Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Westerngitarren?
  2. Was für unterschiedliche Westerngitarren gibt es?
  3. Welche Westerngitarre passt zu mir?
  4. Welche Westerngitarren sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Westerngitarren?
  6. Wie lautet das Fazit für Westerngitarren?

Ob leise Gitarrenmusik am Lagerfeuer oder die akustische Interpretation bekannter Rocksongs, die Westerngitarre zeigt bei vielen Gelegenheiten ihre Vielseitigkeit. Der wunderbare Klang dieses Saiteninstruments begeistert gleichermaßen Anfänger und Profis. Sie eignet sich klassischerweise für Musikrichtungen wie Folk oder Blues, ist jedoch ebenfalls für rockige Musikstücke passend.

Eine hochwertige Gitarre sollte gut verarbeitet sein und die richtige Größe aufweisen. Wesentliche Unterschiede gibt es zwischen elektroakustischer und akustischer Gitarre. Zudem sind unterschiedliche Bauformen auf dem Markt, dazu zählen beispielsweise Dreadnought, Jumbo, Roundback oder Auditorium. Achten Sie beim Kauf auf wichtige Auswahlkriterien: Korpus, Saitenanzahl, Material (Decke, Boden, Zargen, Griffbrett etc.), Händigkeit und evtl. auf den Tonabnehmer.

Westerngitarre getestet: Nahaufnahme von Schallloch und Steg.

Westerngitarren besitzen stabile Stahlsaiten. Diese Gitarre von Takamine ist mit zwölf Saiten versehen.

Wie erkenne ich gute Westerngitarren?

Die Westerngitarre ist ebenso wie die Konzertgitarre eine akustische Gitarre. Im Gegensatz zur E-Gitarre erfolgt die Tonerzeugung auf rein mechanischem Weg. Beim Kauf eines passenden Instruments sind bestimmte Merkmale relevant.

Korpus: 1/2, 3/4 oder 4/4, Jumbo, Cutaway und mehr

Der Korpus ist der Körper des Instruments und besteht aus Boden (Rückseite), Zargen (seitliche Rundungen) und Decke. Letztere weist ein charakteristisches Schallloch (Cutaway) auf. In der Regel besteht der Korpus aus hartem Holz, große Unterschiede gibt es hinsichtlich der Größen und Korpusformen.

Saitenanzahl: 6 Saiten und weitere Varianten

Die meisten Westerngitarren sind mit 6 Gitarrensaiten ausgestattet. Es sind allerdings auch 7-, 8- oder 12-saitige Exemplare erhältlich. Westerngitarren verfügen über Stahlsaiten, während bei den Konzertgitarren meistens Nylonsaiten zu finden sind. Letztere lassen sich von Anfängern leichter spielen, da Nylonsaiten die empfindlichen Fingerkuppen weniger beanspruchen als Stahlsaiten.

Was heißt eigentlich Mensur?

Vereinfacht erklärt, bezeichnet der Begriff Mensur die Länge der beim Anschlag frei schwingenden Saiten. Die Mensur ist entscheidend für die Gitarrengröße sowie die Saitenlage und variiert daher je nach Instrument. Bei einer 4/4-Gitarre liegt sie bei etwa 63 bis 65 cm.

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Decken-Material: Fichte, Mahagoni & Co.

Art und Qualität des verwendeten Materials spielen dabei eine große Rolle. Typisch sind folgende Hölzer:

  • Fichte
  • Red Cedar (Zeder)
  • Ahorn
  • Mahagoni
  • Palisander

Bei günstigen Modellen kann der Korpus häufig auch aus Sperrholz bestehen.

Griffbrett, Hals, Boden und Zarge: Ebenholz, Ahorn, und mehr

Ebenso wie die Decke können auch Griffbrett, Hals, Boden und Zarge aus unterschiedlichen Hölzern gefertigt sein. Typisch sind beispielsweise Ebenholz, Ahorn, Mahagoni, Palisander oder Zeder.

Händigkeit: Rechts- oder Linkshänder

Die meisten Gitarren sind für Rechtshänder konzipiert. Linkshänder finden eine deutlich geringere Auswahl mit passender Saitenlage, dennoch sind bei Thomann & Co. Linkshänder-Modelle von Herstellern wie Fender, Ibanez, Sigma, Takamine oder Yamaha erhältlich.

