Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Latexmatratzen?
  2. Was für unterschiedliche Latexmatratzen gibt es?
  3. Welche Latexmatratze passt zu mir?
  4. Welche Latexmatratzen sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Latexmatratzen?
  6. Wie lautet das Fazit für Latexmatratzen?

„Wie man sich bettet, so liegt man“ – und das bestimmt vor allem die Matratze, die optimal auf den Körper und die eigenen Schlafbedürfnisse abgestimmt sein sollte: Latexmatratzen gehören in Deutschland allerdings eher zu den Exoten im Bett.

Dabei versprechen sie viele Vorteile, neben dem Liegekomfort wird ihnen durch eine angenehme Klimatisierung auch ein besonders erholsamer Schlaf nachgesagt, denn im Sommer wirken sie schön kühl und im Winter halten sie wohlig warm. Aber was ist tatsächlich dran an diesen verbreiteten Annahmen und was können Sie von Matratzen aus Latex erwarten? Wir geben Aufschluss und stellen Ihnen die aktuell empfehlenswerten Produkte vor.

In einem Doppelbett befindet sich eine getestete Latexmatratze.

Sie können auf diesem Foto sehr gut die Gelauflage einer Latexmatratze von Möve erkennen.

Wie erkenne ich gute Latexmatratzen?

Material

Bei Latex handelt es sich genaugenommen um Gummi. Natur-Latex wird hergestellt aus der Milch des Kautschukbaums. Das Material bringt einige hervorstechende Eigenschaften für Matratzen mit, zum Beispiel eine hohe Punktelastizität. Mittlerweile gibt es auch synthetisches Latex, das künstlich hergestellt wird. In Sachen Elastizität sind allerdings beide Sorten gleichauf.

Latexkern

Es ist entscheidend, wie viel Latex bzw. Naturlatex tatsächlich verwendet wird – mindestens 70 % sollten es für einen guten Schlaf sein. Dieser Wert bestimmt unter anderem darüber, wie atmungsaktiv die Latexmatratze ist. Je weniger Latex enthalten ist, desto mehr neigen Sie nachts womöglich zum Schwitzen. Eine optimale Qualität erhalten Sie bei einem Latexkern aus 100 % Latex. Üblicherweise weisen die Matratzen diesen Wert am Etikett aus.

Härtegrad

Auch Latexmatratzen sind in verschiedenen Härtegraden erhältlich. Entscheidend für den richtigen Härtegrad ist die Position beim Schlafen und die Größe sowie das Gewicht. Es gibt auch Matratzen, die über 2 unterschiedliche Seiten verfügen, in der Regel ist das eine mittelfeste und eine feste Seite. Weichere Modelle sind in H2 zu haben, mittelfeste in H3 und alles darüber hinaus gehört schon zu den festen Varianten. Geeignet sind weiche Matratzen eher für leichte und harte am besten für schwerere Personen.

Matratzengrößen

Latexmatratzen sind ebenso wie alle anderen Matratzenvarianten in ganz unterschiedlichen Größen zu haben. Ihre Wahl hängt davon ab, mit wie vielen Personen Sie in einem Bett schlafen oder wie viel Platz Sie nachts benötigen. Die gängigen Größen sind:

  • 80 x 200 cm
  • 90 x 200 cm
  • 100 x 200 cm
  • 120 x 200 cm
  • 140 x 200 cm
  • 160 x 200 cm
  • 180 x 200 cm
  • 200 x 200 cm

Aber auch Sondergrößen können Sie bei einigen Herstellern erwerben. Abhängig ist die Größe natürlich immer auch vom bereits vorhandenen Bettgestell und Lattenrost. Verstellbare Lattenroste bieten noch etwas mehr Spielraum und sind im Vorfeld meist eine gute Investition.

Gewicht: Latexmatratzen sind vergleichsweise schwer

Latexmatratzen bringen in der Regel ein hohes Gewicht mit. Sie wiegen etwa 70 bis 90 kg pro Kubikmeter, vor allem Natur-Latex ist schwer. Synthetisches Latex kann mitunter etwas leichter sein, aber dennoch sind Latexmatratzen die Schwergewichte unter den Matratzen.

Bezug: Häufige Materialien sind Baumwolle oder Polyester

Auch Latexmatratzen sind normalerweise mit einem Bezug ausgestattet. Dieser kann aus ganz unterschiedlichen Materialien gefertigt sein, oft sind das Baumwolle oder Polyester. Entscheidend ist dabei die Pflegeleichtigkeit und Waschbarkeit der Bezüge; die meisten lassen sich einfach per Reißverschluss abziehen und in der Maschine waschen. Bei wie viel Grad das möglich ist, steht oft auf einem angebrachten Etikett. Teilweise lassen sich übrigens auch Extrabezüge hinzukaufen. Das ist sinnvoll, denn dann haben Sie immer einen frischen Bezug parat.

