Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Mandelöle?
  2. Was für unterschiedliche Mandelöle gibt es?
  3. Welche Mandelöl passt zu mir?
  4. Welche Mandelöle sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Mandelöle?
  6. Wie lautet das Fazit für Mandelöle?

Sie lieben das typische Aroma süßer Mandeln? Verwenden Sie Süßmandelöl in der Küche und verfeinern Sie leckere Süßspeisen oder verleihen Sie Ihrem Salat eine ganz besondere Note. Leiden Sie unter trockener Haut, Neurodermitis oder anderen Hautproblemen? Das vielseitige Mandelöl soll dank wertvoller Inhaltsstoffe eine positive Wirkung besitzen. Bei normaler Haut kann es auch einfach zur täglichen Hautpflege zum Einsatz kommen.

Ein gutes Produkt sollte in jedem Fall schadstofffrei und klar als Lebensmittel bzw. Hautpflegeprodukt deklariert sein. Es gibt reine, native oder raffinierte Produkte sowie ätherisches Öl. Achten Sie beim Kauf auf Kriterien wie den Einsatzbereich, die Herstellung und die Inhaltsstoffe.

Wie erkenne ich gute Mandelöle?

Der Mandelbaum liefert mit seinen Samen den Rohstoff, aus dem die Produzenten das Rohöl gewinnen. Dazu verwenden sie in der Regel die reifen Samen von Prunus dulcis var. dulcis (Süßmandel) oder Prunus dulcis var. amara (Bittermandel), häufig kommt auch eine Mischung beider Arten zur Anwendung. Was Sie beim Kauf beachten sollten, zeigt die nachfolgende Aufstellung.

Herstellung: Nativ oder raffiniert

Dank moderner Ölmühlen mit Schneckenpressen entsteht bei der Kaltpressung nur eine geringe Reibungswärme und die wertvollen Nährstoffe bleiben weitgehend erhalten. Sie können süßes Mandelöl raffiniert oder unraffiniert erwerben.

Verwendung: Küche oder Kosmetik

Für die Verwendung in der Küche sollten Sie beim Kauf eines Mandelöls darauf achten, dass es als Speiseöl deklariert ist. Dann können Sie das Öl bedenkenlos für die Zubereitung unterschiedlicher Speisen wie Desserts oder Salate verwenden.

Im Kosmetikbereich nutzen viele Hersteller das Süßmandelöl als Zusatz in Cremes, Shampoos oder weiteren Produkten. Sie können es in unterschiedlichen Ausführungen zur Pflege von Gesicht, Haaren und Körper einsetzen. Das Öl verstopft die Poren nicht und soll zudem noch eine positive Wirkung für Haut und Haare bieten.

Inhaltsstoffe: Fettsäuren, Vitamine und Mineralien

Das Öl enthält wertvolle Nährstoffe. Dazu zählen insbesondere gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralien. Besonders wichtige Inhaltsstoffe sind Ölsäuren, Linolsäuren, Palmitinsäure und Kalium. Weitere bedeutende Inhaltsstoffe sind:

  • B-Vitamine
  • Vitamin A
  • Vitamin E
  • Vitamin D
  • Magnesium
  • Kalzium

Bei Bio-Produkten können Sie in der Regel von einer deutlich geringeren Pestizid-Belastung ausgehen.

mynatura Bio-Mandelöl

Ein gutes Mandelöl verfügt über natürliche Inhaltsstoffe und keine Zusätze.

Was für unterschiedliche Mandelöle gibt es?

Süßmandelöl ist nativ oder raffiniert erhältlich. Zudem gibt es neben der reinen Variante auch ätherisches Öl. Die wesentlichen Vor- und Nachteile finden Sie im folgenden Überblick.

Natives Pflanzenöl: Inhaltsstoffe bleiben erhalten

Während der Produktion entsteht nur wenig Hitze, zudem kommen keine chemischen Zusätze zum Einsatz. Das naturbelassene, kaltgepresste Öl ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen.

