Ratgeberübersicht
  1. Welche Arten von Tiefbrunnenpumpen gibt es?
  2. Wie kann ich die Leistung von Tiefbrunnenpumpen einschätzen?
  3. Worauf ist bei Tiefbrunnenpumpen zu achten?
  4. Wie wird die Tiefbrunnenpumpe mit Strom versorgt?
  5. Weitere Fragen und Antworten von Kunden, die nach Tiefbrunnenpumpe-Tests bzw. -Vergleichen suchen
  • Tiefbrunnenpumpen haben hohe Förderleistungen, damit auch tiefliegendes Grundwasser zu Tage befördert werden kann.
  • Zum Klarpumpen von Bohrbrunnen eignen sich nicht alle Tiefbrunnenpumpen. Je nach Aufbau kann Schmutzwasser zu hohem Verschleiß führen.
  • Eine Tiefbrunnenpumpe darf nicht größer als der Brunnenschacht sein, weswegen die Geräte sehr schmal gebaut werden.

Tiefbrunnenpumpe im Test: Eine Solar-Brunnenpumpe fördert Wasser.

Tiefliegendes Grundwasser ist eine Herausforderung, wenn Sie einen Brunnen graben und das Wasser zur Bewässerung im Garten nutzen möchten. Während herkömmliche Brunnenpumpen hier an ihre Grenzen stoßen, kommen Tiefbrunnenpumpen auch mit großen Höhenunterschieden zurecht. So müssen Sie für die Bewässerung im Garten kein Trinkwasser aus der Leitung verschwenden. Wir haben für Sie diverse Tiefbrunnenpumpen-Tests aus dem Internet geprüft und informieren Sie hier über die verschiedenen Pumpentypen, über die benötigte Leistung und den Stromverbrauch.

1. Welche Arten von Tiefbrunnenpumpen gibt es?

Möchten Sie eine Tiefbrunnenpumpe kaufen, sollten Sie nicht nur auf die Leistung achten. Je nach Anwendungsfall eignen sich Membranpumpen, Stufenpumpen oder Schraubenpumpen besser. Wann Sie zu welchem Pumpentyp greifen sollten, erklärt der folgende Abschnitt.

Wie funktioniert eine Tiefbrunnenpumpe? Im Vergleich zu einer klassischen Brunnenpumpe wird das Wasser hier nicht angesaugt, sondern nach oben gedrückt. Dadurch lassen sich größere Höhen überwinden.

1.1. Welche Eigenschaften weist eine Membran-Tiefbrunnenpumpe auf?

Die Membran-Tiefbrunnenpumpe funktioniert ohne sich drehende Bauteile. Die integrierte Membran bewegt sich mit hoher Frequenz und sorgt so für den erforderlichen Druck, um das Wasser zu pumpen. Durch den Verzicht auf rotierende Komponenten erweist sich dieser Tiefbrunnenpumpen-Aufbau als sehr gut geeignete Tiefbrunnenpumpe bei Sand. Im Vergleich zu anderen Modellen ist sie dadurch entsprechend belastbar und kann zum Klarpumpen von Bohrbrunnen genutzt werden. Vollständig verschleißfrei sind aber auch diese Geräte nicht, da Ventile und die Membran abrasiv belastet werden.

Durch ihre spezielle Konstruktion kann sich die Membran-Tiefbrunnenpumpe nur schwer festfressen. Das bedeutet, dass Sie diese Pumpe dazu nutzen können, eine Brunnenanlage freizupumpen. Dafür ist die maximale Fördermenge im Vergleich zu anderen Tiefbrunnenpumpen etwas geringer und liegt häufig im Bereich zwischen 800 und 2.500 Litern pro Stunde. Damit eignet sich die Membranpumpe in erster Linie für den Garten, nicht jedoch für die Wasserversorgung des Haushalts.

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1.2. Wann kommt eine Stufenpumpe zum Einsatz?

Wenn Sie einen hohen Wasserbedarf haben, bietet sich eine Tiefbrunnenpumpe aufgrund der hohen möglichen Förderleistung an. Die Stufen-Tiefbrunnenpumpe arbeitet mit einem Laufrad, das durch seine schnelle Rotation und den dazugehörigen Diffusor das Brunnenwasser nach oben leitet. Mehrstufige Modelle erzielen dabei einen höheren Druck über mehrere Laufräder und können so auch größere Höhen und längere Leitungswege überbrücken. Diese Geräte sind auch als Hauswasserwerk für den Keller geeignet, da Stufenpumpen ein geringes Betriebsgeräusch entwickeln.

