Ursprünglich wurde das Microneedling nicht dafür erfunden, um die Haut zu verjüngen. Wie wir von WELT.de herausfanden, stand im Mittelpunkt der ersten Produkte, die damals allerdings noch in Arztpraxen zur Anwendung kamen, vielmehr die Fähigkeit, Narben zu glätten und verblassen zu lassen.
Forscher hatten nämlich entdeckt, dass mikroskopisch kleine Verletzungen der Haut dafür sorgen, dass diese ihren Reparaturmechanismus ankurbelt. Dabei produziert sie Hyaluronsäure und Kollagen. Beide Wirkstoffe sorgen dafür, dass das Gewebe der Narben aufgefüllt und geglättet wird.
Zur Geschichte des Needling
Auch wenn Microneedling erst seit jüngerer Zeit im Fokus steht: Die Methode selbst ist deutlich älter. Bereits in den 1930er-Jahren nutzte man Nadelstempel, um gegen Verbrennungsnarben vorzugehen.
Von dieser Entdeckung ausgehend, eroberte das Microneedling bereits kurze Zeit später auch die Beauty-Branche. Hier wird die Methode heute vor allem für eine Verbesserung des Hautbilds eingesetzt und oftmals in Kombination mit verschiedenen Beauty-Wirkstoffen genutzt.
Dafür gibt es auch einen guten Grund: Die Aufnahme von Cremes oder Seren wird normalerweise durch die Hornzellenschicht der Haut gebremst. Diese Schutzschicht sorgt dafür, dass selbst kleine Wirkstoffpartikel in einem Zeitraum von 12 Stunden nur zu 0,3 Prozent in die tieferen Hautschichten vordringen.
Eine Studie an der Universität Marburg mit dem Derma-Roller (einer Variante des Microneedling-Pens) ergab im Jahr 2000 Erstaunliches: Durch die mikroskopisch kleinen Verletzungen, die beim Microneedling entstehen, konnten die Menge der Wirkstoffe, die in tiefere Hautschichten vordrangen, um 1.000 Prozent gesteigert werden.