Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Gasmelder?
  2. Was für unterschiedliche Gasmelder gibt es?
  3. Welche Gasmelder passt zu mir?
  4. Welche Gasmelder sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Gasmelder?
  6. Wie lautet das Fazit für Gasmelder?

Sie sind stolzer Besitzer eines Gasherdes oder nutzen Erdgas, um Ihre Wohnung zu heizen? Dann kann ein Gasleck eine ernste Gefahr für Sie, Ihre Familie und andere Personen in Ihrem Umfeld darstellen. Im schlimmsten Fall kann es zu Vergiftungen oder einer Explosion kommen, ehe Sie das geruchlose und unsichtbare Gas überhaupt wahrnehmen. Mit einem zuverlässigen Warnmelder sind Sie auf der sicheren Seite.

Ein guter Warnmelder muss zuverlässig arbeiten und Sie frühzeitig vor zu hohen Gaskonzentrationen in der Raumluft warnen. Es gibt stationäre und tragbare Modelle, zudem sind Unterschiede hinsichtlich der Gasart entscheidend. Einige Melder sind auf Erdgas (Methan), Propan oder Butan spezialisiert, vereinzelt sind auch Kombigeräte erhältlich. Achten Sie beim Kauf daher auf Faktoren wie Gasart, Geräteausführung, Lautstärke, Grenzwert, Anzeige, Lebensdauer und Stromversorgung.

Wie erkenne ich gute Gasmelder?

Die Installation von Gasmeldern ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, kann sich jedoch bei einem Gasleck als wichtige Investition in Ihre Sicherheit erweisen. Welcher Gasmelder für Sie die richtige Wahl ist, hängt von unterschiedlichen Auswahlkriterien ab.

Gasart: Erdgas, Butan oder Propan

Je nach Ausführung sind Gasmelder für Erdgas, (Methan), Butan, Propan oder Kohlenmonoxid erhältlich, im Campingbedarf gibt es auch spezielle Narkosegas-Warnmelder. Meist dient ein Melder nur zum Schutz vor einer Gasart, alternativ sind auch Kombigeräte erhältlich. Bei stationären Geräten gibt es je nach Gasart zudem Unterschiede bei der Anbringung.

Sie sollten den Melder grundsätzlich in der Nähe der Gasquelle befestigen. Methan und Kohlenmonoxid sind leichter als Luft und steigen nach oben, wie bei der Rauchmelder-Befestigung ist hier daher eine Montage im oberen Bereich sinnvoll. Propan und Butan sind hingegen schwerer und sinken zu Boden. Entsprechend ist die Installation in diesem Fall unterhalb eines potenziellen Gaslecks sinnvoll.

Geräteausführung: Stationär oder transportabel

Erhältlich sind transportable und stationäre Gaswarnmelder. Stationäre Geräte dienen als dauerhafte Alarmsysteme und bieten daher langfristig Sicherheit. Transportable Exemplare sind hingegen nicht kontinuierlich im Einsatz.

Lautstärke: Warnlautstärke bis zu 85 dB

Bei den meisten Warnmeldern liegt die Lautstärke bei rund 80 bis 85 dB (Dezibel). Bei dieser Lautstärke ist das Signal meist auch in angrenzenden Räumen noch hörbar und bietet daher ausreichenden Schutz.

Grenzwert: Fällt je nach Gas anders aus

Damit Sie bei einer erhöhten Gaskonzentration schnell reagieren können, ist ein frühzeitiger Alarm wichtig. Bei Überschreitung eines bestimmten Grenzwertes ertönt ein Alarmton. Je nach Gas kann dieser Grenzwert unterschiedlich ausfallen, die Produktbeschreibung enthält hier in der Regel nähere Angaben.

Anzeige: Akkustisch oder optiisch

Einige Modelle verfügen zusätzlich zum Signalton auch über eine optische Anzeige per Lichtsignal, eventuell auch ein Display. Letzteres zeigt Ihnen gemessene Werte in Prozent oder ppm (parts per million) an und bietet Ihnen somit eine zusätzliche Kontrollmöglichkeit.