In sauberem Wasser aus Zisternen oder Regenwassertanks arbeitet die Stufenpumpe sehr effizient und zuverlässig. Die Tiefbrunnenpumpe ist als Pumpentyp bei Sandresistenz aber nicht sonderlich gut geeignet, da es hier zu einem schnelleren Verschleiß als beispielsweise bei einer Membran-Tiefbrunnenpumpe kommt. Im Allgemeinen liegt der maximal empfohlene Sandanteil bei circa 50 g/m³. Einige Geräte kommen aber auch mit deutlich höheren Werten zurecht.

Tiefbrunnenpumpen im Test: Eine Brunnenpumpe ist an ein Leitungssystem angeschlossen.

Über Filter vor der Pumpe wird verhindert, dass größere Sedimentpartikel in die Pumpe eindringen. Durch Feinfilter nach der Pumpe können dann noch feine Partikel zurückgehalten werden.

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1.3. Wie funktioniert eine Schraubenpumpe?

Bei der Schraubenpumpe sorgt die Drehung der schraubenförmigen Welle für die Wasserbeförderung nach oben. Die axiale Kraft ermöglicht einen hohen Druckaufbau, daher eignet sich diese Tiefbrunnenpumpe für die Überbrückung von großen Höhenunterschieden. Im Vergleich zur Stufenpumpe ist die Schraubenpumpe relativ sandresistent. Trotzdem führt Sand langfristig zum Verschleiß des Rotors und Stators.

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2. Wie kann ich die Leistung von Tiefbrunnenpumpen einschätzen?

Die Nennleistung von Tiefbrunnenpumpen wird in Watt angegeben, diese Kennzahl ist für die tatsächliche Fördermenge und -höhe aber nur bedingt aussagekräftig. Ein Gerät mit 500 Watt kann je nach Pumpentyp und Größe dieselben oder sogar noch bessere Werte erreichen als eine Tiefbrunnenpumpe mit 1.000 Watt. Daher sollten Sie laut Tiefbrunnenpumpen-Tests in erster Linie auf die maximale Förderhöhe, den Druck in bar und die maximale Förderleistung achten.

2.1. Was bedeutet die maximale Förderhöhe?

An der Maximalförderhöhe erkennen Sie, bis zu welcher Höhe die Brunnenpumpe das Wasser befördert. Dabei handelt es sich jedoch um einen theoretischen Wert, denn mit steigender Höhe nimmt auch der Druck ab. Die Förderhöhe und der Druck in bar sind nämlich eng miteinander verbunden. Eine Faustregel besagt, dass für 10 m Förderhöhe ein Druck von einem bar benötigt wird. Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass das Wasser nach dem Hochpumpen noch genügend Druck braucht. Für eine Höhe von 50 m ist beispielsweise ein theoretischer Druck von circa 5 bar erforderlich. Damit das Wasser noch mit genug Kraft aus der Gartenspritze oder dem Rasensprenger kommt, braucht es aber einen zusätzlichen Puffer von 2 bis 3 bar. Die besten Tiefbrunnenpumpen verfügen dahingehend über mehrere Stufen, um einen möglichst hohen Druck und demzufolge auch eine entsprechend große Förderhöhe zu erreichen.

Tiefbrunnenpumpe im Test: Eine Brunnenpumpe ragt aus einem Erdloch.

Die Tiefbrunnenpumpe wird über ein eigenes Sicherungsseil abgelassen.

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2.2. Welche maximale Förderleistung benötigt meine Tiefbrunnenpumpe?

Während einfache Geräte circa 3.000 Liter pro Stunde fördern, kann eine starke Tiefbrunnenpumpe auch bis zu 6.500 Liter pro Stunde bewegen. Wie viel Wasser Sie benötigen, hängt stark von den vorhandenen Verbrauchern ab. Anhand der folgenden Faustregeln können Sie aber ungefähre Bedarfswerte ablesen:

  • Für die Versorgung eines Einfamilienhauses mit Waschmaschine und WC liegt der übliche Bedarf meist zwischen 2.000 und 4.000 Litern pro Stunde.
  • Ein Wasserhahn kommt je nach Durchfluss auf einen Verbrauch von 8 bis 12 Liter pro Minute.
  • Ein Rasensprenger benötigt häufig zwischen 800 und 1.500 Liter pro Stunde.