Ausstattung: mit Tonabnehmer oder ohne

Westerngitarren gibt es mit oder ohne Tonabnehmer. Wenn Sie auch auf der Bühne spielen und einen Verstärker nutzen, sollten Sie ein Exemplar mit integriertem Tonabnehmer wählen. Die Hersteller bieten diese Modelle auch unter der Bezeichnung elektroakustische Gitarren an.

Hinweis: Das ist die Standard-Stimmung

Beim Stimmen stellen Sie das Instrument auf die passende Tonhöhe ein. Als Standard-Stimmung gilt E – A – D – G – H – E. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden (mit Flageolett, 5.-Bund-Methode etc.)

Was für unterschiedliche Westerngitarren gibt es?

Von bekannten Herstellern wie Ibanez, Fender, Yamaha oder Takamine sind akustische und elektroakustische Westerngitarren erhältlich. Zudem unterscheiden sich die Bauformen. Zu den wichtigsten Varianten zählen Dreadnought, Jumbo und Roundback.

Im Test: An einer Wand hängt eine Westerngitarre.

Westerngitarren von Takamine und anderen Herstellern besitzen eine klassische Bauform, die auf das 19. Jahrhundert zurückgeht.

Akustische Westerngitarren für Akustikfans

Bei diesen Instrumenten handelt es sich um reine Akustikgitarren, die sich nicht an einen Verstärker anschließen lassen.

    Vorteile
  • Satter Klang
  • Teilweise Tonabnehmer nachrüstbar
    Nachteile
  • Ohne Tonabnehmer nicht an Verstärker anschließbar
  • Nicht für die Bühne geeignet

Elektroakustische Westerngitarren: ideal für die Bühne

Diese Modelle lassen sich an Verstärker anschließen und sind daher empfehlenswert für Bühnen-Gitarristen.

    Vorteile
  • An Verstärker anschließbar
  • Integrierter Vorverstärker ist meist mit diversen Effekten ausgestattet
    Nachteile
  • Kein Ersatz für die E-Gitarre
  • Höherer Kaufpreis

Dreadnought-Gitarren für Folk- und Blues-Musiker

Typische Vertreter dieser Variante sind die seit 1916 erhältlichen Exemplare des Gitarrenherstellers Martin, auch von Herstellern wie Takamine oder Fender sind Modelle erhältlich.

    Vorteile
  • Durchsetzungsstarker Klang
  • Druckvoller Bass
    Nachteile
  • Großer Korpus
  • Sitzt beim Spielen eher hoch, für Einsteiger gewöhnungsbedürftig

Jumbo-Gitarren für größere Gitarristen

Die voluminösen und stark abgerundeten Jumbo-Gitarren begeisterten bereits bekannte Musiker wie Rick Nelson oder Bob Dylan.

    Vorteile
  • Großes Klangvolumen
  • Bassbetonter Klang
  • Ideal für größere Menschen
    Nachteile
  • Meist zu groß für kleine Menschen

Roundback-Gitarren: Gut geeignet für Einsteiger

Namensgebend ist die abgerundete Korpus-Rückseite (Roundback).

    Vorteile
  • Klein und schmal: meist leicht spielbar
  • Für Einsteiger geeignet
    Nachteile
  • Ohne Verstärker leiser als größere Bauformen

Welche Westerngitarre passt zu mir?

Von Anbietern wie Höfner, Fame, Stagg oder Epiphone gibt es kleine und große Instrumente für Einsteiger und fortgeschrittene Gitarristen zu kaufen. Für welche Größen oder Varianten Sie sich entscheiden, hängt von Ihrer Erfahrung sowie von weiteren Faktoren ab.

Hinweis: Das Design heutiger Gitarren ist ca. 200 Jahre alt

Gitarrenbauer in Europa und Amerika haben Western- und Konzertgitarre zu unterschiedlichen Zeiten entwickelt. Die heute bekannten Formen gehen überwiegend auf Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert zurück.

Kleine Gitarren für Kinder

Wenn sich Ihr Nachwuchs für das Gitarrenspiel begeistert, kann eine 4/4-Variante für Erwachsene meist zu groß sein. Ist Ihr Kind eher klein, greifen Sie daher besser zu einer kleineren Gitarre. Für etwa 115 bis 134 cm ist eine 1/2-Westerngitarre empfehlenswert, bei einer Größe von rund 130 bis 155 cm greifen Sie besser zu einer 3/4-Variante.