    Vorteile
  • Schonendes Herstellungsverfahren
  • Inhaltsstoffe bleiben erhalten
  • Naturbelassen
  • Hohe Produktqualität
    Nachteile
  • Höherer Kaufpreis
  • Licht- und hitzeempfindlich
  • Geringere Haltbarkeit

Raffiniertes Öl: Robust und haltbar

Bei dieser Variante folgt nach der Pressung die Raffination des Rohöls. Dabei entfernen die Hersteller unerwünschte Begleitstoffe wie Geruchs- und Geschmacksstoffe oder Bitterstoffe. Dies soll in erster Linie die Haltbarkeit und den Geschmack des Öls positiv beeinflussen.

    Vorteile
  • Längere Haltbarkeit
  • Günstiger als natives Öl
  • Weniger empfindlich
    Nachteile
  • Während der Herstellung gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren
  • Vergleichsweise geschmacksneutral
  • Nicht naturbelassen

Reines Öl: Zu 100 % aus Mandeln

Ein reines Öl besteht ausschließlich aus Mandeln, andere Rohöle verwenden die Hersteller bei dieser Variante nicht. Für die Herstellung von 1 l Öl sind ca. 2,5 kg Mandeln erforderlich.

    Vorteile
  • Hohe Qualität
  • Keine Zusätze
  • Meist in Lebensmittelqualität (zum Essen geeignet)
    Nachteile
  • deutlich höherer Kaufpreis

Ätherisches Öl: Für Aromatherapie & Co.

Bittermandelöl ist ein ätherisches Öl aus Bittermandeln. Es kann giftige Stoffe wie beispielsweise Blausäure enthalten. Es eignet sich in winzigen Mengen als Gewürzöl zum Backen und Kochen, zudem ist es auch in manchen Parfüms enthalten.

    Vorteile
  • Ätherisches Öl für die Aromatherapie geeignet
    Nachteile
  • Nur bedingt in geringer Menge für den Verzehr geeignet

Welche Mandelöl passt zu mir?

Mandelöl (prunus amygdalus dulcis oil) gibt es von unterschiedlichen Herstellern wie Primavera, Weleda, BioPräp oder Kneipp. In Apotheke, Onlineshops & Co. finden Sie neben reinem Öl auch diverse Produkte, die zusätzlich weitere Inhaltsstoffe enthalten. Die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt sollte grundsätzlich vom vorgesehenen Einsatz abhängen. Nachstehend finden Sie einige Anwendungsbeispiele, die Ihnen die Entscheidung etwas erleichtern können.

Bio-Öl: Für Baby und Kleinkind

Bio-Produkte von Herstellern wie BioPräp oder Lillydoo sind ideal für zarte Babyhaut, da sie keine bedenklichen Stoffe enthalten. Reines Süßmandelöl ist besonders mild und pflegt nachhaltig. Wenn Ihr Baby zu trockener Haut neigt, können Sie das Badewasser mit einem Teelöffel Mandelöl oder Lavendelöl anreichern. Auch bei der Babymassage ist dieses vielseitige Produkt eine gute Wahl. Bei einer Tendenz zu Neurodermitis spendet Süßmandelöl Feuchtigkeit, verringert das Spannungsgefühl und lindert den Juckreiz.

Speiseöl: Für Gourmets

Wenn Sie das Öl in der Küche verwenden möchten, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es sich um ein Produkt in Lebensmittelqualität handelt. Der mild nussige Geschmack des Öls eignet sich hervorragend zum Verfeinern von kalten Speisen wie Desserts, Salatdressings oder Müslis. Es enthält ungesättigte Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffen und fettlösliche Vitamine.

mynatura Bio-Mandelöl

Mandelöl hat viele gesundheitsförderliche Eigenschaften.

Kosmetiköl: Für die Hautpflege

Das Öl ist nicht komedogen, daher verstopft es bei der kosmetischen Anwendung im Gesicht nicht die Poren. Es soll gegen Unreinheiten und Akne wirken, feine Fältchen abmildern und trockene Hautstellen pflegen. Sollten Sie das Öl in Ihre Gesichtspflege einbauen wollen, gibt es in der Naturkosmetik auch Produkte mit Mandelöl.

Mandelölsalbe: Bei empfindlicher Haut

Für die Pflege von sehr trockenen, empfindlichen und rissigen Hautpartien ist eine spezielle Mandelölsalbe empfehlenswert. Hersteller wie Excipial bieten explizit abgestimmte Produkte für sensible Haut. Die Salben spenden Feuchtigkeit, stärken die hauteigene Widerstandskraft und sollen, wie bei Zinksalben, die Wundheilung fördern. Neben Mandelöl sind häufig weitere Inhaltsstoffe wie beispielsweise Zinkoxid enthalten.