Hinweis: Die Pumpleistung sollte nicht höher ausfallen als die Ergiebigkeit des Brunnens. Kann der Brunnen beispielsweise nur rund 3.000 Liter Grundwasser pro Stunde fördern, ist eine Pumpe mit einer Förderleistung von 6.000 Litern pro Stunde oftmals zu groß dimensioniert.

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3. Worauf ist bei Tiefbrunnenpumpen zu achten?

Wenn Sie eine Tiefbrunnenpumpe kaufen möchten, sollten Sie zusätzlich auf die Größe des Geräts achten, damit diese auch problemlos in den Brunnenschacht passt. Zudem stellt sich die Frage, welcher Tiefbrunnenpumpen-Schlauch angeschlossen werden kann und welche Zusatzfunktionen das Gerät für eine effiziente und komfortable Nutzung mit sich bringt.

3.1. Welche Größe darf die Tiefbrunnenpumpe haben?

Tiefbrunnenpumpen zeichnen sich durch ihr relativ schmales Gehäuse aus, damit sie in den engen Brunnenschacht hinabgelassen werden können. Dabei muss das Gerät stets schmaler sein als der Schacht. Eine Tiefbrunnenpumpe mit 3 Zoll beispielsweise hat nur einen Durchmesser von ungefähr 7,6 cm.

Anhand unserer Tabelle finden Sie gängige Größenangaben von Zoll in cm umgerechnet:

Produkt Eigenschaften
2-Zoll-Tiefbrunnenpumpe
  • für sehr schmale Bohrbrunnen und bei eher kleinen Fördermengen
  • Brunnenrohr benötigt mindestens 3 Zoll
  • 2 Zoll entsprechen ungefähr 5,08 cm
3-Zoll-Tiefbrunnenpumpe
  • häufig für Gartenbewässerung und mittleren Wasserbedarf ausreichend
  • Brunnenrohr benötigt mindestens 4 Zoll
  • 3 Zoll entsprechen ungefähr 7,6 cm
4-Zoll-Tiefbrunnenpumpe
  • Brunnenrohr benötigt mindestens 5 Zoll
  • 4 Zoll entsprechen ungefähr 10,16 cm
  • häufig empfohlener Standard für Hauswasserwerk
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3.2. Welcher Schlauch ist mit der Tiefbrunnenpumpe kompatibel?

Abhängig vom Tiefbrunnenpumpen-Aufbau sind unterschiedliche Schlauchgrößen mit dem Gewinde am Gerät kompatibel. Dabei können Sie ganz einfach das Außengewinde abmessen, um den benötigten Schlauchdurchmesser in Erfahrung zu bringen. Für die Steigleitung wird zudem meist kein herkömmlicher Gartenschlauch verwendet. Häufig kommen hier robustere Druckrohre aus PE zum Einsatz.

Damit Sie die Messergebnisse in Zoll umwandeln können, finden Sie hier die entsprechenden Angaben in Zentimetern:

  • 1 Zoll entspricht 2,54 cm
  • 1¼ Zoll entsprechen 3,18 cm
  • 1½ Zoll entsprechen 3,81 cm

Tipp: Beim Anschluss-Set für Tiefbrunnenpumpen liegen kompatible Schläuche meist bereits bei. So ersparen Sie sich die Suche nach passendem Zubehör oder die Installation von Schlauchadaptern.

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3.3. Welche Vorteile weist eine Tiefbrunnenpumpe mit Druckschalter auf?

Über eine Tiefbrunnenpumpe mit Abschaltautomatik können Sie das System automatisieren. Der Druckschalter überwacht den Wasserdruck im Leitungssystem und aktiviert die Pumpe, wenn der Druck durch eine Wasserentnahme abfällt. Gleichzeitig stoppt die Tiefbrunnenpumpe mit Abschaltautomatik, wenn der benötigte Druck wieder erreicht wurde. So müssen Sie das Gerät nicht manuell in Betrieb nehmen und deaktivieren, was die Handhabung vereinfacht und Schäden durch einen Überdruck vorbeugt. Zudem trägt eine Tiefbrunnenpumpe mit Druckschalter zu einem geringen Verschleiß bei, da die Pumpe hier nicht bei jeder kleinen Wasserentnahme automatisch anspringt.

Tiefbrunnenpumpe im Test: Eine Tiefbrunnenpumpe steht in Wasser.

Die Tiefbrunnenpumpen-Steuerung muss trocken außerhalb des Brunnens installiert werden.

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4. Wie wird die Tiefbrunnenpumpe mit Strom versorgt?