12-saitige Instrumente für Fortgeschrittene

Sie suchen ein Instrument, mit dem sich eine möglichst große Klangfülle erzeugen lässt? Dann empfiehlt sich die 12-saitige Variante. Charakteristisch ist der sehr dichte und obertonreiche Klangbereich. Jeweils 2 Saiten liegen nahe beieinander, Sie greifen diese daher gleichzeitig. Tonumfang und Stimmung sind jedoch mit den 6-saitigen Exemplaren identisch. Für Einsteiger sind 12-saitige Instrumente nicht zu empfehlen, da sie aufgrund der gedoppelten Saiten schwerer zu spielen sind.

Tipp: Für breite Hälse eignen sich größere Kadopaster

Herkömmliche Kapodaster sind für den breiteren Hals der 12-saitigen Gitarre meist nicht ideal. Greifen Sie besser zu einem größeren Kapodaster, der sich speziell für diese Gitarrenvariante eignet.

Dreadnought-Gitarre für Allrounder

Die Dreadnought ist sehr beliebt und eignet sich gleichermaßen für Einsteiger und Fortgeschrittene. Der große Korpus ist für Anfänger zwar etwas gewöhnungsbedürftig, sie gewöhnen sich jedoch meist schnell an diese Form. Begeisterung rufen insbesondere die eindrucksvollen Bässe hervor, daher kommt dieses Modell häufig bei unterschiedlichen Musikstilen wie Blues, Folk oder Bluegrass zum Einsatz.

So wählen Sie die richtigen Saiten für Ihren Geschmack

Wenn Sie die Saiten wechseln und einen warmen Klang bevorzugen, sollten Sie auf Silk-Saiten achten. Vereinzelt sind auch Saiten aus Bronze erhältlich, die einen sehr hellen und eher metallischen Klang erzeugen. Weicher und seidiger klingen Gitarrensaiten aus Phosphor-Bronze. Wie Sie die Saiten wechseln, erklärt ein Ratgeber von Thomann.

Welche Westerngitarren sind laut Tests am besten?

Gitarrenbauer und Hersteller wie Stagg oder Fender bieten unterschiedliche Modelle an. Bei der Suche nach einem empfehlenswerten Produkt achten viele Verbraucher auf einschlägige Testergebnisse von Stiftung Warentest und ÖKO-TEST. Leider haben sich diese beiden Testinstitute bisher noch nicht mit Westerngitarren Tests befasst, dies gilt auch für andere Saiteninstrumente wie Ukulele oder E-Gitarre. Alternativ lohnt sich daher ein Blick auf die Tests einschlägiger Fachmagazine.

Die Larrivée Nashville im Test

Im Test des Magazins Gitarre & Bass zeigte dieses Instrument des kanadischen Gitarrenherstellers eine gute Verarbeitung und satten Klang. Überzeugend waren insbesondere die sehr vollen Bässe sowie die angenehm klaren Höhen. Die Tester beschrieben sie als gut spielbar. Zum günstigeren Preis verweist dieses Modell auf die Charakteristik höherwertiger Modelle, übernimmt die Hauptmerkmale jedoch nur in abgespeckter Form. Dies betrifft in erster Linie das gewählte Holz.

Test der Ortega-Linkshänder-Gitarren

Von Ortega gibt es ein vielseitiges Linkshänder-Programm, dem die Tester von Gitarre & Bass einen eigenen Test widmeten. Die Bandbreite reicht von der Ukulele über Kinder- und Jugendgitarren bis zu speziellen Varianten wie Akustikbass oder Mandoline.

Für den Test konzentrierten sich die Experten auf 2 Gitarren aus unterschiedlichen Preisklassen. Neben dem günstigeren Vertreter aus der Modellreihe Performer Series konzentrierten sich die Tester auch auf einen hochpreisigen Edelbass. Die getestete Westerngitarre überzeugte mit edler Optik, schönen Holz-Einlagen und komfortabler Bespielbarkeit. Lediglich der im unteren Bereich des Halsfußes platzierte Gurtknopf schränkt die Bewegung etwas ein. Das Instrument ist zwar etwas leiser als klassische Gitarren, dafür ist es im Live-Betrieb weniger feedbackanfällig.

Detailaufnahme von Gitarrenkopf und Hals einer getesteten Westerngitarre.

Im Vergleich stellt sich heraus, dass Westerngitarren von Takamine und anderen Herstellern weniger für Anfänger geeignet sind, wenn sie zwölf Saiten besitzen.

