Ratgeberübersicht
  1. Welche Pflanzenhaarfarbe gibt es?
  2. Was macht Pflanzenhaarfarbe so besonders?
  3. Für wen ist Pflanzenhaarfarbe geeignet?
  4. Wie wendet man Pflanzenhaarfarbe an?
  5. Was sagen Tests zu Pflanzenhaarfarbe?
  6. Weitere Antworten und Fragen von Kunden, die nach Pflanzenhaarfarbe-Tests bzw. -Vergleichen suchen
  • Pflanzenhaarfarbe ist ideal für alle, die ihre Haare ohne chemische Zusätze färben möchten.
  • Sie wird meistens mit Henna hergestellt.
  • Darüber hinaus kommen aber auch andere natürliche Färbestoffe zum Einsatz.

Pflanzenhaarfarbe-Test

Der Wunsch nach Schönheit ist so alt wie die Menschheit selbst. Das zeigen zahlreiche archäologische Funde. Doch nicht nur Schmuckstücke oder die Vorläufer der heutigen Spiegel entdeckten Forscher, sondern auch den Beleg dafür, dass sich bereits Frauen im antiken Ägypten die Haare färbten: mit Henna. Spuren dieser Pflanzenhaarfarbe wurden nämlich an einer Mumie gefunden. Somit dürfte Henna eines der ältesten Schönheitsmittel der Welt sein. Doch während modebewusste Frauen der Antike Pflanzenhaarfarben genutzt haben, weil es keine Alternative gab, liegen diese Farben heute aus einem anderen Grund im Trend: sie kommen ohne chemische Komponenten wie Ammoniak oder Wasserstoffperoxid aus. Wir von WELT.de haben uns die aktuellen Pflanzenhaarfarben einmal genauer angesehen und informieren in unserer aktuellen Kaufberatung 2025 über aktuelle Trends und die richtige Anwendung dieser Haarfarben. Außerdem werfen wir einen Blick auf Pflanzenhaarfarbe-Tests und geben Tipps zur Pflege von natürlich gefärbtem Haar. So können Sie sicher sein, die beste Pflanzenhaarfarbe zu kaufen, die zu Ihren Haaren passt.

Pflanzenhaarfarbe getestet: Eine Packung steht auf einer Holzfläche, im Hintergrund Regale.

Mit dieser Pflanzenhaarfarbe von Terra Naturi lässt sich ein intensiver Rotton erzielen.

1. Welche Pflanzenhaarfarbe gibt es?

Beinahe jeder hat schon einmal von Henna gehört, denn das ist nicht nur die älteste pflanzliche Haarfarbe, sondern auch die berühmteste. Aber es gibt noch einige andere Farbstoffe in der Naturkosmetik, die Haare verschönern. Wir von WELT.de haben diese für Sie zusammengestellt:

Inhaltsstoff Eigenschaften
Henna
  • Henna wird aus der Pflanze Lawsonia inermis gewonnen
  • dieser Strauch wird auch ägyptischer Liguster genannt
  • Henna färbt Haare in einem leuchtenden Rotton
  • dafür verantwortlich ist der sogenannte Lawson-Farbstoff
  • Henna wird auch für sogenannte Mehndi-Tattoos verwendet
Cassia
  • Cassia wird auch als neutrales Henna bezeichnet
  • das allerdings ist falsch, weil Cassia von einem Johannisbrotstrauch namens Senna italica gewonnen wird
  • blonden Haaren schenkt Cassia einen goldenen Schimmer
  • darüber hinaus stärkt das Pulver die Haarstruktur
  • andere Pflanzenfarben werden dank Cassia besser aufgenommen
Amla
  • Amla wird aus indischer Stachelbeere gewonnen
  • in Pflanzenhaarfarbe sorgt es für Glanz und einen dunklen Schimmer
  • Amla wird häufig mit Jatropha kombiniert
  • das wiederum ist eine immergrüne Pflanze aus Indien
  • Amla und Jatropha zusammen wird für dunkle Rot- und Brauntöne genutzt
Indigo
  • Indigo ist einer der bekanntesten Farbstoffe der Welt
  • er ist tiefblau und wird aus den Blättern der Indigopflanze gewonnen
  • in Pflanzenhaarfarben wird er entweder allein eingesetzt
  • dann sorgt er für ein tiefes Schwarz mit Blauschimmer
  • alternativ wird er mit Henna kombiniert
  • dann färbt er je nach Henna-Anteil dunkelbraun oder -rot

Bei den modernen Pflanzenhaarfarben von heute spielt demnach Henna die größte Rolle, entweder pur oder in Kombination mit anderen Inhaltsstoffen. Das bedeutet vor allem, dass es mittlerweile eine große Vielzahl von Haarfarben gibt, die sich mit pflanzlichen Stoffen verändern lassen. Das jedoch war vor einigen Jahren noch anders, da ging bei Pflanzenhaarfarben nur Rot. Allerdings ist Rot bei Pflanzenhaarfarben auch heute noch der beliebteste Ton, wobei viele verschiedene Nuancen möglich sind.