Viele Tiefbrunnenpumpen sind mit einem Netzkabel ausgestattet und werden typischerweise an einen separaten Stromkreis angeschlossen. Besonders wichtig ist dabei eine Absicherung über einen FI-Schutzschalter, damit es zu keinen gefährlichen Kurzschlüssen kommen kann. Achten Sie darauf, dass das Netzkabel der Pumpe nicht unter Spannung steht und locker in den Schacht hängt. Zieht die Tauchpumpe am Kabel, können sich auf Dauer Dichtungen lösen und es kommt zu einem Kurzschluss.

Eine besonders hohe Leistung ist mit einer 400-V-Tiefbrunnenpumpe möglich, die per Starkstrom beziehungsweise Drehstrom angetrieben wird. Solche Geräte kommen beispielsweise in der Landwirtschaft zum Einsatz oder wenn ein Mehrfamilienhaus mit Brauchwasser aus einem Brunnen versorgt werden soll.

Steht kein Netzanschluss zur Verfügung, können Sie eine autarke Solar-Tiefbrunnenpumpe installieren. Hier wird über ein Solarpanel Sonnenstrom genutzt, was sich beispielsweise auf Weiden als praktisch erweisen kann. Je nach benötigter Fördermenge sollten Sie hier zusätzlich über einen Stromspeicher nachdenken, damit das Wasser auch an trüben Tagen oder nachts gefördert werden kann.

5. Weitere Fragen und Antworten von Kunden, die nach Tiefbrunnenpumpe-Tests bzw. -Vergleichen suchen

5.1. Wie weit muss eine Tiefbrunnenpumpe im Wasser sein?

Die Tiefbrunnenpumpe sollte mindestens 1 bis 1,5 Meter unter dem niedrigsten Grundwasserspiegel stehen, damit Sie einen Trockenlauf verhindern können. Sinkt das Wasser bei längeren Trockenperioden im Brunnen ab, könnte das Gerät ansonsten heißlaufen. Das wiederum führt häufig zu Schäden an der Pumpe.

Achtung: Beachten Sie auch die maximale Eintauchtiefe! Viele einfache Geräte halten einem Wasserdruck bis 10 Metern problemlos stand, einige Modelle können sogar noch tiefer im Grundwasser stehen. Wird die maximale Eintauchtiefe aber überschritten, kann es zu Schäden durch den Wasserdruck kommen.

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5.2. Was kostet eine Tiefbrunnenpumpe?

Eine kleine 2-Zoll-Tiefbrunnenpumpe ist bereits für unter 300 Euro erhältlich. Eine leistungsstarke 4-Zoll-Tiefbrunnenpumpe kann hingegen auch schnell bis zu 500 Euro kosten. Daher ist es wichtig, die benötigte Leistung möglichst exakt für Ihr Projekt zu bestimmen.

Bei den folgenden Herstellern finden Sie qualitativ hochwertige Tiefbrunnenpumpen in unterschiedlichen Leistungsklassen:

  • Gardena
  • Ibo
  • Ebara
  • Einhell
  • Marley
  • Trotec
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5.3. Wozu dient ein Rückschlagventil an der Tiefbrunnenpumpe?

Eine Tiefbrunnenpumpe mit Rückschlagventil verhindert, dass das Wasser nach dem Pumpvorgang aufgrund der Schwerkraft wieder zurück in den Brunnen fließt. Das Rückschlagventil wird zwischen Pumpe und Druckleitung installiert. Achten Sie dabei unbedingt auf die korrekte Einbaurichtung, damit sich das Ventil beim Hochpumpen öffnet.

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5.4. Welche Tiefbrunnenpumpe ist für eisenhaltiges Wasser geeignet?

Bei eisenhaltigem Grundwasser sollten Sie auf hochwertig verarbeitete Bauteile aus Edelstahl zurückgreifen, da dieses Material korrosionsbeständiger ist und durch das eisenhaltige Wasser nicht so schnell angegriffen werden kann. Auch das Gehäuse der Tiefbrunnenpumpe sollte hier unbedingt aus Edelstahl bestehen, damit es nicht frühzeitig zur Korrosion kommt.

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Im Video vorgestellt: Tiefbrunnenpumpe

In diesem YouTube-Video lernen Sie, wie Sie eine Tiefbrunnenpumpe einbauen. Von den erforderlichen Werkzeugen über die richtige Installation bis hin zur Inbetriebnahme des Pumpensystems erfahren Sie alles, um Ihr Grundwasser effizient zu nutzen.