Medizinische Nutzung von Cannabis als pflanzliches Beruhigungsmittel:
Cannabis, beziehungsweise das daraus gewonnene CBD-Öl ist in den letzten Jahren zunehmend seinem schlechten Image als weiche Droge entwachsen und gehört inzwischen ganz legal zu den pflanzlichen Arzneimitteln. Ob als pflanzliches Beruhigungsmittel zum Schlafen, Schmerzmittel bei schweren Schmerzkrankheiten wie Multiple Sklerose oder als pflanzliches Beruhigungsmittel bei chronischen Depressionen – die Anwendungsgebiete sind vielseitig. Diesbezüglich ist die Anwendung von Cannabis als pflanzliches Beruhigungsmittel nicht allein Erwachsenen vorbehalten. Auch die Nutzung von CBD-Öl als pflanzliches Beruhigungsmittel für Kinder (z. B. bei Epilepsie oder Hyperaktivität) ist nicht verboten und wird inzwischen immer häufiger bewilligt.
Als Beruhigungsmittel oder Sedativa werden im Allgemeinen Medikamente bezeichnet, die eine Verlangsamung der Gehirnaktivität bewirken. Das Gehirn wird also ruhig gestellt (sediert) und so die Reaktion des Nervensystems auf verschiedene Reizeinflüsse gedämpft. Dabei wirkt nicht jedes Sedativum gleich. Ähnlich wie künstliche Beruhigungsmittel lassen sich diesbezüglich auch pflanzliche Beruhigungsmittel je nach Anwendungsbereich in verschiedene Kategorien einteilen:
- Antidepressiva: Zahlreiche Sedativa auf pflanzlicher Basis werden gegen psychische Belastungsstörungen eingesetzt. Am bekanntesten sind dabei pflanzliche Beruhigungsmittel gegen Depressionen. Sie haben einen stimmungsaufhellenden Effekt und entschärfen deshalb depressive Stimmung. Eines der beliebtesten, antidepressiven pflanzlichen Beruhigungsmittel ist diesbezüglich Lavendel.
- Antipsychotika: Ebenfalls zu den Psychopharmaka gehören Antipsychotika oder Neuroleptika. Sie werden gegen Psychosen und psychische Beschwerden verwendet, die zu Realitätsverlust führen. Ein gutes Beispiel hierfür sind pflanzliche Beruhigungsmittel gegen Angstzustände. Gerade pflanzliche Beruhigungsmittel gegen Flugangst, innere Unruhe oder Panikattacken gelten diesbezüglich als schonende Variante zu aggressiven Pharmazeutika aus dem Chemielabor.
- Antiepileptika und Antidementiva: Einige pflanzliche Beruhigungsmittel werden auch bei Demenz oder Epilepsie eingesetzt. Die Grenzen hin zu Antidepressiva, Antipsychotika und Hypnotika verlaufen hier oftmals fließend. Insbesondere pflanzliche Beruhigungsmittel gegen Angstzustände werden beispielsweise auch gerne bei Demenz empfohlen.
- Schlafmittel und Schmerzmittel: Zu den Hypnotika gehören pflanzliche Beruhigungsmittel zum Schlafen bzw. zur Schlafeinleitung. Dazu zählen unter anderem pflanzliche Beruhigungsmittel wie Baldrian, Cannabis oder Lavendel. Interessanterweise wirken dieselben Heilkräuter auch schmerzstillend und werden deshalb auch als pflanzliche Schmerzmittel genutzt.
Speziell von den pflanzlichen Schlafmitteln abzugrenzen sind pflanzliche Narkosemittel oder Narkotika wie Alraune, Bilsenkraut und Opium. Sie wurden früher oft verabreicht, als chirurgische Eingriffe wie auch die Entwicklung risikoarmer Narkosemittel noch nicht sonderlich ausgereift waren. Dazu tränkte man sogenannte Schlafschwämme (Spongia somnifera) mit Auszügen der Kräuter.
Allerdings handelt es sich bei Opium bekannterweise um eine gefährliche Droge mit hohem Suchtpotenzial, bei Alraune und Bilsenkraut gar um Giftkräuter, weshalb sie heute keine Anwendung mehr finden. Rezeptpflichtig, aber als pflanzliches Schmerzmittel, Antidepressivum und Antiepileptikum zugelassen ist hingegen Cannabis.

Pflanzliche Beruhigungsmittel können unter anderem bei depressiven Verstimmungen, Schmerzen und Schlafstörungen Linderung bringen. So wirkt beispielsweise Hopfen durch seine beruhigende Wirkung gegen Stress.