Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Tresore?
  2. Was für unterschiedliche Tresore gibt es?
  3. Welche Tresor passt zu mir?
  4. Welche Tresore sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Tresore?
  6. Wie lautet das Fazit für Tresore?

Ein zuverlässiger Tresor ist stabil, robust, lässt sich nicht ohne weiteres öffnen und hat idealerweise noch ein leichtes Gewicht. Es gibt auf dem Markt mittlerweile eine große Auswahl an Tresoren, welche für unterschiedliche Ansprüche konzipiert sind. So fügen sich Möbeltresore quasi unsichtbar in das Interieur ein und ein Wandtresor verschwindet unsichtbar in der Wand.

Damit Sie Bargeld, wichtige Dokumente und Datenträger sicher aufbewahrt wissen, ist es vor dem Kauf wichtig, einige Punkte zu beachten, damit Sie sich für einen sicheren und für Ihre Bedürfnisse praktischen Safe entscheiden können. Wir geben Ihnen in diesem Kaufratgeber daher eine Übersicht über die verschiedenen Tresor-Varianten an die Hand, verraten Ihnen, worauf es ankommt, welcher Safe zu Ihren Ansprüchen passt und welcher Geldschrank im Test besonders gut abschnitten hat.

Wie erkenne ich gute Tresore?

Tresor Sibir im Test: Tresor ist weit geöffnet.

Hier sehen wir einen typischen Möbeltresor (hier ein Sibir-Tresor), wie er in vielen Hotelzimmern zu finden ist.

Bereits im Mittelalter wurden Truhen als Schutz vor Einbrechern genutzt. Diese haben natürlich mit den heutigen Hightech-Wertschutzschränken nichts mehr zu tun. Bevor diese den Markt eroberten, stellten Unternehmen bis in die 1960er Jahre die Schutzschränke noch selbst her. Nachdem einige Hersteller die Produktion vorantrieben, wurden spezielle Normen formuliert, wie heute die allgemein gültigen europäischen Institut CEN Prüf- und Gütenormen für Wertbehältnisse (ECB-S). Damit eingehend wurden die Sicherheitsklassen, auch VdS-Klassen genannt, formuliert:

  • Sicherheitsschrank: Sicherheitsstufe S1, EN 14450
  • Sicherheitsschrank: Sicherheitsstufe S2, EN 14450
  • Wertschutzschrank: Grad 0, EN 1143-1
  • Wertschutzschrank: Grad I, EN 1143-1
  • Wertschutzschrank: Grad II, EN 1143-1
  • Wertschutzschrank: Grad III, EN 1143-1
  • Wertschutzschrank: Grad IV, EN 1143-1
  • Wertschutzschrank: Grad V, EN 1143-1
  • Wertschutzschrank: Grad VI, EN 1143-1

Diese schreiben das Mindestmaß an Sicherheit des Tresors in der jeweiligen Sicherheitsklasse vor. Im Laufe der Jahre entstanden so immer neuere und modernere Modelle, sodass die Auswahl heute riesig ist. In Bezug auf folgende Merkmale unterscheiden sich Tresore:

Maße

Bevor Sie sich einen Tresor zulegen, sollten Sie sich darüber klar sein, was darin Platz finden soll. Das bestimmt maßgeblich die Größe des Safes. Wenn Ihnen ein abschließbarer Uhrenbeweger für Ihre Uhren zu unsicher ist, können Sie sie durchaus in einem kleineren Tresor in den Maßen 23 x 17 x 17 cm verwahrt werden, wohingegen Dokumente in einem größeren Tresor mit 35 x 40 x 40 cm Schutz finden. Zu beachten ist bei den Maßen, dass diese innen deutlich geringer sind als außen. Dafür sind die dicken Wände und die massiven Türen verantwortlich, die ein Safe haben muss. Natürlich gibt es auch Modelle, die sehr hoch, breit und tief sind und damit auch eine größere Menge an Wertsachen aufnehmen können.

Gewicht

Beim Gewicht gilt das Motto: Je schwererder Tresor ist, desto höher ist die Sicherheitsstufe. So ist die Gefahr deutlich geringer das Einbrecher den Safe einfach mitnehmen können. Ein kompakter Safe liegt bei einem Gewicht zwischen 5 und 30 kg. Experten raten jedoch zu einem Minimalgewicht von 50 kg. Auf Nummer sicher gehen Sie bei Modellen ab 200 kg. Zusätzlich sollte der Tresor in der Wand oder dem Boden verankert werden. Bei einem Wandsafe reicht in den meisten Fällen ein Gewicht von 30 kg schon aus.