Was kosten Westerngitarren?

Ehe Sie sich für ein Modell von Gibson, Harley-Benton, Cort, Taylor oder Martin entscheiden, lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Preiskategorien. Nicht immer ist das teuerste Instrument automatisch auch die beste Wahl. Letztendlich ist entscheidend, welche Erwartungen Sie an das Produkt stellen. Grundsätzlich finden sich in jedem Preisbereich empfehlenswerte Instrumente mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Abhängig von Faktoren wie Budget und Erfahrung kommen daher unterschiedliche Exemplare von Cort, Taylor, Sigma & Co. in Betracht.

Preisgünstige Einsteigermodelle: Ab ca. 50 Euro

Wenn Sie noch am Anfang stehen, sollten Sie sich zunächst nach einem preisgünstigen Modell umsehen. So stellen Sie sicher, dass Sie keine allzu große Summe in den Kauf investiert haben, falls Ihnen das Gitarrenspiel doch nicht zusagt. Im unteren Preissegment gibt es einfach ausgestattete Gitarren von Herstellern wie Martin oder Harley-Benton. Tonabnehmer oder teures Holz können Sie zwar in der Regel eher bei Instrumenten der höheren Preisgruppen erwarten, für Einsteiger sind diese Gitarren jedoch empfehlenswert.

Mittlerer Preisbereich: 200 bis 1.000 Euro

Wenn Sie bereits über etwas mehr Geschicklichkeit verfügen, ist die mittlere Preiskategorie eine gute Wahl. Hier sind Gitarren von Herstellern wie Fender, Höfner, Fame oder Epiphone zu finden. Bei diesen Produkten können Sie von einer besseren Produktqualität und hochwertiger Verarbeitung ausgehen. Zur Ausstattung gehören meist auch Tonabnehmer, teilweise sind auch passende Gitarrenkoffer erhältlich.

Exklusive Westerngitarren: Ab 1.000 Euro

Profis greifen in der Regel zu den Premiumexemplaren von Gibson, Takamine oder anderen bekannten Gitarrenbauern. Charakteristisch sind hochwertige Verarbeitung, exzellenter Klang und edle Materialien. Auch eine großzügige Ausstattung ist charakteristisch für die Modelle der Oberklasse, teilweise gehört auch ein hochwertiger Gitarrenkoffer zum Lieferumfang.

Wie lautet das Fazit für Westerngitarren?

Die Westerngitarre ist ein vielseitiges Musikinstrument mit schönem Klang. In dieser Produktkategorie sind unterschiedliche Modelle für Einsteiger und Fortgeschrittene zu finden. Die Entscheidung für 1/2, 3/4 oder 4/4 steht in direktem Zusammenhang mit der Körpergröße des Musikers. Die meisten Westerngitarren besitzen 6 Gitarrensaiten, es gibt allerdings auch Modelle mit bis zu 12 Saiten. Dieser Kaufratgeber gibt Ihnen wichtige Informationen für den Kauf des passenden Instruments an die Hand. Achten Sie auch auf diese Punkte:

  • Einsteigermodelle gibt es bereits ab etwa 50 Euro, die Mittelklasse beginnt bei ca. 200 Euro und für Premiumprodukte zahlen Sie mindestens 1.000 Euro
  • Westerngitarren sind überwiegend mit Stahlsaiten ausgestattet
  • Für Einsteiger ist meist ein Produkt aus dem unteren Preisbereich absolut ausreichend
  • Typische Hölzer für Westerngitarren sind Fichte, Mahagoni, Zeder oder Ahorn

In der übersichtlichen Produktaufstellung sind unterschiedliche Gitarren für Einsteiger und Fortgeschrittene zu finden. Kaufen Sie jetzt das passende Gitarrenmodell für Ihre Ansprüche. Viel Spaß beim Musizieren mit Ihrer neuen Westerngitarre.

Im Video vorgestellt: Westerngitarre

Das Video zeigt einen Gitarristen, der die Ibanez AW54CE-OPN spielt und ihre Klangeigenschaften erklärt. Die Gitarre hat eine massive Mahagoni-Decke und eine Fishman-Sonicore-Pickup-Technologie, die einen klaren und ausgewogenen Ton erzeugt, egal ob man akustisch oder verstärkt spielt. Das Video vermittelt einen guten Eindruck davon, wie sich die Ibanez AW54CE-OPN anhört und wie sie sich beim Spielen anfühlt.