Komfort: Latex ist sehr anpassungsfähig

Latex ist in Sachen Liegekomfort an der Spitzenposition der Matratzen, denn das Material zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an den Körper. Beim Schlaf wird die Position auf der Oberfläche quasi übernommen – aber auch bei Positionswechseln ist eine große Flexibilität gegeben. Dabei „dellen“ Latexmatratzen nicht ein. Nach dem Aufstehen glätten sie sich von selbst.

Öko-Tex-Zertifikat: Natur-Latex ist frei von Schadstoffen

Natur-Latexmatratzen in hoher Qualität sind häufig mit Öko-Tex zertifiziert. Das bedeutet, dass sie völlig frei von Schadstoffen und damit absolut unbedenklich sind. Das wurde im Vorfeld ausgiebig geprüft.

Herstellungsarten: Dunlop- oder Talalay-Verfahren

Das Talalay- oder das Dunlop-Verfahren sind 2 verschiedene und aufwendige Herstellungsverfahren, die beide von einer hohen Güte der Latexmatratze zeugen. Sie können dabei von einer hochwertigen Natur-Latexmatratze ausgehen, die zu 100 % aus Naturkautschuk hergestellt wurde. Beide Verfahren versprechen eine lange Haltbarkeit der Matratze sowie pflegeleichte Eigenschaften. Der Vorteil des Dunlop-Verfahrens ist jedoch, dass hier weniger Energie bei der Herstellung aufgewendet wurde. Deswegen sind sie auch etwas günstiger im Preis.

Im Test: Eine Latexmatratze in einem Doppelbett von der Seite.

Beim Kauf von Latexmatratzen von Möve und anderen Herstellern sollte auf den Härtegrad geachtet werden.

Was für unterschiedliche Latexmatratzen gibt es?

Klassische Latexmatratze

Die Latexmatratze bringt generell schon viele Vorteile, aber auch einige Nachteile mit sich. Ihr größter Pluspunkt ist aber ihre Bequemlichkeit, denn dank der Punktelastizität passt sie sich Ihren Konturen bestmöglich an.

    Vorteile
  • Optimaler Liegekomfort
  • Hohe Langlebigkeit
  • Größtmögliche Flexibilität
  • Allergikergeeignet
    Nachteile
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Gute Wärmespeicherung – darum nachteilig für Menschen, die nachts zum Schwitzen neigen
  • Hoher Pflegeaufwand

Natur-Latexmatratzen

Diese bestehen aus natürlich gewonnenem Kautschuk und sind daher besonders nachhaltig, aber auch aufwendig hergestellt.

    Vorteile
  • Aus 100 % natürlichen Rohstoffen hergestellt
  • Höhere Punktelastizität
  • Antibakteriell
    Nachteile
  • Wegen der aufwendigen Gewinnung des Kautschuks sehr hochpreisig
  • Noch höheres Gewicht
  • Pflegeintensiv

Synthetische Latexmatratze

Es gibt inzwischen auch Latexmatratzen, die aus synthetischem Latexmaterial gefertigt werden. Die Herstellung ist günstiger und geht schneller vonstatten – das macht sich auch beim Kaufpreis bemerkbar.

    Vorteile
  • Günstiger in Anschaffung
  • Etwas leichter als natürliches Latex
    Nachteile
  • Punktelastizität ist nicht ganz so hoch
  • Können leicht chemisch riechen
  • Liegekomfort etwas geringer

Mischlatexmatratzen oder auch Schichtlatexmatratzen

Beliebt sind sogenannte Mischlatexmatratzen, bei denen zum synthetischen Latex ein wenig Natur-Latex hinzugemischt wird. Oft werden diese Modelle dann im Handel als „Natur-Latexmatratzen“ verkauft.

    Vorteile
  • Bestehen oft aus mehreren Schaumschichten, darunter auch Memory- oder Komfort-Schaum
  • Verschiedene Komfortzonen möglich
  • Kompromiss aus natürlichem und synthetischem Latex: elastischer als reine Synthetik-Modelle
    Nachteile
  • Das Mischverhältnis ist oft nicht ersichtlich
  • Werden häufig als Natur-Latexmatratzen ausgegeben
  • Weniger hochwertig als pures Natur-Latex

Welche Latexmatratze passt zu mir?

