Ratgeberübersicht
  1. Was deckt die Arbeitsrechtsschutzversicherung ab?
  2. Was zahlt die Rechtsschutzversicherung nicht?
  3. Was kostet eine Arbeitsrechtsschutzversicherung?
  4. Welche Unterschiede gibt es im Vergleich der Arbeitsrechtsschutzversicherungen?
  5. Weitere Antworten und Fragen von Kunden, die nach Arbeitsrechtsschutzversicherung-Tests bzw. Vergleichen suchen
  • Der Versicherungsschutz einer Arbeitsrechtsschutzversicherung deckt entstehende Kosten im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ab.
  • Die besten Arbeitsrechtsschutzversicherungen bieten einen breiten Schutz auch im Strafrecht und beinhalten keine oder nur eine geringe Wartezeit.
  • Günstige Arbeitsrechtsschutzversicherungen gibt es bereits für wenige Euro im Monat. Jedoch können die Preise je nach Leistung und Person variieren.

Arbeitsrechtsschutzversicherung-Test: Auf einem Tisch stehen ein Richterhammer, eine Waage und ein Schild.

Der Arbeitsplatz ist für viele Menschen nicht nur eine Quelle des Einkommens, sondern auch ein Ort, an dem sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Doch was passiert, wenn sich in diesem Umfeld Konflikte entwickeln?

Vielleicht gibt es Unstimmigkeiten mit dem Chef, Missverständnisse im Team oder plötzlich steht eine unerwartete Kündigung im Raum. In solchen Momenten wünschen sich viele Arbeitnehmer Sicherheit und Unterstützung – genau hier kann eine Rechtsschutzversicherung für die Arbeit eine wertvolle Absicherung bieten.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Leistungen eine Arbeitsrechtsschutzversicherung abdeckt und wo ihre Grenzen liegen. Außerdem geben wir einen Überblick über die Kosten, die Unterschiede zwischen den Tarifen und Anbietern sowie mögliche Alternativen.

1. Was deckt die Arbeitsrechtsschutzversicherung ab?

Eine Arbeitsrechtsschutzversicherung schützt Sie vor den finanziellen Risiken, die durch Rechtsstreitigkeiten im Arbeitsumfeld entstehen können. Die besten Arbeitsrechtsschutzversicherungen bieten dabei einen breiten Schutz für verschiedenste Situationen.

So sind beispielsweise nicht nur Kündigungsschutzklagen, sondern auch die Kosten anderer Konflikte abgedeckt. Unter anderem werden durch den Arbeitsrechtsschutz sowohl die Anwaltskosten als auch mögliche Gerichtskosten übernommen.

Einen Überblick über die gängigen Leistungen einer Arbeitsrechtsschutzversicherung listen wir Ihnen nachfolgend auf:

Beispiele für Einsatzbereiche Erläuterungen
Kündigung
  • rechtliche Unterstützung bei einer ungerechtfertigten Kündigung durch den Arbeitgeber
  • Hilfe bei der Durchsetzung von Kündigungsschutzklagen
Abmahnungen
  • rechtlicher Beistand bei der Anfechtung ungerechtfertigter Abmahnungen
  • Unterstützung bei der Entfernung von Abmahnungen aus der Personalakte
Gehalt und Lohn
  • Hilfe bei Streitigkeiten um ausstehende Gehalts- oder Lohnzahlungen
  • Unterstützung bei der Durchsetzung von Überstundenvergütungen
Arbeitszeugnis
  • rechtliche Beratung bei fehlerhaften oder negativen Arbeitszeugnissen
  • Hilfe bei der Durchsetzung eines Anspruchs auf ein wohlwollendes Zeugnis
Mobbing und Diskriminierung
  • rechtlicher Schutz bei Mobbing durch Vorgesetzte oder Kollegen
  • Unterstützung bei Diskriminierungsfällen, etwa wegen Geschlecht, Religion oder Herkunft

Bekannte Anbieter von Arbeitsrechtsschutzversicherungen sind etwa Ergo, Arag oder BavariaDirekt.

