
Dieser London Dry Gin vom Discounter kann vor allem mit einem günstigen Preis punkten, was bei hochwertigeren Gins eindeutig nicht zu erwarten ist, wie wir feststellen.
Hauptsächlich geht es beim Gin um den einzigartigen Geschmack. Dieser hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Und da Sie vor dem Kauf natürlich nicht probieren können, ist etwas theoretisches Wissen zu den einzelnen Gin-Sorten von Vorteil, um die richtige Wahl zu treffen.
Herkunftsland: Ursprünglich aus Belgien oder Niederlande
Der Genever, das Vorläufergetränk des Gins, stammt ursprünglich aus Belgien und den Niederlanden. Spätestens seit dem jüngsten Gin-Trend Anfang der 2010er Jahre genießt die Spirituose aber weltweit hohe Beliebtheit. Folglich erhalten Sie hochwertigen Gin nicht nur aus den Ursprungsländern, viele Destillen befinden sich auch in Deutschland, Großbritannien, Spanien oder Italien. Natürlich gibt es auch Gin aus Amerika, Asien, Afrika oder Australien. Anders als bei Champagner ergeben sich durch die Herkunft aber nicht zwingend Qualitätsunterschiede.
Flasche: Typische Designs und Größen
Gin erhalten Sie in Flaschen unterschiedlicher Größen und Farben. Eine typische Gin-Flasche fasst wie bei Rum meist entweder 0,5 oder 0,7 Liter. Besonders große Flaschen enthalten oft 1,5, 3 oder sogar 4,5 Liter. Beim Flaschendesign gibt es große Unterschiede. Es sind sowohl sehr helle als auch sehr dunkle, eher schmale und eher bauchige Flaschen zu finden.
Sorten: Gin, Dry Gin und London Gin
Derzeit gibt es nach Lebensmittelrecht in der EU 3 verschiedene Kategorien von Gin:
- Gin: Spirituose aus Agrarerzeugnissen mit mindestens 37,5 % Alkohol und (Wacholder)Aroma
- Destillierter Gin: Aromatisierende Stoffe müssen vor dem Destillieren zugefügt werden
- London Gin: Ausschließlich aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen und pflanzlichen Stoffen gewonnen, keine Farbstoffe und nur minimal zusätzlicher Zucker erlaubt
Ein Dry Gin zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht mehr als 0,1 Gramm Zucker pro Liter enthält. Ein London Gin ist aufgrund des Verbots von zusätzlichen Süßungsmitteln immer ein Dry Gin und wird daher auch oft als London Dry Gin bezeichnet.
Bei Old Tom Gin handelt es sich um eine leicht gesüßte Gin-Variante. Hier gibt es aber keine behördlichen Vorgaben. G’Vine entsteht durch die Destillation von Wein und hebt sich dadurch geschmacklich deutlich von anderen Sorten ab. Die Bezeichnung Sloe Gin wird oft auch für Schlehenlikör verwendet. Grundsätzlich handelt es sich hier jedoch um einen Gin, der mit Schlehenbeeren aromatisiert ist.
Alkoholgehalt: So viel Prozent hat Gin mindestens
In der EU muss Gin einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5 % haben, um unter dieser Bezeichnung verkauft zu werden. Die meisten Gins bewegen sich aber zwischen 40 und 47 Volumenprozent. Grund dafür ist vor allem, dass der Geschmack durch den höheren Alkoholanteil runder und voller wirkt. Es gibt inzwischen aber sogar auch alkoholfreien Gin.
Aroma: Wacholderaroma ist typisch
Obligatorisch für einen guten Gin ist das Wacholderaroma. Aber auch hier gibt es zwischen einzelnen Herstellern und Sorten bereits große Unterschiede. Während die einen ihre Spirituose mit einem kräftigen Wacholderbeerenaroma versehen, ist bei anderen gerade einmal ein Hauch von Wacholder und Koriander zu erahnen. Richtig spannend wird es aber, wenn weitere Gewürze, sogenannte Botanicals, und ungewöhnliche Geschmacksnoten hinzukommen. Etwa 120 verschiedene Zutaten verwenden Gin-Destillen in aller Welt heutzutage für ihre Kreationen. Damit wird es für Sie als Gin-Genießer mit Sicherheit nie langweilig.
Sonstige Hinweise
Da es sich bei Gin, wie bei Wodka, Rum oder Absinth, um ein alkoholhaltiges Getränk handelt, ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang und Genuss wichtig. Ein zu hoher Alkoholkonsum kann Ihrer Gesundheit schaden.
Darüber hinaus sollten Sie bitte beachten, dass eine Abgabe an Personen unter 18 Jahren nicht erlaubt ist.