
Hier sehen wir einen typischen Möbeltresor (hier ein Sibir-Tresor), wie er in vielen Hotelzimmern zu finden ist.
Bereits im Mittelalter wurden Truhen als Schutz vor Einbrechern genutzt. Diese haben natürlich mit den heutigen Hightech-Wertschutzschränken nichts mehr zu tun. Bevor diese den Markt eroberten, stellten Unternehmen bis in die 1960er Jahre die Schutzschränke noch selbst her. Nachdem einige Hersteller die Produktion vorantrieben, wurden spezielle Normen formuliert, wie heute die allgemein gültigen europäischen Institut CEN Prüf- und Gütenormen für Wertbehältnisse (ECB-S). Damit eingehend wurden die Sicherheitsklassen, auch VdS-Klassen genannt, formuliert:
- Sicherheitsschrank: Sicherheitsstufe S1, EN 14450
- Sicherheitsschrank: Sicherheitsstufe S2, EN 14450
- Wertschutzschrank: Grad 0, EN 1143-1
- Wertschutzschrank: Grad I, EN 1143-1
- Wertschutzschrank: Grad II, EN 1143-1
- Wertschutzschrank: Grad III, EN 1143-1
- Wertschutzschrank: Grad IV, EN 1143-1
- Wertschutzschrank: Grad V, EN 1143-1
- Wertschutzschrank: Grad VI, EN 1143-1
Diese schreiben das Mindestmaß an Sicherheit des Tresors in der jeweiligen Sicherheitsklasse vor. Im Laufe der Jahre entstanden so immer neuere und modernere Modelle, sodass die Auswahl heute riesig ist. In Bezug auf folgende Merkmale unterscheiden sich Tresore:
Maße
Bevor Sie sich einen Tresor zulegen, sollten Sie sich darüber klar sein, was darin Platz finden soll. Das bestimmt maßgeblich die Größe des Safes. Wenn Ihnen ein abschließbarer Uhrenbeweger für Ihre Uhren zu unsicher ist, können Sie sie durchaus in einem kleineren Tresor in den Maßen 23 x 17 x 17 cm verwahrt werden, wohingegen Dokumente in einem größeren Tresor mit 35 x 40 x 40 cm Schutz finden. Zu beachten ist bei den Maßen, dass diese innen deutlich geringer sind als außen. Dafür sind die dicken Wände und die massiven Türen verantwortlich, die ein Safe haben muss. Natürlich gibt es auch Modelle, die sehr hoch, breit und tief sind und damit auch eine größere Menge an Wertsachen aufnehmen können.
Gewicht
Beim Gewicht gilt das Motto: Je schwererder Tresor ist, desto höher ist die Sicherheitsstufe. So ist die Gefahr deutlich geringer das Einbrecher den Safe einfach mitnehmen können. Ein kompakter Safe liegt bei einem Gewicht zwischen 5 und 30 kg. Experten raten jedoch zu einem Minimalgewicht von 50 kg. Auf Nummer sicher gehen Sie bei Modellen ab 200 kg. Zusätzlich sollte der Tresor in der Wand oder dem Boden verankert werden. Bei einem Wandsafe reicht in den meisten Fällen ein Gewicht von 30 kg schon aus.
Wandstärke und Türstärke
Auch bei der Wahl der Wandstärke und der Türstärke gilt, je dicker die Wände und Türen des Tresorssind, desto sicherer ist der Safe. Denn je robuster und widerstandsfähiger Wände und Türen sind, desto belastbarer ist der Tresor gegen Bohrungen und sogar Sprengungen. Wenn der Tresor in der Wand verbaut wird, ist besonders auf eine stabile Tür zu achten. Für einen Tresor im eigenen Haus ist eine Türstärke von 4 mm empfehlenswert.
Hinweis: Laut Aussagen der Polizei werden Tresore selten vor Ort geknackt, sondern zuerst mitgenommen. Wenn beides machbar ist, sind das keine guten Eigenschaften für einen Safe. Das günstigste Modell im Test, der Pearl-Tresor, war innerhalb weniger Minute geknackt und innerhalb einer Minute aus der Wand gehoben. In so einem Fall lohnt sich die Investition nicht.
Volumen
Beim Volumen gibt es Tresore, die zwischen 4 bis hin zu 65 l fassen können. Auch die Zahl der Einlegeböden sollten Sie dem Inhalt anpassen. In der Regel haben die klassischen Tresore keine Einlegeböden. Es gibt jedoch spezielle Modelle, welche über einen oder sogar mehrere Einlegeböden verfügen.
Ein Tipp: Die VdS-Klassen 0 und 1 bieten eine Basissicherheit gegen Einbruchdiebstahl und werden bei fachgerechter Verankerung mit nur 40.000 bzw. 65.000 € in Deckung genommen. Denken Sie beim Erwerb darüber nach, eine höhere Sicherheitsstufe zu wählen, als Sie sie derzeit benötigen und kalkulieren Sie 25 % mehr an Innenvolumen ein.