2. Was zahlt die Rechtsschutzversicherung nicht?

Eine Rechtsschutzversicherung für die Arbeit übernimmt viele Kosten, jedoch gibt es bestimmte Fälle, in denen sie nicht zahlt. Dazu gehören zum Beispiel Streitigkeiten, die bereits vor dem Vertragsabschluss oder dem Inkrafttreten des Versicherungsschutzes entstanden sind.

Zudem schließen viele Tarife vorsätzlich begangene Straftaten wie unter anderem Betrug oder Körperverletzung aus. Laut diversen Tests von Arbeitsrechtsschutzversicherungen gibt es hierfür jedoch teilweise einen optionalen erweiterten Strafrechtsschutz, den Sie bei einigen Tarifen zusätzlich abschließen können.

Auch Geldstrafen, Bußgelder und andere Strafen sind nicht durch die Versicherung abgedeckt und müssen aus eigener Tasche gezahlt werden. Gleiches gilt für Klagen ohne Aussicht auf Erfolg oder reine Schikaneprozesse.

Test unterschiedlicher Arbeitsrechtsschutzversicherungen: Zwei Männer mit Hemden gehen aufeinander los.

Kommt es bei der Arbeit zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Kollegen, ist dies nicht durch eine Arbeitsrechtsschutzversicherung abgedeckt.

3. Was kostet eine Arbeitsrechtsschutzversicherung?

Individuelle Kosten berechnen

Mithilfe unseres Vergleichsrechners können Sie sich Ihre individuellen Kosten direkt anzeigen lassen. Nur wenige Angaben genügen und Sie können verschiedene Tarife direkt miteinander vergleichen.

Die Kosten für eine Arbeitsrechtsschutzversicherung variieren je nach Anbieter, Leistungsumfang und individuellen Faktoren wie dem Familienstand und der Höhe der Selbstbeteiligung. Ebenso beeinflusst die gewählte Zahlweise die Kosten der jeweiligen Arbeitsrechtsschutzversicherung. Zahlen Sie die Versicherung jährlich, ist dies meist um einiges günstiger als eine monatliche Zahlungsweise.

Für unverheiratete Arbeitnehmer beginnen die Beiträge für eine günstige Arbeitsrechtsschutzversicherung bei rund 6 bis 7 Euro pro Monat. Je nach gewähltem Tarif und zusätzlichen Leistungen können die Beiträge jedoch auch höher ausfallen und zwischen 15 und 30 Euro pro Monat betragen.

Arbeitsrechtsschutzversicherungen getestet: Ein Mann sitzt an einem Tisch und unterschreibt ein Dokument.

Es ist wichtig zu beachten, dass ein Arbeitsrechtsschutz in der Regel nur in Verbindung mit einer Privatrechtsschutzversicherung abgeschlossen werden kann.

4. Welche Unterschiede gibt es im Vergleich der Arbeitsrechtsschutzversicherungen?

Betrachten Sie verschiedene Arbeitsrechtsschutzversicherungen im Vergleich, gibt es neben dem Preis weitere Unterschiede unter anderem bei der Selbstbeteiligung. Aber auch bei der Wartezeit oder der Höhe der maximalen Versicherungssumme kann es Differenzen geben.

4.1. Achten Sie beim Abschluss einer Arbeitsrechtsschutzversicherung auf die Wartezeit

In der Regel greift eine Arbeitsrechtsschutzversicherung nicht sofort, sondern erst nach einer Wartezeit von für gewöhnlich drei Monaten. Dies bedeutet, dass Sie die Leistungen nach Abschluss der Arbeitsrechtsschutzversicherung nicht sofort in Anspruch nehmen können. Beginnt die Streitigkeit innerhalb der Wartezeit, ist diese nicht abgedeckt.

Eine Arbeitsrechtsschutzversicherung ohne Wartezeit gibt es hingegen selten. Möchten Sie dennoch eine Arbeitsrechtsschutzversicherung, die ab sofort greift, ist dies in der Regel nur mit einer Vorversicherung möglich.

Arbeitsrechtsschutzversicherung-Test: Auf einem Stück Papier steht das Wort Wartezeiten.

Besteht bereits eine Versicherung und Sie möchten diese wechseln, sind viele Arbeitsrechtsschutzversicherungen ohne Wartezeit erhältlich und greifen direkt.