Wandstärke und Türstärke

Auch bei der Wahl der Wandstärke und der Türstärke gilt, je dicker die Wände und Türen des Tresorssind, desto sicherer ist der Safe. Denn je robuster und widerstandsfähiger Wände und Türen sind, desto belastbarer ist der Tresor gegen Bohrungen und sogar Sprengungen. Wenn der Tresor in der Wand verbaut wird, ist besonders auf eine stabile Tür zu achten. Für einen Tresor im eigenen Haus ist eine Türstärke von 4 mm empfehlenswert.

Hinweis: Laut Aussagen der Polizei werden Tresore selten vor Ort geknackt, sondern zuerst mitgenommen. Wenn beides machbar ist, sind das keine guten Eigenschaften für einen Safe. Das günstigste Modell im Test, der Pearl-Tresor, war innerhalb weniger Minute geknackt und innerhalb einer Minute aus der Wand gehoben. In so einem Fall lohnt sich die Investition nicht.

Volumen

Beim Volumen gibt es Tresore, die zwischen 4 bis hin zu 65 l fassen können. Auch die Zahl der Einlegeböden sollten Sie dem Inhalt anpassen. In der Regel haben die klassischen Tresore keine Einlegeböden. Es gibt jedoch spezielle Modelle, welche über einen oder sogar mehrere Einlegeböden verfügen.

Ein Tipp: Die VdS-Klassen 0 und 1 bieten eine Basissicherheit gegen Einbruchdiebstahl und werden bei fachgerechter Verankerung mit nur 40.000 bzw. 65.000 € in Deckung genommen. Denken Sie beim Erwerb darüber nach, eine höhere Sicherheitsstufe zu wählen, als Sie sie derzeit benötigen und kalkulieren Sie 25 % mehr an Innenvolumen ein.

Was für unterschiedliche Tresore gibt es?

Tresor Sibir getestet: Tresor steht im Schrank.

Dieser Sibir-Tresor hat ein Zahlenschloss mit einer digitalen Anzeige, wie wir hier erkennen können.

Es gibt 3 verschiedene Tresorschlösser-Arten: Die Doppelbart-Sicherheitsschlösser, die mechanischen Kombinationsschlösser und die elektronischen Zahlenkombinationsschlösser:

Doppelbart-Sicherheitsschlösser

Bei dieser Bauvariante erhalten Sie 2 Schlüssel, womit Sie das Schloss-System Ihres Safes auf- und zuschließen. In keinem Fall sollten Sie die Schlüssel an Ihrem Schlüsselbund tragen. Der Blick eines Profis reicht aus, um diesen als Schlüssel für einen Wertschrank zu identifizieren.

    Vorteile
  • Sie brauchen sich keine Zahlenkombination merken
  • Im Einbruchsfall ist leicht nachvollziehbar, wer den Tresor mit seinem Schlüssel geöffnet hat
  • Robust und sicherer als normale, mechanische Kombinationsschlösser
  • Unabhängig von Stromquellen
    Nachteile
  • Gelangen die Schlüssel in die Hände eines Diebes, ist das Öffnen ein Kinderspiel
  • Die Schlüssel können verlorengehen
  • Bei Verlust muss das Schloss ausgetauscht werden, was teuer werden kann

Elektronisches Zahlenkombinationsschloss

Bei dem elektronischen Verschließsystem wird ein individuell festgelegter Zahlencode (meist zwischen 6 und 8 Ziffern) auf einem Zahlenfeld eingegeben, um die Tür des Safes zu öffnen. Oft sind Möbel- oder Wandtresore in Haushalten mit diesem Mechanismus ausgestattet.

    Vorteile
  • Einfach und komfortabel in der Bedingung
  • Kein Schlüsselloch, welches geknackt werden kann
  • Einige Modelle verfügen über eine Protokollfunktion
  • Zudem sind Zeitschloss-Programmierung und ein Vier-Augen-Prinzip möglich
  • Kann mit einer Einbruchsmeldeanlage verbunden werden
    Nachteile
  • Sie müssen sich den Zahlencode merken
  • Die Batterie muss regelmäßig ausgetauscht werden
  • Fehlfunktionen sind möglich

Mechanische Kombinationsschlösser

Bei diesem Schloss-System, oft als 3- oder 4-Scheibenschloss erhältlich, kann der Tresor nur dann geöffnet werden, wenn Sie den zweistelligen Zahlencode durch das richtige Einstellen der Einstellscheibe eingeben.

