Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Vertikutierer?
  2. Was für unterschiedliche Vertikutierer gibt es?
  3. Welche Vertikutierer passt zu mir?
  4. Welche Vertikutierer sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Vertikutierer?
  6. Wie lautet das Fazit für Vertikutierer?

Nicht selten schneiden Moos, Unkraut und Mährückstände die ausreichende Sauerstoffzufuhr ab. Diese benötigt ein gepflegter Rasen neben ausreichend Wasser aber, um wachsen und gedeihen zu können. Daher raten Experten, den Rasen mindestens zweimal im Jahr mit einem Vertikutierer zu bearbeiten.

Mit dem speziellen Gartengerät wird die Grasnarbe wenige Millimeter eingeritzt und Moos und Rasenfilz herausgeschlagen. So erhalten Sie Handumdrehen einen gut belüfteten Boden und Ihr Rasen kann endlich wieder, und das im wahrsten Sinne des Wortes, aufatmen.

Doch Vertikutierer ist nicht gleich Vertikutierer: Hier entscheiden Antrieb, Leistung und Messer über den Erfolg beim Vertikutieren. Damit Sie wissen, worauf Sie beim Kauf achten müssen, erfahren Sie hier alles Wichtige zum Thema Vertikutierer.

Wie erkenne ich gute Vertikutierer?

Getesteter Einhell-Vertikutierer RG-SA-1433 steht auf einer grünen Matte.

Hier sehen wir einen Einhell-Vertikutierer “RG-SA-1433” mit einem 28-Liter-Fangsack.

Damit es nicht zu einer Verwechselung kommt: Ein Rasenlüfter vermag durch seinen Namen den Eindruck erwecken, dass dieser ebenso für eine gute Sauerstoffzufuhr des Rasens sorgt. Im Gegensatz zu einem Vertikutierer bringt ein Rasenlüfter Löcher in den Rasen ein und füllt diese mit Sand wieder auf. Das sorgt dafür, dass Regen- oder Gießwasser leichter abfließen kann und es so zu keiner Staunässe kommt.

Ein Vertikutierer hingegen ist die ideale Ergänzung zum Rasenmäher. Der Rasenmäher kürzt den Rasen nur. Der Vertikutierer befreit zudem jede große Fläche oder kleine Rasenfläche gezielt von Unkraut, Moos und Rasenfilz. Der unerwünschte Bewuchs hemmt das Wachstum der Rasengräser durch eine unzureichende Sauerstoffversorgung. Der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren ist dabei im Frühjahr gekommen. Dann können alte Mährückstände und Moos an der Harke hängen bleiben und Unkraut sprießt deutlich auf der Rasenfläche. Nachdem Sie alle Rückstände beseitigt haben, fehen nur noch etwas Rasendünger sowie ein Rasensprenger zur Bewässerung. Dann steht dem idealen Grün nichts mehr im Wege.

Dabei sind einige Qualitätsmerkmale beim Kauf eines Vertikutierers besonders wichtig:

Leistung: 1.300 Watt reichen meist aus

Der Motor eines Vertikutierers lässt die Achse rotieren. Durch eine Kurbelwelle bewegt sich dann eine Walze mit kleinen Stahlmessern. Diese ritzt so die Grasnarbe einige Millimeter ein und schlägt Moos und Rasenfilz heraus. Wichtig beim Vertikutieren ist, dass Sie Moos und Unkraut entfernen, den gesunde Rasen dennoch nicht allzu sehr beschädigen. Dabei sagt die Wattzahl des Geräts wenig über eine gute Arbeitsqualität aus. Wenn Sie einen normalgroßen Garten vertikutieren wollen, reicht dennoch ein Vertikutierer mit ca. 1.300 Watt Leistung aus.

Antrieb: Elektro-, Benzin- oder manueller Vertikutierer?

Bei einem Vertikutierer haben Sie die Auswahl zwischen Modellen mit Elektro- oder Benzinantrieb oder manuell betriebenen Vertikutierern. Ein Vertikutierer, der mit Benzin läuft, ist besonders dann geeignet, wenn Sie eine große Rasenfläche vertikutieren müssen. Da dieser kein Stromkabel hat, kommen Sie problemlos über die gesamte Fläche des Rasens.

Ein elektrisch betriebener Vertikutierer ist hingegen bei mittelgroßen Rasenflächen besser geeignet. Für ein wirklich überschaubares Gartenstück kann auch ein manuell betriebener Vertikutierer zum Einsatz kommen. So sparen Sie sich neben den hohen Anschaffungskosten auch die Kosten für Benzin oder Strom.