Klassische Latexmatratzen für anspruchsvolle Schläfer

Klassische Latexmatratzen sind geeignet für alle, die es gern etwas weicher und komfortabler mögen. Vor allem Seitenschläfer liegen auf den Matratzen sehr komfortabel. Aber auch, wenn Sie sich nachts oft im Bett wälzen und eher unruhig schlafen, sind die flexiblen Latexmatratzen eine gute Wahl. Ebenfalls überzeugen sie durch eine gute Wärmespeicherung und Wärmeabgabe. Wer nachts oft friert, ist mit einem solchen Modell also ebenso gut bedient.

Haben Sie morgens oft Rückenschmerzen von unbequemen Liegepositionen, sind Latexmatratzen mit ihrer exakten Punktelastizität eine Alternative zu anderen Matratzenarten. Und auch für Allergiker, wie z. B. Haustaub- oder Tierhaarallergiker, sind Latexmatratzen eine gute Option, da Milben nicht daran haften bleiben.

Natur-Latexmatratzen für ökologisch bewusste Schläfer

Wer auf 100 % Natur-Latex besteht, der legt Wert auf eine sehr hoheQualität. Aber Natur-Latexmatratzen sind nicht nur besonders nachhaltig und umweltschonend hergestellt, sie überzeugen auch durch eine noch höhere Atmungsaktivität und einen größeren Liegekomfort. Die Natürlichkeit sorgt für einen erholsamen Schlaf mit gutem Gewissen. Dank Zertifikaten wie Öko-Tex vertrauen Sie bei den Natur-Modellen zudem auf eine schadstoffgeprüfte Qualität, die besonders schonend für Ihre Haut und Gesundheit ist.

Schichtlatexmatratzen für Allrounder

Wer auf eine günstigere Qualität mit einem dennoch hohen Liegekomfort setzen möchte, der greift zu den Schicht- oder auch Mischlatex-Modellen. Diese sind zwar zum Teil aus synthetischem Latex hergestellt, weisen aber zudem auch einen Anteil Natur-Latex auf, was beide Eigenschaften miteinander vereint.

Dank zusätzlicher Schichten wie Memory-Foam holen diese Matratzen trotz des günstigeren Preises alles an Komfort raus, was geht. Sie sind zudem auch etwas leichter und darum gerade für ältere Menschen besser zu handhaben. Denn einen Nachteil bringen alle Modelle mit: Sie müssen regelmäßig gereinigt werden, um eine hohe Haltbarkeit zu gewährleisten. Dafür müssen Sie sie wenden, was mitunter ein Kraftakt sein kann.

Latexmatratze getestet: Detailaufnahme des Bezuges und eines orangen Kissens.

Im Vergleich wird darauf geachtet, dass sich eine Latexmatratze den einzelnen Körperzonen anpasst. Bei diesem Modell von Möve ist die punktierte Oberfläche der Gelauflage sichtbar.

Welche Latexmatratzen sind laut Tests am besten?

Stiftung Warentest

Vor allem das bekannte Verbrauchermagazin Stiftung Warentest hat schon zahlreiche Matratzen seinen anspruchsvollen und unabhängigen Tests unterzogen. Auch Latexmatratzen nahm das Magazin bereits mehrfach unter die Lupe, zuletzt 2018. Dabei kam heraus, dass nicht die teuersten Modelle die besten sind. Mit dem Ergebnis „gut“ schnitt beispielsweise sowohl eine Matratze aus dem hochpreisigen als auch aus dem niedrigpreisigen Segment ab.

Matratzen müssen generell ein paar entscheidende Aspekte mitbringen, um als gut befunden zu werden. Dazu gehört neben einer hohen Materialqualität auch ein optimaler Liegekomfort, der sich darin äußert, dass sich die Latexmatratze ideal an Ihre Liegeposition anpasst. Sie sollten eine flexible Bewegungsfreiheit haben und nicht zu tief einsinken. Weiterhin wurde auch die Schadstoffbelastung der einzelnen Modelle aus dem Test geprüft. Zudem spielte die Lebensdauer der Latexmatratze in die Ergebnisse mit hinein.

Bei den Tests von Stiftung Warentest wurden weiterhin die Bezüge, die Handhabung und auch Aspekte wie die Werbung berücksichtigt. Die beiden Erstplatzierten waren keine Natur-Latexmatratzen, überzeugten aber vor allem mit ihren komfortablen Liegeeigenschaften. Der Testsieger war die L4 Latexmatratze von Selecta, die nur Anteile an Natur-Kautschuk enthält, und auf dem 2. Platz folgte die Morgedal Latexmatratze von IKEA, die komplett aus synthetischem Latex besteht.