    Vorteile
  • Unabhängig von einem mechanischen Verschließsystem
  • Kombination mit verschiedenen Schloss-Systemen möglich
  • Sie müssen sich die richtigen Einstellungen merken
    Nachteile
  • Weitergabe der Einstellungen an unbefugte Personen
  • Exakte Einstellung der Zahlen an der Markierung nötig
  • Höherer Anschaffungspreis

Welche Tresor passt zu mir?

Ein Tresor soll Ihre Wertsachen, wichtigsten Dokumente, Bargeld und Schmuck sichern, welchen Sie in Ihren privaten oder gewerblichen Räumlichkeiten aufbewahren. Wichtige Unterlagen sollten Sie immer in 2 Mappen in doppelter Ausführung aufbewahren. Eine in dem Safe und die anderen griffbereit in einer feuerfesten Kassette.

Hier finden der Ehevertrag, Zeugnisse und Arbeitsverträge, Personalausweis und Reisepass, Geldanlage, Sparbücher, Versicherungspolicen, Kopie Ihres Sozialversicherungsheftes, Geburtsurkunde(n) und, wenn vorhanden, das Stammbuch sowie Miet- und Kaufvertrag und der Grundbuchauszug Platz. Einen Tresor sollten Sie zudem an Ihre Wohnsituation anpassen und den idealen Standort finden.

Möbeltresore für Pragmatiker

Bei einem Möbeltresor handelt es sich meistens um Kleintresore, welche in ein Möbelstück integriert und an der dahinterliegenden Wand oder am Boden verankert werden. Wichtig bei den Möbeltresoren ist die Stabilität der Bodenplatte des Möbelstücks sowie die vorhandenen Maße. Das Möbelstück sollte vorab unbedingt auf Tauglichkeit geprüft werden. Geeignet sind die Möbeltresore vor allem für private Haushalte und können in Größe und Volumen ganz nach Bedarf ausgewählt werden. Sie sind flexibel und haben meist ein geringeres Eigengewicht, weshalb die Verankerung unabdingbar ist.

Wandtresore für private Hausbesitzer

Ein Wandtresor wird komplett in das Mauerwerk eingemauert, weshalb dieser auch als „Einmauertresor“ bezeichnet wird. Der Einbau erfolgt nach Einbauvorschrift und muss gemäß dieser mit einem 10 cm dicken Stahlbetonmantel umgossen und verbunden sein. Wandtresore haben einen niedrigen Einbruchschutz, in der Regel nur bis zur Klasse 1, was für den privaten Gebrauch jedoch ausreichend ist. Sollten Sie Mieter sein ist der Einbau eines Wandtresors nur in Absprache mit dem Vermieter zulässig. Bedenken Sie auch die Kosten für die Wiederherstellung der Wand.

Dennoch ist ein Wandtresor eine platzsparende Möglichkeit, um Ihre Wertsachen zu schützen und durch das Einlassen in die Wand kann der Tresor nicht einfach mitgenommen werden. Idealerweise verbauen Sie einen Wandsafe direkt beim Bau Ihres Hauses, da der nachträgliche Einbau sehr kosten- und aufwandsintensiv ist.

Standtresore für Sicherheitsbewusste

Standtresore stehen meist frei und können im Eigengewicht von 25 bis 3.500 kg variieren. Zum optimalen Schutz vor Einbrechern und für den Versicherungsschutz sollten diese Tresor-Modelle mit einem Gewicht unter 1.000 kg zusätzlich verankert werden.

Darüber hinaus gibt es noch spezielle Tresorarten, wie Schlüsseltresore, Waffenschränke, Feuerschutztresore, Panzerschränke und Wertschutzschränke, welche in Banken Verwendung finden. Bei der Auswahl bedenken sollten Sie zudem einen ausreichenden Feuerschutz. Dieser ist nach den Normen EN 1047-1 und EN 105659 geregelt. Je mehr Temperatur die feuerfesten Tresore aushalten, desto höher liegen diese in der Güteklasse. So schützt ein Tresor der Güteklasse S 60 P Ihre Wertgegenstände 60 Minuten lang bei Feuer. Tresore der Güteklasse S 120 D schaffen da schon 120 Minuten.

Welche Tresore sind laut Tests am besten?

Die Ergebnisse der Prüfung durch Stiftung Warentest

Getesteter Tresor Sibir hat grauen Bodenbelag.

Ein solcher Möbeltresor (hier Sibir-Tresor) hat unseres Erachtens eine mäßige Schutzwirkung. Sehr wertvolle Dinge oder Dokumente sollten eher im Hoteltresor oder einem Bankschließfach gesichert werden.

