Wie viel Alkohol hat naturtrüber Apfelsaft?
Wenn zuckerhaltige Früchte wie Äpfel gären – ein Prozess, der bereits beginnt, bevor die Früchte zu Saft verarbeitet werden – entstehen kleine Mengen Alkohol. Erst das Pasteurisieren des Apfelsafts stoppt diesen Prozess. Darum können Apfelsäfte circa 0,2 Volumenprozent Alkohol enthalten. Bis zu 0,38 Volumenprozent dürfen laut offizieller Vorgaben in einem Fruchtsaft enthalten sein. Frischer Apfelsaft kann an der Luft sogar weiter gären, was den Alkoholgehalt leicht erhöht.
Apfelsaft, der in Österreich und der Schweiz auch als Süßmost bezeichnet wird, ist ein aus Äpfeln gewonnener Saft. Was zunächst offensichtlich klingt, ist es nicht immer. Denn tatsächlich dürfen nur Säfte aus 100 Prozent Saft oder Fruchtfleisch auch als solche verkauft werden. Dies gibt die europäische Saft-Verordnung vor.
Für die Herstellung von Apfelsaft setzen die meisten Anbieter auf eine Mischung aus härteren sauren und süßen Äpfeln, um ein ausgewogenes Geschmacksprofil zu erreichen. Unter den sauren Äpfeln sind zum Beispiel Granny-Smith- und Boskoop-Äpfel sehr beliebt. Als süße Äpfel kommen häufig Fuji-, Jonagold-, Gala- und Red-Delicious-Äpfel zum Einsatz.
Zunächst werden die reifen Äpfel für den Apfelsaft geerntet, noch unreife oder schlechte Früchte bei Bedarf aussortiert und die guten Äpfel gewaschen. Es folgt das Einmaischen, wofür die Äpfel grob zerkleinert werden. Der nächste Schritt ist das eigentliche Pressen des Apfelsafts, bei dem so viel Flüssigkeit wie möglich aus den festen Teilen der Äpfel gelöst wird. Das Ergebnis ist ein naturtrüber Apfelsaft.
Soll der Apfelsaft klar werden, geht die Verarbeitung weiter. Zur Trennung der Bestandteile ist nach dem Apfelsaft-Pressen das Separieren beziehungsweise Zentrifugieren möglich. Ein klarer Direktsaft wird unmittelbar im nächsten Schritt gefiltert und bei 80 Grad Celsius pasteurisiert, um den Apfelsaft haltbar zu machen.
Für einen Saft aus Konzentrat wird dem noch ungefilterten Apfelsaft zunächst Wasser entzogen. Erst bei Bedarf wird das entstandene Konzentrat durch die erneute Zugabe von Wasser (und gegebenenfalls von Aromen) wieder in einen Saft umgewandelt und ebenfalls in den Filterungsprozess überführt. Nach dem Pasteurisieren werden die Säfte abgefüllt und verpackt und sind daraufhin verkaufsbereit.
Während des Pasteurisierens wird der sehr geringe Anteil an Alkohol im Apfelsaft nicht gänzlich entfernt. Der Gärungsprozess wird lediglich gestoppt. Ein zu langes und intensives Erwärmen würde nicht nur den Alkohol, sondern auch die vielen wertvollen Inhaltsstoffe des Apfelsafts beschädigen.

Naturtrüber Apfelsaft ist besonders gesund und sollte geklärten Varianten idealerweise vorgezogen werden.