Bei dem Test im Jahr 2014 stand allerdings noch eine Natur-Latexmatratze an erster Stelle, nämlich die Supra-Comfort Allergie von Allnatura. Auch die Ravensberger Matratzen schneiden immer wieder gut ab. Im Test 2016 wurde die Natur-Latexmatratze mit der Note „gut“ bewertet und punktete mit ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

ÖKO-TEST

ÖKO-TEST hat ebenso bereits Latexmatratzen getestet und dabei vorrangig auf die Schadstoffbelastung sowie den Komfort beim Liegen geschaut. Bewertet wurden dabei Kriterien wie Punkt- und Biege-Elastizität sowie die Körperzonen-Stützung. Der letzte Test liegt schon ein paar Jahre zurück und fand 2013 statt, da die Matratzen aber immer noch erhältlich sind, wird hier noch einmal das Ergebnis Bezug genommen. Hier konnten die Elza Forma Pur Medium und Sembella Belair Clima Natur Version Lana überzeugen. Die Allnatura Supra-Comfort Naturlatex heimste ebenso eine gute Bewertung von 1,9 ein.

Was kosten Latexmatratzen?

Beim Kauf einer Latexmatratze müssen Sie generell von einem höheren Preis als bei anderen Matratzen ausgehen, vor allem Modelle aus dem Naturmaterial Kautschuk sind teuer. Dafür bieten die Latexmodelle aber auch sehr viele Vorteile und vor allem der Liegekomfort weiß zu überzeugen.

Latexmatratzen sind belastbarer und mit etwas Glück halten sie viele Jahre oder sogar Jahrzehnte in einer hohen Qualität und begleiten auch anspruchsvolle Schläfer erholsam durch die Nacht. Die aufwendige Herstellung vor allem aus Naturkautschuk führt zu entsprechend hohen Preisen. Synthetische Modelle sind da schon etwas günstiger, einen guten mittleren Preis erhalten Sie bei den Mischvarianten.

Günstige Modelle: 200 bis 300 €

Für bereits etwa 200 bis 300 € bekommen Sie die etwas preisgünstigeren Modelle für Erwachsene, wie etwa von Ravensberger, die sogar zu einem großen Anteil bis zu 85 % aus Natur-Latex bestehen. Rein synthetische Modelle sind oft sogar noch etwas günstiger, mit mindestens 150 € bis zu 250 € müssen Sie aber dennoch etwa rechnen.

Mittlere Preiskategorie: Ca. 500 €

Vor allem Mischlatexmatratzen oder Schichtmodelle können Sie um etwa 500 € im Handel erwerben. Sie sind ein guter Kompromiss aus natürlichem und synthetischem Latex und bringen einen hohen Komfort sowie gute atmungsaktive Eigenschaften mit. Hier finden Sie oft auch Modelle, die in mehrere Zonen eingeteilt sind, für eine möglichst natürliche Körperanpassung.

Hochpreisige Qualitätsmatratzen: 800 € und mehr

Vor allem für reine Natur-Latexmatratzen müssen Sie oft etwas tiefer in die Tasche greifen, denn diese können bisweilen um die 800 € und mehr kosten. Hier werden allerdings auch körperliche Unterschiede wie Größe und Gewicht berücksichtigt, für einen extrahohen Komfort.

Wie aus den Testergebnissen hervorging, müssen die hochpreisigen Modelle allerdings nicht unbedingt die besten sein. Achten Sie vielmehr auf oben genannte Kriterien und darauf, was zu Ihrem Schlafbedürfnis am besten passt.

Wie lautet das Fazit für Latexmatratzen?

Latexmatratzen haben viele Vorteile und versprechen eine hohe Anpassungsfähigkeit an Ihren Körper und Ihr Schlafverhalten. Die wichtigsten Punkte bekommen Sie hier noch einmal zusammengefasst.

  • Latexmatratzen punkten mit einem hohen Liegekomfort und einer optimalen Flexibilität
  • Sie unterscheiden sich in natürlich und synthetisch hergestellte Varianten
  • Natürliches Latex überzeugt mit einer hohen Punktelastizität und Atmungsaktivität
  • Die Natur-Latexmatratzen sind teurer als die Synthetik-Modelle, für eine hohe Qualität müssen Sie mit bis zu 800 € rechnen
  • Aber gute Latexmatratzen müssen nicht teuer sein, hochwertige Mischlatexmatratzen bekommen Sie schon um die 200 bis 300 €

Doch letztlich müssen Sie selbst entscheiden, worauf Sie sich am liebsten betten und wo Ihre Vorlieben am besten bedient werden, um selig und bequem zu schlummern. Hoffentlich konnte Ihnen die Kaufberatung bei der Entscheidung ein wenig weiterhelfen – schauen Sie auch direkt noch auf die Bestenliste empfehlenswerter Produkte. Einen geruhsamen Schlaf auf Ihrer neuen Latexmatratze.