4.2. Die Höhe der Selbstbeteiligung kann oft frei gewählt werden

Wie auch bei anderen Versicherungen gibt es beim Arbeitsrechtsschutz oft eine gewisse Selbstbeteiligung, die Sie selbst tragen müssen. Bei einer guten Arbeitsrechtsschutzversicherung können Sie die Höhe der Selbstbeteiligung selbst wählen.

Je nach Anbieter stehen Ihnen oftmals verschiedene Beträge zur Auswahl. Gängig sind 150, 250, 300, 400 und 500 Euro. Ebenso gibt es verschiedene Tarife ohne Selbstbeteiligung, welche jedoch einen höheren Monatsbeitrag haben.

4.3. Je nach Tarif ist die maximale Versicherungssumme begrenzt

Viele Versicherungen begrenzen Ihre Leistungen in den Vertragsbedingungen. Die maximale Versicherungssumme gibt Ihnen an, welchen Höchstsatz die jeweilige Versicherung im Leistungsfall bezahlt.

Während bei einigen Anbietern die maximale Summe unbegrenzt ist, ist diese bei anderen Tarifen beispielsweise auf maximal 300.000 Euro festgelegt. Gängige Beträge sind unter anderem auch 1 Million oder 3 Millionen Euro.

Arbeitsrechtsschutzversicherungen im Test: Ein Richter sitzt mit seinem Hammer in der Hand am Richtertisch.

Zwar können die Anwalts- und Gerichtskosten bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten sehr hoch sein, dass sie die maximale Versicherungssumme erreichen, ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

4.4. Die wichtigsten Kriterien, die bei der Wahl einer Arbeitsrechtsschutzversicherung eine Rolle spielen

Bei der Wahl einer Arbeitsrechtsschutzversicherung gibt es verschiedene Faktoren, die den Leistungsumfang und die Kosten beeinflussen. Neben der Höhe der Selbstbeteiligung, der Wartezeit und der maximalen Versicherungssumme spielen auch der Geltungsbereich und mögliche Zusatzleistungen eine Rolle.

Die folgende Übersicht fasst Ihnen die wichtigsten Kriterien zusammen, die bei einem Vergleich helfen:

Vergleichskriterium Beschreibung
Selbstbeteiligung Höhe des Eigenanteils pro Fall (z. B. 150 €, 300 € oder 500 €)
Wartezeit Zeitraum zwischen Vertragsabschluss und Leistungsbeginn (oft 3 Monate)
Maximale Versicherungssumme Höchstbetrag, den die Versicherung im Schadensfall übernimmt (z. B. 300.000 €, 1 Mio. € oder unbegrenzt)
Geltungsbereich Schutz nur für nationale Fälle oder auch für internationale Arbeitsverträge
Zusatzleistungen Optionaler Schutz für Strafrecht, Sozialrecht oder Mediation
Kombinationsmöglichkeiten Oft nur mit Privatrechtsschutz abschließbar

5. Weitere Antworten und Fragen von Kunden, die nach Arbeitsrechtsschutzversicherung-Tests bzw. Vergleichen suchen

Ob sich eine Arbeitsrechtsschutzversicherung lohnt und was für Selbstständige gilt, erfahren Sie im letzten Abschnitt unserer Kaufberatung. Darin beantworten wir Ihnen die häufigsten Fragen rund um das Thema.

5.1. Lohnt sich eine Arbeitsrechtsschutzversicherung?

Eine Arbeitsrechtsschutzversicherung bietet für Arbeitnehmer eine wertvolle Absicherung, da arbeitsrechtliche Streitigkeiten häufig mit hohen Kosten verbunden sind. Ein zentraler Vorteil ist laut diversen Tests, dass die Arbeitsrechtsschutzversicherung anfallende Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten übernimmt, die bei Konflikten mit dem Arbeitgeber entstehen können.

