Die perfekte Bremsflüssigkeit zu finden ist kein Kinderspiel. Bewertung von bekannten Testinstanzen können weiterhelfen. Jedoch liegen noch keine Testergebnisse zu Bremsflüssigkeiten von Stiftung Warentest vor.
Eine geeignete Bremsflüssigkeit zu finden, ist um einiges aufwendiger als beispielsweise einen Felgenreiniger oder andere Fahrzeugutensilien zu kaufen. Zuerst sollten Sie herausfinden, welche DOT-Klasse ihr Auto benötigt. In Europa sind DOT 3 und 4 die gängigsten Klassen. Halten Sie sich beim Kauf strikt an die Angaben Ihres Herstellers.
- DOT 3: Diese Bremsflüssigkeiten dürfen nicht mit anderen Sorten vermischt werden. Meist sind sie in älteren Automodellen vertreten
- DOT 4: Für moderne Autos und einen höheren Siedewert. Einige Hersteller bieten für Autos mit elektronischen Bremssystemen Produkte auf dieser Basis, mit einer geringeren Viskosität an. Sie finden diese Produkte mit dem Begriff „Pro“, „Plus“ oder „HP“ im Namen
- DOT 5: Auf dem amerikanischen Markt ist diese Klasse beliebt. Es ist eine Flüssigkeit auf Silikonbasis
- DOT 5.1: Nicht zu vergleichen mit der vorherigen Klasse. Sie wird auf mineralischer Basis hergestellt. Vorteil an dieser Klasse ist, dass der Siedepunkt nur minimal sinkt. Dies ist der Fall, da sich diese Art der Flüssigkeit optimal mit Wasser verbinden kann. Außerdem kann sie mit Klasse 3 und 4 vermischt werden
Das Nachfüllen neuer Bremsflüssigkeit ist demnach kein Problem, wenn Sie wissen, welches Produkt sich für Ihr Fahrzeug eignet. Selbstverständlich ist es immer gut zu kontrollieren, welche Flüssigkeit sich aktuell darin befindet.
Wie oft Bremsflüssigkeit gewechselt werden muss, hängt zum einen vom Wassergehalt ab. Beträgt dieser 3,5 %, ist ein Wechsel notwendig, denn damit ist der Nasssiedepunkt erreicht. Sie sollten den Wert mindestens einmal im Jahr in einer Werkstatt überprüfen lassen. Zum anderen steht das Intervall des Bremsflüssigkeitswechsels in der Regel auch im Handbuch des Fahrzeugs – alle 2 Jahre ist die gängige Praxis.
Das Austauschen der Bremsflüssigkeit sollten Sie jedoch ausschließlich Profis überlassen. Um zu prüfen, wann Sie Ihr Fahrzeug in die Werkstatt (zum Beispiel ATU oder ATE) bringen sollten, eignet sich ein KFZ-Diagnosegerät. Nicht selten muss nach dem Auffüllen die Bremsanlage entlüftet werden. Wenn etwas von der Flüssigkeit in den Motorraum gelangt ist, muss dieser gründlich gesäubert werden. Bremsflüssigkeit wirkt korrosiv. Außerdem ist sie außerordentlich gesundheitsschädigend. Nach dem Öffnen darf sie nicht aufbewahrt werden. Die Gefahr, dass sich Wasser angesammelt hat, ist zu groß. Reste können Sie auf einem Werkhof in Ihrer Nähe entsorgen.