Intensität bei Pflanzenhaarfarben

Wie intensiv der Farbton mit Ihrer neuen Pflanzenhaarfarbe wird, können Sie teilweise selbst beeinflussen. Je länger Sie die Farbe nämlich einwirken lassen, umso kräftiger wird deren Ton. Für ein sehr leuchtendes Rot können Sie die Farbe sogar bis zu zwei Stunden auf dem Haar lassen.

Grundsätzlich gelten bei Pflanzenhaarfarben folgende Grundregeln: Blonde Pflanzenhaarfarbe enthält häufig Cassia, Kurkuma und Henna. Das sorgt dafür, dass es blonde Pflanzenhaarfarbe mittlerweile in verschiedenen Nuancen gibt, auch hellblond ist darunter. Eine Pflanzenhaarfarbe Aschblond ist mit diesen Inhaltsstoffen ebenfalls möglich.
Pflanzenhaarfarbe in dunkelbraun dagegen enthält neben Henna einen besonders hohen Anteil an Indigo, der Pflanzenhaarfarbe dunkelbraun erst ermöglicht. In Pflanzenhaarfarbe Kupfer dagegen finden Sie Anteile von Henna, Amla und Indigo. Als Besonderheit nutzt die eine oder andere Marke von Pflanzenhaarfarbe Kupfer zudem Walnussschalenpulver. Das wiederum findet man auch in einigen anderen Arten von Pflanzenhaarfarbe in braun.

Eine Packung der Pflanzenhaarfarbe im Test von schräg oben auf einem beiden Boden stehend.

Diese Pflanzenhaarfarbe von Terra Naturi ist für hellblondes bis schwarzes Haar geeignet.

2. Was macht Pflanzenhaarfarbe so besonders?

Die meisten Frauen, die sich für Pflanzenfarbe für die Haare entscheiden, tun dies, weil ihnen die chemischen Bestandteile bei konventionellen Haarfarben zu aggressiv sind. Sie suchen also nach einer Haarfarbe, die schonender ist. Tatsächlich trifft genau das auf Pflanzenhaarfarbe zu.

Pflanzenhaarfarbe-blond

Für Pflanzenhaarfarbe stehen heute eine Vielzahl von färbenden Ingredienzen zur Verfügung.

Allerdings ist auch die Wirkweise unterschiedlich: Bei einer dauerhaften Coloration haben Ammoniak und Wasserstoffperoxid zwei konkrete Aufgaben. Ammoniak öffnet die Schuppenschicht des Haars, Wasserstoffperoxid dagegen löst die natürliche Haarfarbe. Danach dringen die Farbmoleküle der Coloration in die Haastruktur ein und sorgen für die neue Farbe. Dieser Vorgang ist bei einer Pflanzenhaarfarbe anders. Hier dringt die Farbe nicht in die Struktur ein, sondern legt sich von außen über das Haar. Daher sind diese Haarfarben auch besonders schonend zum Haar.

Ein Blick auf den Beipackzettel lohnt sich auch bei Pflanzenhaarfarbe. Es gibt nämlich sogenannte naturnahe Colorationen, die allerdings oftmals Ammoniak und Wasserstoffperoxid enthalten.

3. Für wen ist Pflanzenhaarfarbe geeignet?

Prinzipiell eignet sich Pflanzenhaarfarbe für jeden Typ Haare. Vor allem eher dünnes Haar profitiert jedoch von den Naturstoffen. Denn Henna und Co. legen sich wie eine Schicht um das Haar und schenken ihm mehr Volumen. Seine Grenzen findet Pflanzenhaarfarbe bei der Grauabdeckung. Einige graue Härchen schafft diese Haarfarbe, aber nicht viele. Wer also die Pflanzenhaarfarbe zur Grauabdeckung nutzen möchte, muss häufig nachfärben.

Oftmals taucht im Kontext mit dem Thema Pflanzenhaarfarbe auch die Frage auf, ob das Ergebnis immer einen Rotstich aufweist, weil fast jedes Produkt Henna enthält. Die Antwort ist einfach: Nein, es gibt mittlerweile auch Pflanzenhaarfarben ohne Rotstich. Diesen Natur-Colorationen ist dann wahlweise schwarzer Tee als Extrakt oder der Farbstoff Katam beigemischt, der Rot neutralisiert.
Allerdings hängt ein Rotstich nicht allein vom Henna in einer Pflanzenfarbe ab, sondern auch vom eigenen Naturhaar, genauer gesagt vom Phänomelanin. So enthalten einige Blondnuancen viel Phänomelanin und weisen dann auch einen stärkeren Rotstich auf, wenn man sie mit Pflanzenhaarfarbe behandelt.