Was für und gegen eine Arbeitsrechtsschutzversicherung spricht, fassen wir Ihnen hier zusammen:

    Vorteile
  • bietet Schutz vor hohen Prozesskosten im Arbeitsrecht
  • übernimmt Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten
  • hilft bei Kündigungsschutzklagen und Abfindungsverhandlungen
  • bietet Unterstützung bei Streitigkeiten um Gehalt, Abmahnungen oder Arbeitszeugnisse
  • schafft Sicherheit in unsicheren Arbeitsverhältnissen
    Nachteile
  • ist oft nur in Kombination mit einer Privatrechtsschutzversicherung erhältlich
  • Beiträge können je nach Tarif und Leistungsumfang hoch ausfallen
  • deckt keine Streitigkeiten vor Vertragsbeginn oder während der Wartezeit
  • nicht immer notwendig bei sicheren und stabilen Arbeitsverhältnissen
  • kann im Vergleich zu den tatsächlichen Risiken unnötige Kosten verursachen

Hinweis: Im Arbeitsrecht trägt jede Partei, unabhängig vom Ausgang des Prozesses, die eigenen Kosten. Dementsprechend gilt es selbst bei einem positiven Verlauf die eigenen Anwaltskosten selbst zu begleichen.

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5.2. Gilt eine Arbeitsrechtsschutzversicherung auch für Selbstständige?

Eine Rechtsschutzversicherung für den Beruf greift bei verschiedensten Situationen im Arbeitsumfeld. Für gewöhnlich gilt die Rechtsschutzversicherung insbesondere für Arbeitnehmer, die sich in Streitigkeiten mit Ihrem Arbeitgeber befinden. Sei es wegen einer Kündigung, Abmahnung oder anderen Streitigkeiten.

Aber auch selbstständig tätige Menschen können eine entsprechende Rechtsschutzversicherung abschließen. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um einen klassischen Arbeitsrechtsschutz, sondern eine sogenannte Berufsrechtsschutzversicherung. Typischerweise darin abgedeckt sind folgende Bereiche:

  • Streitigkeiten mit Auftraggebern oder Geschäftspartnern (z. B. bei Vertragsbrüchen oder Minderleistung)
  • Konflikte im Bereich des Steuerrechts oder Sozialversicherungsrechts
  • Auseinandersetzungen um Honorare oder Forderungsausfälle

Tipp: In unserem Rechner können Sie angeben, ob Sie Arbeitnehmer oder selbstständig sind und sich so für Sie passende Tarife anzeigen lassen.

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5.3. Lässt sich eine Arbeitsrechtsschutzversicherung rückwirkend abschließen?

Eine Arbeitsrechtsschutzversicherung kann laut diversen Tests nicht rückwirkend abgeschlossen werden. Zu berücksichtigen gilt es zudem die vertragliche Wartezeit, die gilt, bis der jeweilige Versicherungsschutz greift.

Nicht versichert sind sowohl Streitigkeiten, die vor dem Vertragsbeginn bestehen, sowie Fälle, die innerhalb der Wartezeit entstehen. Dies soll verhindern, dass Versicherungen erst dann abgeschlossen werden, wenn ein rechtliches Problem bereits absehbar oder eingetreten ist.

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5.4. Sind die Kosten einer Arbeitsrechtsschutzversicherung steuerlich absetzbar?

Die Beiträge zu einer Arbeitsrechtsschutzversicherung können Sie steuerlich geltend machen. Sie können die Beiträge zur Arbeitsrechtsschutzversicherung in Ihrer Steuererklärung direkt als Werbungskosten angeben und absetzen. Selbstständige können die Versicherungskosten ebenfalls absetzen. In diesem Fall zählen die Beiträge als Betriebsausgaben.

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5.5. Welche Alternativen gibt es zu einer Arbeitsrechtsschutzversicherung?

Neben reinen Arbeitsrechtsschutzversicherungen gibt es weitere Möglichkeiten, wie Sie sich im arbeitsrechtlichen Umfeld absichern können. Beispielsweise bieten Gewerkschaften und Berufsverbände oft eine kostenlose oder vergünstigte Rechtsberatung sowie eine Prozesskostenübernahme in arbeitsrechtlichen Streitfällen an.

Zudem stellen einige Arbeitgeber ihren Mitarbeitern internen oder externen Rechtsbeistand zur Verfügung. Dieser hilft jedoch nicht bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber selbst, wie zum Beispiel bei einer Kündigung.

Tipp: Personen mit geringem Einkommen können staatliche Prozesskostenhilfe beantragen, wenn eine Klage Aussicht auf Erfolg hat. Wird diese bewilligt, übernimmt der Staat die entstehenden Prozesskosten.

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