Lebensdauer: Bis zu 5 Jahren

Je nach Ausführung liegt die Lebensdauer bei bis zu 5 Jahren, es gibt jedoch auch Modelle, die lediglich für 2 bis 3 Jahre ausgelegt sind.

Stromversorgung: Akku oder Netzstecker

Es gibt Melder mit Akku oder Netzstecker. Letztere bieten den Vorteil einer kontinuierlichen Stromversorgung, meist sind diese Exemplare zusätzlich mit einer Batterie ausgestattet, damit das Gerät auch bei Stromausfall zuverlässig arbeitet.

Was für unterschiedliche Gasmelder gibt es?

Grundsätzlich lassen sich diese hilfreichen Warnmelder in stationäre und transportable Geräte unterteilen. Zudem ist nicht jedes Modell gleichermaßen für alle Gasarten geeignet.

Stationäre Warnmelder

Diese Exemplare befestigen Sie ähnlich wie klassische Rauchmelder an Wand oder Decke. Beachten Sie, dass je nach Gasart unterschiedliche Befestigungshöhen empfehlenswert sind.

    Vorteile
  • Lauter Alarmton warnt frühzeitig
  • Sind dauerhaft im Einsatz
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Viele Modelle mit Display
  • Unkomplizierte Montage
  • Mit Netzstecker = kein Batterietausch erforderlich
    Nachteile
  • Nicht mobil einsetzbar
  • Mit Netzstecker = erhöhte Stromkosten
  • Nicht alle Geräte sind mit Display ausgestattet

Tragbare Gasmelder

Die tragbaren Modelle sind mobil einsetzbar und funktionieren in der Regel mit Batterien. Der entscheidende Vorteil ist hier eindeutig die flexible Nutzung in unterschiedlichen Räumen.

    Vorteile
  • Flexibel nutzbar
  • Besitzen meist Display mit Statusanzeige
  • Unkomplizierte Handhabung
  • Meist mit Batteriebetrieb = mobil einsetzbar
    Nachteile
  • Kein Dauerbetrieb = kein dauerhafter Schutz
  • Meist teurer als Stationärgeräte

Spezialisierte Gaswarnmelder

Diese Geräte sind ausschließlich für die Messung einer bestimmten Gasart konzipiert, sie können somit ausschließlich Erdgas, Butan, Propan oder Kohlenmonoxid lokalisieren.

Diese Modelle bieten folgende Vorteile:

  • Lauter Alarmton warnt frühzeitig
  • Genau auf die jeweilige Gasart abgestimmt
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein Nachteil besteht darin, dass sie nur ein bestimmtes Gas erkennen, bei anderen Varianten reagieren sie nicht.

Kombimodelle

Alternativ zu den spezialisierten Warnmeldern gibt es auch Kombimodelle, die zur Erkennung unterschiedlicher Gasarten dienen. Da die Dichte der Gase jedoch variiert (leichter/schwerer als Luft), ist die richtige Platzierung schwierig.

Folgende Vorteile sind interessant: Kombimodelle erkennen diverse Gasarten, unterschiedliche Geräte anzuschaffen ist nicht notwendig.

Leider gibt es auch einen Nachteil: Diese Variante ist weniger verlässlich, da eine optimale Platzierung kaum möglich ist (variierende Dichte der Gase).

Welche Gasmelder passt zu mir?

Welcher Gasmelder ist die beste Wahl? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was Sie von dem Gerät erwarten und für welchen Einsatzzweck es vorgesehen ist. Nachstehend finden Sie einige Anwendungsbeispiele, die Ihnen die Auswahl eines bestimmten Modells etwas erleichtern können.