Pflanzenhaarfarbe getestet: Eine Packung liegt horizontal auf einem Fließenboden.

Nicht jede Pflanzenhaarfarbe ist wie dieses Produkt von Terra Naturi vegan.

4. Wie wendet man Pflanzenhaarfarbe an?

Ob Pflanzenhaarfarbe für Blond oder Pflanzenhaarfarbe für Dunkelbraun – die Anwendung erfolgt immer in drei Schritten. Diese haben wir von WELT.de für Sie in einer praktischen Tabelle zusammengefasst:

Schritte Ergebnisse
Vorbereitung
  • In vielen Fällen besteht Pflanzenhaarfarbe aus einem Pulver
  • dieses wird mit kochendem Wasser übergossen
  • danach wird die Pflanzenhaarfarbe-Creme gut gemischt
  • dabei dürfen sich keine Klümpchen bilden
  • ist die Farbe fertig gemischt, waschen Sie sich die Haare mit einem milden Shampoo
  • danach fetten Sie die Ohren und die Haut um den Haareinsatz mit Vaseline ein
Färben
  • mittlerweile gibt es auch fertige Pflanzenhaarfarbe-Creme
  • diese verrühren Sie in einem Kunststoffgefäß
  • unbedingt Schutzhandschuhe tragen
  • die angemischte oder fertige Creme mit einem Pinsel aufs feuchte Haar auftragen
  • dabei Strähne für Strähne vorgehen
  • die Farbe sorgfältig einkneten
Nachbehandlung
  • bitte unbedingt die Einwirkzeit der Pflanzenhaarfarbe beachten
  • diese ist deutlich höher als bei oxidativen Colorationen
  • je nach Haardicke können Sie mit 30 bis 40 Minuten rechnen
  • danach wird die Pflanzenhaarfarbe gründlich ausgespült
  • dafür verwenden Sie lauwarmes Wasser
  • am Schluss wird das Haar vorsichtig durchgekämmt

Gerade wenn Sie zum ersten Mal die Haare auf diese natürliche Art gefärbt haben, werden Sie die Erfahrungen mit Pflanzenhaarfarbe teilen, von denen man immer wieder liest: Die Haare fühlen sich nach dem Färben kräftiger und gesünder an. Das liegt daran, dass Henna und Co. nicht nur färbende, sondern auch pflegende Eigenschaften besitzen.

Damit sich die Pflanzenhaarfarbe auch richtig am Haar verankern kann, sollten Sie Ihre Haare frühestens 24 Stunden nach dem Färben waschen. Besser sind sogar 48 Stunden.

Pflanzenhaarfarbe-Kupfer

Ein echter Klassiker ist die Pflanzenhaarfarbe in Hennarot, die auf hellerem Haar einen Kupferton zaubert.

Ein weiterer Unterschied zwischen Bio-Pflanzenhaarfarbe und oxidativer Haarfarbe: Bis sich der endgültige Ton entwickelt, dauert es einige Tage. Da bekommt dann beispielsweise kastanienbraun gefärbtes Haar noch einmal eine schöne Mahagoni-Nuance.

5. Was sagen Tests zu Pflanzenhaarfarbe?

Auch die Stiftung Warentest hat sich dieses Themas bereits angenommen. Zwar gibt es keinen klaren Testsieger von Pflanzenhaarfarbe, aber erfreulicherweise schnitten in dieser Kategorie von sechs getesteten Farben vier gut ab. Darunter Farben von Herstellern wie Garnier, Khadi, Logona und Sante. Wenn Sie nach weiteren Tests zu Pflanzenhaarfarbe suchen, werden Sie auch auf Naturkosmetik-Seiten fündig. Darüber hinaus haben auch einige namhafte Frauenzeitschriften Pflanzenhaarfarbe-Tests durchgeführt. Bei diesen Tests von Pflanzenhaarfarbe geht es neben den Inhaltsstoffen vor allem um das Farbergebnis und die Haltbarkeit. Unterm Strich haben Pflanzenhaarfarben viele Vor-, aber auch einige Nachteile, die wir von WELT.de für Sie zusammenfassen:

    Vorteile
  • greifen die Haarstruktur nicht an
  • enthalten natürliche Wirkstoffe
  • das Farbergebnis lässt sich durch Einwirkzeit beeinflussen
    Nachteile
  • für graue Haare ist Pflanzenhaarfarbe nicht geeignet
  • auch radikale Farbwechsel gehen damit nicht
  • um einen Ansatz zu kaschieren muss man mehrmals nachfärben

6. Weitere Antworten und Fragen von Kunden, die nach Pflanzenhaarfarbe-Tests bzw. -Vergleichen suchen

6.1. Gibt es Pflanzenhaarfarbe ohne Henna?

Die meisten Pflanzenhaarfarben kommen ohne Henna nicht aus. Allerdings gilt auch hier das Motto „Keine Regel ohne Ausnahme“: Blauschwarze Haarfarbe enthält vielfach nur Indigo als Farbstoff.

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6.2. Darf man Pflanzenhaarfarbe auch in der Schwangerschaft nutzen?

Eine Haarfärbung mit Pflanzenfarben ist sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit unbedenklich. Sie sollten jedoch darauf achten, dass Ihre gewählte Pflanzenhaarfarbe frei von chemischen Zusätzen ist.

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6.3. Lässt sich eine Pflanzenhaarfarbe zum Aufhellen benutzen?

Bio-Pflanzenhaarfarbe

Nach dem Auftragen muss die Pflanzenhaarfarbe einmassiert werden

Rein pflanzliche Haarfarben enthalten keine chemischen Aufheller wie Oxidationsmittel. Deshalb kann man das Haar damit auch nicht aufhellen. Die beste Wirkung mit diesen Haarfarben erzielen Sie, wenn Sie in der Farbwahl möglichst an Ihrem Naturhaar-Ton bleiben.

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6.4. Wo kann man Pflanzenhaarfarbe kaufen?

Das Angebot an Henna-Haarfarben und anderen natürlichen Pflanzenfarben wächst kontinuierlich. Deshalb können Sie anhand unserer Tabelle einen Vergleich von Pflanzenhaarfarbe vornehmen und Ihr bevorzugtes Produkt bequem im Netz bestellen. Darüber hinaus gibt es Produkte von Schwarzkopf, Ayluna, Radico oder Herbalia auch in gut sortierten Drogeriemärkten und Naturkostläden mit einer Kosmetikabteilung.

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6.5. Wie lässt sich Pflanzenhaarfarbe entfernen?

Da Pflanzenhaarfarbe eine sogenannte semipermanente Farbe ist, lässt sie sich auch nicht leicht entfernen. Bei Henna kann eine Ölbehandlung helfen. Dafür müssen Sie Ihr Haar in einem pflanzlichen oder mineralischen Öl tränken – das Öl muss tatsächlich vom Haar tropfen. Danach belassen Sie das Öl für mehrere Stunden, am besten über Nacht, auf dem Haar und spülen es am nächsten Tag mit Shampoo aus den Haaren. Wem das zu viel Aufwand ist: Pflanzenhaarfarbe verblasst von selbst mit der Zeit. Wenn Sie die Farbe herauswachsen lassen möchten, können Sie sich für den Ansatz mit Kaschierspray in Ihrem Naturhaarton behelfen.

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Im Video vorgestellt: Pflanzenhaarfarbe

In diesem aufschlussreichen YouTube-Video zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Haare ohne Chemie färben können, indem Sie die Pflanzenhaarfarbe von Khadi verwenden. Erfahren Sie, wie einfach und schonend das Auftragen dieser natürlichen Haarfarbe ist und freuen Sie sich auf ein atemberaubendes Ergebnis. Lassen Sie sich von den vielfältigen Farbmöglichkeiten und der Natürlichkeit dieser Pflanzenhaarfarbe überzeugen und verabschieden Sie sich von schädlichen Chemikalien.

In diesem YouTube-Video erfährst du die Vor- und Nachteile von Pflanzenhaarfarbe im Vergleich zur klassischen Haarfarbe. Tauchen Sie ein in die Welt der natürlichen Farben und entdecken Sie die Vorteile von Pflanzenhaarfarbe, wie ihre schonende Wirkung auf das Haar und die gesunden Inhaltsstoffe. Erfahren Sie auch, welche möglichen Nachteile es bei der Anwendung geben kann und welche Tipps es gibt, um das beste Ergebnis mit Pflanzenhaarfarbe zu erzielen.

In diesem YouTube-Video geben wir dir ein ausführliches Review zur Logona Pflanzenhaarfarbe Color Creme Teak. Wir zeigen dir, wie einfach und effektiv sich diese vegane und tierversuchsfreie Haarfarbe auftragen lässt. Erfahre mehr über die Inhaltsstoffe, die Haltbarkeit und das Ergebnis dieser natürlichen Haarfarbe.