Massageöl: Gegen Schwangerschaftsstreifen

Das süße Mandelöl zieht schnell ein und hinterlässt keinen unangenehmen Film auf der Hautoberfläche. Es eignet sich während der Schwangerschaft hervorragend als Massageöl zur vorbeugenden Anwendung gegen Schwangerschaftsstreifen. Zudem unterstützt es die Aufrechterhaltung des natürlichen Hautschutzmantels.

Haaröl: Für gepflegte Haare

Auch Ihre Haare sollen von der Anwendung des Mandelöls profitieren? Sie können das Öl in Ihre Haarpflege-Routine einbauen. Es gegen Schuppen auf der Kopfhaut oder Spliss in den Haarspitzen verwenden und brüchigem oder sprödem Haar neue Kraft verleihen. Das Öl kann dank der wertvollen Inhaltsstoffe möglicherweise dazu beitragen, die Haarstruktur zu stärken und gegen schädliche Umwelteinflüsse zu wappnen.

Welche Mandelöle sind laut Tests am besten?

Stiftung Warentest nimmt regelmäßig unterschiedliche Speiseöle wie beispielsweise Kokosöl, Rapsöl oder Olivenöl unter die Lupe. Süßmandelöl für die Küche hat das Team bisher leider noch nicht einem Mandelöl Test unterzogen.

Stiftung Warentest testete 9 pflanzliche Körperöle

Viele Unternehmen nutzen Pflanzenöle wie Schwarzkümmelöl, Lavendelöl oder Arganöl zur Herstellung unterschiedlicher Pflegeprodukte. Neben reinen Ölen sind auch viele Mischöle erhältlich, die aus unterschiedlichen Komponenten bestehen. Das Team von Stiftung Warentest hatte 2015 Tests von insgesamt 9 pflanzliche Körperöle von Anbietern wie Weleda und Primavera durchgeführt. Unter den getesteten Produkten befanden sich neben 7 Mischölen auch 2 reine Arganöle.

Wichtigster Testbereich war die kosmetische Qualität der Produkte. Dazu ermittelten die Tester bei 20 Probandinnen vor und nach der 2-wöchigen Anwendung die Hautfeuchtigkeit mittels Corneometer (Messinstrument zur Bestimmung der Hautfeuchte). Auch die subjektive Beurteilung der Anwenderinnen in Bezug auf Einziehvermögen, Geschmeidigkeit und Hautelastizität floss in die Bewertung ein. Bei Mischölen können unterschiedliche Öle wie Mandel-, Oliven-, Rosen- oder Lavendelöl zum Einsatz kommen.

Fast alle getesteten Produkte wiesen ein Naturkosmetik-Siegel auf. Das teuerste Produkt im Test war verdorben und erhielt dementsprechend die Testnote mangelhaft. 5 Öle erhielten gute Wertungen, darunter auch der Testsieger, ein reines Arganöl von Arganhain.

Auf dem 2. Platz landete ein Mischöl aus Rosen- und Jojobaöl. Das pflegende Kokosöl von Alverde auf dem 3. Platz ist ebenfalls ein Mischprodukt aus Mandel-, Sonnenblumen-, Soja- und Traubenkernöl sowie Kokosextrakt.

Starke Kritik an Gourmetölen

mynatura Bio-Mandelöl

Achten Sie auf ein zertifiziertes Bio-Siegel.

Pflanzenöle sind auch in der Küche im Einsatz. Neben den Klassikern wie Olivenöl oder Rapsöl sind auch spezielle Gourmetöle wie Hanföl oder Leinöl sehr beliebt. Das Team von Stiftung Warentest testete 2015 unterschiedliche Spezialöle:

  • 5 Arganöle
  • 6 Leinöle
  • 5 Sesamöle
  • 3 Traubenkernöle
  • 6 Walnussöle

Spezielle Gourmetöle wie Schwarzkümmelöl, Hanföl oder Mandelöl befanden sich nicht unter den getesteten Produkten. Dennoch sind die Testergebnisse durchaus interessant, müssen jedoch nicht zwingend mit den Ergebnissen von Mandelöl einhergehen.