Stationäre Gasmelder für die Wohnung

Sie nutzen eine Gasheizung oder sind versierter Hobbykoch und schwören auf die Vorzüge eines Gasherdes? Dann ist die Installation von stationären Gasmeldern ein wichtiger Faktor für Ihre Sicherheit. Die Gasversorger fügen dem eigentlich geruchlosen Erdgas ein Odoriermittel hinzu, damit im Falle eines Gaslecks ein unangenehmer Geruch den Austritt des Gases signalisiert. Dennoch sollten Sie die Gefahr keinesfalls unterschätzen und zur eigenen Sicherheit stationäre Warnmelder installieren.

Erdgasmelder bei Gasheizung

Wenn Sie mit Erdgas heizen, empfiehlt sich ein spezieller Erdgas-Warnmelder. Da Erdgas leichter ist als Luft und somit nach oben steigt, ist die Montage des Melders etwa 30 cm unterhalb der Decke sinnvoll. Im Inneren des Melders befindet sich eine Messkammer, in der ein spezieller Draht durch dauerhafte Stromzufuhr ständig glüht. Tritt Gas in diese Messkammer ein, kommt es zu einer leichten Verbrennung und somit zu einem Temperaturanstieg, der wiederum den Widerstandswert verändert. Die Elektronik wertet diese Veränderung aus und löst je nach Gaskonzentration den Alarm aus.

Propan-/Butan-Gasmelder bei Flüssiggas

Propan und Butan sind schwerer als Luft und sinken nach unten, daher sollten Sie den Gasdetektor in der Nähe der Gasquelle rund 30 cm über dem Boden anbringen. Flüssiggas kommt häufig im Campingbereich oder in großen Flaschen zur Versorgung eines Gasherdes zum Einsatz.

Kohlenmonoxidmelder für Kaminbesitzer

Das farb- und geruchlose Gas Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungsprozessen. Es kann daher bei brennstoffbefeuerten Geräten wie Gasherden, Kaminen oder Heizungsanlagen auftreten und bei einer defekten Feuerungsanlage eine tödliche Gefahr sein, die sich durch die Installation von CO-Meldern deutlich reduzieren lässt.

Camping-Gasmelder für Camper

Die kompakten Camping-Gasmelder sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, es gibt sie auch als Kombiausführung in Verbindung mit einem Rauchmelder. Eine spezielle Variante sind die Narkosegasmelder, die vor nächtlichen Angriffen mit Narkosegas schützen sollen. Immer wieder nutzen Einbrecher diese Methode, um potenzielle Opfer zu betäuben und anschließend auszurauben.

Welche Gasmelder sind laut Tests am besten?

Für viele Verbraucher sind die Praxistests von Stiftung Warentest eine gute Hilfe bei der Suche nach zuverlässigen Produkten. Leider gibt es noch keinen Test zum Thema Gasmelder und auch die Kollegen des Magazins ÖKO-TEST haben bisher noch keine entsprechende Überprüfung vorgenommen. Auch andere renommierte Fachmagazine haben sich diesem speziellen Thema bisher noch nicht gewidmet.

In einem Artikel aus dem Jahr 2016 wiesen die deutschen Testexperten lediglich auf einen Praxistest des niederländischen Fachmagazins Consumentengids hin. Insgesamt testeten die Kollegen 19 unterschiedliche Kohlenmonoxidmelder, von denen einige Marken wie beispielsweise Kidde oder Fire Angel auch in Deutschland erhältlich sind. Die Preisspanne der getesteten Modelle lag zwischen rund 20 und 120 Euro.

Immerhin 12 Geräte stuften die niederländischen Tester als sicher ein, bester Kohlenmonoxidmelder in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis war das günstigste Testobjekt aus dem Hause Alecto.

Stiftung Warentest: Rauchmelder im Test

In der Kategorie der Rauchmelder führt Stiftung Warentest regelmäßig Tests durch und kürt einen Testsieger. Die letzten Testergebnisse veröffentlichten die Tester im Januar 2019. Damals unterzogen die Experten 17 Rauchwarnmelder mit Lithiumbatterien einem umfassenden Praxistest. Im Archiv können Sie zusätzlich noch die Testergebnisse von 20 weiteren Exemplaren aus früheren Tests einsehen. Neben Einzelgeräten kamen auch vernetzbare Modelle zum Einsatz.

