
Bei diesem Alfred-Rothschild-Champagner im Bild dürfte es sich unseres Erachtens um einen Piccolo mit 0,2 l Inhalt handeln.
Rebsorten
Vorherrschend bei der Champagner-Produktion sind 3 Rebsorten: weiße Chardonnay-Trauben sowie die roten Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling). Am häufigsten wird auch für weißen Schaumwein aus der Champagne ein Verschnitt aus ihnen gewählt. Zudem produzieren die Winzer hauptsächlich in der Region Côte des Blancs eine Cuvée oder eine Erstpressung nur aus Chardonnay-Trauben. Das Ergebnis darf sich Blanc de Blancs, also Weißer aus Weißen, nennen.
Kommen ausschließlich die roten Rebsorten Pinot Noir und Pinot Meunier für einen weißen Champagner zusammen, entsteht ein Blanc de Noirs, ein Weißer aus Schwarzen. Häufiger ist, dass die Schalen der Noir-Trauben lange genug Farbstoff abgeben dürfen, um mit oder ohne Chardonnay zu einem Champagner Rosé zu werden.
Jahrgänge
Eine Besonderheit der Champagne ist, dass häufig Grundweine verschiedener Jahrgänge verschnitten werden. Handelt es sich dabei um Weine derselben Lage, liegt ein Réserve vor. Ein Millésime indes ist ein Jahrgangs-Champagner. Nur aus erstgepressten Weinen dagegen besteht eine Cuvée.
Gärung
Nach dem Verschnitt der Grundweine erfolgt eine 2. Gärung in der Flasche. Das wird “méthode champenoise” genannt. Sekt, Prosecco und alkoholfreier Sekt dürfen diese Bezeichnung nicht verwenden. Bei dieser Flaschengärung gewinnt der Schaumwein aus der Champagne seine einzigartige feinperlige Struktur. Zum Abschluss der Champagner-Herstellung kommt die Versanddosage zur Einstellung des Restzuckergehaltes hinzu.
Restzuckergehalt
Für die Bezeichnung Brut (trocken) gilt ein Restzuckergehalt von bis zu 12 g/l. Steht ein Extra davor, dürfen es maximal 6 g/l sein, und ist Ultra vorangestellt, höchstens 3 g/l. Extra Sec oder Extra Dry ist mit 12 bis 17 g/l Restzucker schon halbtrocken, und Sec darf 17 bis 32 g/l enthalten. Noch süßer ist ein Demi Sec mit 32 bis 50 g/l Restzucker, und ebenso selten wie süß ist ein Doux, der es auf über 50 g/l bringt.
Hersteller
Neben der Kennzeichnung der Spitzenqualitäten Grand Cru und Premier Cru sind verschiedene Kürzel auf dem Etikett entscheidend: CM und RC weisen auf eine Beteiligung von Genossenschaften hin. RM zeigt an, dass ein Produkt vorliegt, welches vollständig auf einen meist kleinen Winzerhof zurückgeht. NM, ND und MA verweisen auf Marken von Handelshäusern.
Abfüllung
Was die Flaschengröße angeht, sind Formate von Piccolo mit 0,2 l Inhalt bis zur 1,5-l-Magnum am weitesten verbreitet. Es gibt aber auch sehr viel größere Flaschenformate, die bis zum Melchisedech mit 30 l Inhalt gehen.