Stiftung Warentest nahm in einem Test Ende 2017 zehn kleine Heim- und Möbeltresore für rund 70 € bis 400 € unter die Lupe. Von der Größe und vom Volumen her fanden in allen Tresoren 2 A4-Ordner liegend Platz. Das Ergebnis: Nur 4 der getesteten Tresore bekamen ein „gut“, einer schnitt mit einem „befriedigend“ ab und alle anderen Modelle erhielten ein „mangelhaft“. Gut zu wissen: Die schlecht bewerteten Tresore hatten alle kein Sicherheitslabel gemäß Euro-Norm DIN EN 14450.

Mängel fanden sich bei den anderen Modellen vor allem in der Handhabung. 5 der Testkandidaten konnten mit einem Doppelbartschlüssel verschlossen werden, die anderen hatten ein elektronisches Schloss, welches mit einem Zahlencode geöffnet wird. Leider fehlte bei drei Tresoren die Gebrauchsanleitung und bei einigen sogar Befestigungsmaterial und eine Montageanleitung. Auch weitere Aspekte, wie eine schleifende Tür, nicht verstellbare Einlegeböden und umständlicher Batterietausch, brachten Minuspunkte ein.

Erfreulich war jedoch, dass 2 Tresore, welche auch als Testsieger hervorgingen, auch nach 10 Minuten nicht von den Profis geknackt werden konnten. Der Burg-Wächter-Tresor Combiline CL20 E erhielt die Note 1,8 und auch ein Modell des Herstellers Atlas war vorne mit dabei. Das Fazit des Tests bestätigt, was auch die Polizei rät: Für einen guten Safe mit geprüften Sicherheitsstandards sollte man etwas mehr investieren.

Was kosten Tresore?

Bei den Tresoren findet sich in jedem Preisbereich ein Modell. Nach dem Testurteil der Stiftung Warentest lohnt es sich allerdings, lieber etwas mehr auszugeben und auf Gütesiegel zu achten, womit eine grundlegende Hochwertigkeit gegeben ist.

Günstige Tresore: Zwischen 60 und 250 €

Günstige Modelle sind zwischen 60 und 250 € erhältlich. Oft handelt es sich bei den Modellen, um kleine Tresore, welche in Schuladen oder Kommoden für das Aufbewahren von Schmuck und Uhren genutzt werden können. Bei Preisen unter 50 € erhalten Sie Geldkassetten. Oft sind diese nicht normzertifiziert, jedoch überzeugen günstigere Modelle, wie der Dema MTD 65 für den normalen Hausgebrauch.

Mittelpreisige Tresore: 250 bis 800 €

Für einen hochwertige und zertifizierten Tresor sollten Sie zwischen 250 und 800 € investieren. Das bestätigten die Testergebnisse von Stiftung Warentest, wo ein Safe der Marke Burg-Wächter in diesem Preissegment liegt. Zu finden sind in diesem Segment sowohl mechanische als auch elektronische Schloss-Systeme. Größe und Volumen sind zudem deutlich höher im Vergleich zu den günstigen Modellen.

Tresore im höheren Preissegment: 800 bis 2.000 €

Ein großer Tresor kann 800 bis hin zu 2.000 € kosten. Diese sind dann auch mit sämtlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, haben ein deutlich höheres Volumen und eine stattliche Größe. Oft sind diese für Unternehmen und Betriebe geeignet.

Wie lautet das Fazit für Tresore?

Wenn Sie besondere Wertsachen, wichtige Dokumente, Bargeld oder Schmuckstücke dauerhaft zu Hause aufbewahren möchten, sollten Sie über die Anschaffung eines Tresors nachdenken. Das schützt nicht nur im Fall der Fälle vor Einbrechern, sondern vermittelt Ihnen ein beruhigendes Gefühl.

  • Sichere Modelle sind ab 200 € erhältlich, für Modelle für Unternehmen können Sie aber auch 2.000 € und mehr zahlen
  • Die Tresore lassen sich gut in die Einrichtung integrieren und verstecken
  • Sie schützen zuverlässige Ihre Wertgegenstände

Schauen Sie sich auch die Bestenliste für Tresore an und finden Sie das passende Modell – für mehr Sicherheit in Ihrem Zuhause.

Im Video vorgestellt: Tresor

In diesem YouTube-Video erfahren Sie alles, was Sie über Tresore wissen müssen. Von den verschiedenen Arten von Tresoren bis hin zu Tipps zur sicheren Aufbewahrung Ihrer Wertsachen zu Hause. Lernen Sie, wie Sie Ihre Wertsachen optimal schützen können und erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die Sicherheitsvorkehrungen von Tresoren.