Bester Standard-Rauchmelder im aktuellen Praxistest war ein Produkt von Brennenstuhl. Neben klassischer Rauchmelder-Befestigung überzeugten im Test auch spezielle Varianten wie Minigeräte oder Smart-Home-Spezialisten. Von den 17 getesteten Kandidaten erzielten immerhin 4 Warnmelder ein gutes Ergebnis, die meisten anderen Modelle bewerteten die Testexperten mit der Note befriedigend.

Lediglich ein Funkmelder sowie ein smarter Melder überzeugten nicht und fielen daher bei den Testern durch. Der Funkmelder galt als mangelhaft, da er bei dichtem Rauch erst sehr spät Alarm schlug. In der Kategorie der Standardmodelle teilten sich die 4 mit gut bewerteten Modelle den ersten Platz.

Was kosten Gasmelder?

Einfache Ausführungen ohne Display sind in der Regel relativ günstig, für besser ausgestattete Modelle müssen Sie meist etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Preise variieren je nach Ausstattung, Hersteller und Modell, beim Kauf spielen daher Ihre eigenen Anforderungen eine wesentliche Rolle.

Günstige Modelle: Bis 25 Euro

Im unteren Preissegment gibt es gute Kohlenmonoxidmelder und Gasmelder, die Sie zuverlässig mit lautem Alarmsignal warnen, wenn sie eine bestimmte Gaskonzentration in der Raumluft feststellen. Auch viele Camping-Gasmelder im kompakten Design sind in diesem Bereich angesiedelt. Viele Geräte sind neben dem Alarmton mit zusätzlichen Lichtsignalen ausgestattet, Displays sind nur vereinzelt erhältlich.

Mittlerer Preisbereich: 25 bis 80 Euro

Zu Preisen von bis zu 80 Euro finden Sie hochwertige Warnmelder mit langer Lebensdauer, die häufig mit einem zusätzlichen Display ausgestattet sind. Dies ermöglicht Ihnen die Kontrolle der gemessenen Werte. Auch Kombimodelle oder preisgünstige Mehrpacks sind in diesem Preisbereich angesiedelt. Letztere bieten Ihnen eine gute Kostenersparnis, da Sie mit einem Kauf mehrere Exemplare erwerben und unterschiedliche Räume mit Gasmeldern ausstatten können.

Premiumbereich: Ab 80 Euro und mehr

Besonders anspruchsvolle Verbraucher finden im oberen Preisbereich hochwertige Warnmelder mit umfangreicher Ausstattung. Erhältlich sind beispielsweise Modelle, die für spezielle Gase wie Radon konzipiert sind und zusätzlich über weitere Funktionen wie Feuchtigkeits-, Temperatur- und/oder Luftdrucksensoren verfügen. Neben professionellen Stationärgeräten für größere Unternehmen gibt es hier auch mobile Profiwarnmelder.

Wie lautet das Fazit für Gasmelder?

Schützen Sie sich vor den unsichtbaren Gefahren eines Gaslecks und installieren Sie einen zuverlässigen und langlebigen Gasmelder. Beachten Sie beim Kauf die folgenden Faktoren:

  • Günstige Modelle gibt es bereits für weniger als 25 Euro und für Geräte im mittleren Preissegment sind Preise bis etwa 80 Euro üblich
  • Im oberen Preissegment bis 180 Euro oder mehr sind spezielle Gasmelder mit umfangreicher Ausstattung sowie Profigeräte angesiedelt
  • Achten Sie beim Kauf auf die jeweilige Gasart, meist sind Gaswarnmelder auf Erdgas, Propan, Butan oder Kohlenmonoxid ausgelegt
  • Bei Nutzung einer Gasheizung ist die Anschaffung eines Erdgas-Warnmelders empfehlenswert

Sehen Sie sich jetzt die vielfältige Auswahl mit unterschiedlichen Modellen an und finden Sie den passenden Gasmelder für Ihre Ansprüche. Für mehr Sicherheit in Ihrem Zuhause.