11 der 25 getesteten Öle erhielten jeweils die Testnote mangelhaft. Das Team fand schädliche Stoffe und einige Kandidaten konnten auch geschmacklich nicht überzeugen. Alle 7 mit der Note gut bewerteten Öle trugen ein Bio-Siegel. Zum Testsieger kürte das Team ein Leinöl von Alnatura.

Was kosten Mandelöle?

Wenn Sie ein passendes Produkt kaufen möchten, finden Sie eine große Auswahl von Anbietern wie Lillydoo, Excipial, Kneipp oder BioPräp. Ein wirklicher Preisvergleich ist aufgrund des variierenden Volumens vieler Produkte anhand des Kaufpreises je 100 ml sinnvoll. Wo Sie das Öl kaufen, spielt ebenfalls eine Rolle. Mandelöle aus der Apotheke sind meist deutlich teurer als im Onlinehandel.

Preisgünstiges Öl: Zwischen 1,50 bis 5 Euro

Preiswerte Öle sind bereits ab etwa 1,50 Euro je 100 ml erhältlich. Bei den kaltgepressten Produkten in dieser Kategorie kann es sich teilweise um raffinierte Öle oder Mischöle handeln. Wenn Sie nach reinem Öl suchen, sollten Sie beim Kauf daher genau auf die Zusammensetzung achten. Bio-Qualität und Markenprodukte finden Sie zu diesen günstigen Preisen in der Regel nicht. Für Einsteiger sind diese Öle allerdings empfehlenswert. So können Sie das Öl testen und investieren zunächst nur wenig Geld in die Anschaffung.

Mittelklasse-Öle: Ab 5 bis 10 Euro

Im mittleren Preisbereich finden Sie überwiegend Bio-Speiseöle und Marken-Hautpflege. Wenn Sie großen Wert auf biologischen Anbau legen oder nach einem milden Hautöl von Anbietern wie Kneipp & Co. suchen, ist dieses Segment daher eine gute Wahl. Hier gibt es Produkte von Herstellern wie Rapunzel oder der Allgäuer Ölmühle.

Premium-Öle: Ab 10 Euro

Ausgesuchte Premiumöle und Pflegeprodukte von Herstellern wie Weleda oder Lillydoo sind im oberen Segment zu finden. Auch für naturreine und zertifizierte Bio-Öle können höhere Preise zu zahlen sein. Apothekenprodukte und Arzneimittel mit Süßmandelöl sind ebenfalls in diesem Bereich angesiedelt.

Wie lautet das Fazit für Mandelöle?

Der Mandelbaum liefert die Mandeln, aus denen die Hersteller Mandelöle für unterschiedliche Einsatzzwecke produzieren. Nicht jedes Öl ist für alle Einsatzzwecke geeignet. Ein Produkt in Lebensmittelqualität können Sie auch zur Hautpflege nutzen. Mit einem reinen Hautpflegeöl sollten Sie hingegen keinesfalls Ihr Essen zubereiten. Achten Sie beim Kauf darauf, ob das Produkt nativ oder raffiniert ist. Schauen Sie ebenfalls ob es sich um reines Öl oder ein Mischprodukt handelt. Die folgenden Faktoren sind ebenfalls beachtenswert.

  • Produkte im Einsteigerbereich sind ab ca. 1,50 Euro je 100 ml erhältlich. Dabei kann es sich bei dem kaltgepressten Öl um raffinierte Öle oder Mischöle handeln
  • Mandelöle im mittleren Bereich gibt es ab etwa 5,00 Euro je 100 ml. Hierbei finden Sie hauptsächlich Bio-Speiseöle und Marken-Hautpflege
  • Der Premiumbereich beginnt bei rund 10 Euro je 100 ml und ist mit naturreinen und zertifizierten Bio-Ölen ausgestattet
  • Süßmandelöl ist nicht komedogen und besonders hautverträglich. Daher verursacht das Süßmandelöl keine Hautunreinheiten
  • Das Öl soll eine hautpflegende Wirkung besitzen und trockene Hautstellen mit Feuchtigkeit versorgen
  • Sie können das Öl je nach Produkt zur Hautpflege oder in der Küche verwenden

Überzeugen Sie sich selbst von den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Mandelöls und finden Sie jetzt in der Auswahl das passende Produkt. Viel Freude mit Ihrem neuen Mandelöl.