Rollstühle
  • Antrieb: Alternativ zu den manuellen Exemplaren gibt es E-Rollstühle mit Motor
  • Variante: Sie haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Modellen wie Schieberollstuhl, Adaptivrollstuhl, Leichtgewichtrollstuhl und Multifunktionsrollstuhl bzw. Pflegerollstuhl
  • Maximale Belastbarkeit: Hier spielt Ihr Körpergewicht eine wesentliche Rolle
  • Rollstuhlmaße: Die Breite variiert je nach Modell zwischen etwa 48 und 80 cm oder mehr. Bei Modellen für den Innenbereich sollten Sie die Türbreite berücksichtigen. Achten Sie auch auf Aspekte wie Sitzhöhe, Sitzbreite und Sitztiefe
  • Ausstattung: Einige Rollstühle bieten zusätzliches Zubehör wie Speichenschutz, schwenkbare Beinstützen, Sitzkissen, einstellbare Unterarmauflagen, Tasche, Regencape oder Fußsack

Welche Rollstuhl passt zu mir?

Welche Variante für Sie die beste Wahl ist, hängt von unterschiedlichen Aspekten wie beispielsweise Ihrer körperlichen Verfassung, dem Einsatzzweck oder individuellen Anforderungen ab. Folgende Beispiele sollen Ihnen als Hilfe bei der Entscheidungsfindung dienen.

Standardrollstuhl: Gut geeignet für Seniorenheime, Krankenhäuser & Co.

Dieser Transportrollstuhl eignet sich als vorübergehende Mobilitätshilfe, beispielsweise in Krankenhäusern oder Seniorenheimen.

    Vorteile
  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Ideal als vorübergehende Mobilitätshilfe
  • Ermöglicht den Transport pflegebedürftiger Personen
    Nachteile
  • Individuelle Anpassung nur begrenzt möglich
  • Meist aus Stahlrohr gefertigt, daher eher schwer
  • Nicht vom Nutzer selbst anschiebbar

Adaptivrollstuhl: Ideal für Sportler, Kinder & Co.

Dieses Modell ist in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, es gibt beispielsweise speziell angepasste Kinder- oder Sportlerrollstühle.

    Vorteile
  • Leichter und wendiger
  • Problemlose Handhabung
  • Individuelle Anpassung möglich
    Nachteile
  • Höherer Anschaffungspreis
  • Nicht geeignet für hochgradig pflegebedürftige Menschen
  • Kann leichter umkippen

Leichtgewichtrollstuhl: Gut geeignet für Reha-Patienten

Dieses Modell zeichnet sich durch ein besonders geringes Gewicht aus und ist auch als Ultraleichtgewicht oder als elektrischer Krankenfahrstuhl erhältlich.

Entscheidend sind diese Vorteile:

  • Schmal und leicht
  • Gute Wendigkeit
  • Für die temporäre oder dauerhafte Nutzung geeignet

Auch hier gibt es Nachteile aufgrund des höheren Anschaffungspreises sowie der möglichen Kippgefahr.

Faltrollstuhl: Empfehlenswert für Reisende

Ein faltbarer Rollstuhl kann sich aufgrund seines geringeren Platzbedarfs als guter Reisebegleiter erweisen.

Folgende Vorteile sind wichtig:

  • Gut geeignet als Reiserollstuhl
  • Geringer Platzbedarf
  • Unkomplizierter Transport

Zu den Nachteilen zählen das höhere Gewicht aufgrund des Faltmechanismus sowie die geringere Verwindungssteifigkeit.

Multifunktionsrollstuhl: Hilfe für Menschen mit schwersten Behinderungen

Der Multifunktionsrollstuhl ist deutlich größer und komfortabler als klassische Rollstühle. Er eignet sich daher für Personen mit schwersten Behinderungen.

    Vorteile
  • Mehr Komfort
  • Vielfältige Einstellmöglichkeiten
  • Zusätzliche Ausstattung (Bedienhebel, Kopf- und Fußstützen etc.)
    Nachteile
  • Relativ schwer
  • Meist höherer Kaufpreis
  • Weniger wendig

Welche Rollstühle sind laut Tests am besten?

Wie bei allen Produkten können auch bei Rollstühlen die Testergebnisse von unabhängigen Testinstituten die Kaufentscheidung beeinflussen.

Stiftung Warentest: Rollatoren im Test

Leider hat das renommierte Testinstitut bisher noch keine Rollstühle getestet, im Jahr 2019 testeten die Experten jedoch mehrere Rollatoren. Leichte Rollatoren aus Karbon oder Aluminium schnitten im Test deutlich besser ab als Stahlrohr-Varianten. Testsieger wurde ein Rollator von Russka. Er besitzt effektive Bremsen und punktet mit einer geringen Klemmgefahr.

Rollstuhlcheck: Einzeltests zu Elektrorollstühlen

Auf der Seite Rollstuhlcheck.net sind Testergebnisse zu unterschiedlichen E-Rollstühlen und Zusatzantrieben einsehbar, der aktuellste Test stammt aus dem Jahr 2015. Damals testeten die Experten den Zusatzantrieb Alber e-fix E35, der sich an unterschiedlichen Rollstuhlmodellen anbringen lässt. Ein faltbarer Rollstuhl mit Elektroantrieb ist so ebenfalls kein Problem.

Mit dem Handicare Puma 40 kam ein Jahr vorher ein elektrischer Rollstuhl mit Joystick genauer unter die Lupe. Dieses Exemplar begeisterte mit gutem Sitz, hervorragender Verarbeitung und durchdachter Gestaltung. Lediglich die Federung und die Reichweite der Basisausstattung ernteten leichte Kritik.

Was kosten Rollstühle?

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen auf die Mobilitätshilfe angewiesen sind, übernimmt die Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen den Großteil der Kosten. Teilweise können Sie sogar Zuschüsse für weiteres Zubehör wie elektrische Schiebehilfe, Rampe (für Auto oder Treppen), Hebebühne (Hublift) oder Treppensteiger erhalten. Dies sollten Sie jedoch im Einzelfall vorab erfragen. Rollstühle gibt es von unterschiedlichen Herstellern wie beispielsweise Sorg, Rollikup, Meyra, Sopur, Otto Bock, Drive Medical, Breezy oder Segway.

Preisgünstige Rollstühle: Etwa 100 bis 300 Euro

Einfache Standardmodelle ohne Elektroantrieb sind im unteren Preisbereich angesiedelt. Sie profitieren von einem günstigen Anschaffungspreis sowie von hoher Belastbarkeit und problemloser Handhabung. Neben den Stahlrohrstühlen sind hier vereinzelt auch Leichtgewichtrollstühle erhältlich.

Rollstühle im mittleren Segment: 300 bis 1.000 Euro

Etwas mehr Komfort bieten Modelle aus dem mittleren Preisbereich. Hier sind auch viele faltbare Rollstühle und die komfortablen Pflegerollstühle angesiedelt. Zur Ausstattung können beispielsweise eine variable Sitzposition und individuelle Einstellmöglichkeiten gehören.

Premium-Rollstühle: 1.000 bis 2.500 Euro oder mehr

Für einen Rollstuhl mit Elektroantrieb oder ein elektrisches Zuggerät müssen Sie je nach Modellvariante mit Preisen ab 1.000 Euro rechnen. Viele Modelle steuern Sie komfortabel per Joystick.

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