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Rostfreier Edelstahl hat eine längere Lebensdauer

Die Gehäuse bestehen bei den elektrischen Vertikutierern meist aus Kunststoff. Benzinbetriebene Geräte sind von einem Stahlblechgehäuse ummantelt. Die Messer eines Vertikutierers sollten zudem immer aus rostfreiem Edelstahl bestehen.

Arbeitstiefe und -Breite des Vertikutierers: Optimal sind 2 bis 4 mm

Die Arbeitstiefe meint den Einschnitt, welcher der Vertikutierer in die Grasnarbe vornimmt. Obwohl manche Geräte bis zu 12 mm in die Tiefe schlagen, sollten es im Idealfall nur zwischen 2 mm und 4 mm sein. Diese Arbeitstiefe reicht aus, damit Sie den Rasen ohne größere Schäden von Moos befreien können. Bei vielen Geräten können Sie die Arbeitstiefe gemäß der Bodenbeschaffenheit einstellen. Diese sollten Sie jedoch nie so einstellen, dass die Messer das Wurzelwerk des Rasens mit herausreißen. Das hätte unschöne, kahle Stellen zur Folge.

Auch bei der Arbeitsbreite weisen unterschiedliche Modelle verschiedene Maße auf. Manche Geräte bearbeiten gleich 40 cm. Kleinere Varianten arbeiten mit einer Breite von 27 cm. Hier ist es ebenso sinnvoll, die Arbeitsbreite der Gartenfläche anzupassen. Je breiter der Vertikutierer ist, desto schneller werden Sie mit der Arbeit fertig sein.

Zubehör: Ein Fangkorb für das Gras

Zum gängigen Zubehör eines Vertikutierers gehört ein Fangkorb. Dabei fällt das Vertikutiergut hinter dem Vertikutierer direkt in das Behältnis. Sollten Sie sich für einen entscheiden, so achten Sie vor allem auf eine ausreichende Größe. Bei einer geringen Größe müssten Sie Ihre Arbeit oft unterbrechen, um den Korb zu leeren. Je größer Ihre Grundstücksfläche, desto größer sollte daher auch der Fangkorb sein.

An Ihre Körpergröße anpassbarer Griff

Sinnvoll ist ebenfalls ein höhenverstellbarer Griff, der sich Ihrer Körpergröße anpassen lässt. Das ermöglicht ein ergonomisches Arbeiten. Sie sollten ebenso auf einige Sicherheitsmerkmale achten: Hierzu zählen zum Beispiel ein Motorstopp, ein 2-Punkt-Sicherheitsschalter und eine Kabelzugentlastung.

Was für unterschiedliche Vertikutierer gibt es?

Der benzinbetriebenen Vertikutierer

Ein benzinbetriebener Vertikutierer rentiert sich ab einer Gartenfläche von ca. 600 qm. So können Sie ohne Probleme über die ganze Rasenfläche gehen, ohne auf eine Stromversorgung angewiesen zu sein. Zudem schaffen sie durch die vergleichsweise große Arbeitsbreite mehr Fläche als andere Vertikutierer-Modelle.

    Vorteile
  • Eignet sich für große Flächen eines Rasens
  • Braucht keine Stromversorgung (kein Stromkabel als Stolperfalle)
  • Höhere Motorleistung
  • Aufgrund des Gewichts und der Leistung ideal für schwere, trockene Böden
  • Sehr große Schnittbreite, daher schneller in der Bearbeitung der Flächen
    Nachteile
  • Deutlich erhöhter Lärmpegel im Betrieb
  • Hohes Gewicht
  • Erzeugt Abgase
  • Im Vergleich am teuersten in der Anschaffung
  • Regelmäßige Wartung notwendig, dadurch entstehen Folgekosten
  • Nimmt mehr Lagerfläche ein
  • Regelmäßiges Befüllen und Entleeren des Tanks von Benzin und Öl nötig

Der elektrische Vertikutierer

Wenn der Elektro-Vertikutierer überhitzt, schaltet sich das Geräte durch den Thermosicherheitsschalter zwar ab, muss aber zunächst abkühlen. Dadurch kann sich die Arbeit verzögern. Allerdings ist der elektrisch betriebene Vertikutierer deutlich günstiger in der Anschaffung. Er ist vollkommen ausreichend, wenn Sie eine mittelgroße Rasenfläche ab 100 qm bis 600 qm 2- bis 3-mal im Jahr bearbeiten möchten. Den elektrischen Vertikutierer gibt es auch mit Akku als Akku-Vertikutierer.

    Vorteile
  • Eignet sich für mittelgroße Rasenflächen
  • Umweltverträglicher im Vergleich zum Benzin-Vertikutierer
  • Günstiger in der Anschaffung
  • Leichtes Gewicht
  • Leiser im Betrieb, ähnlich wie ein Rasenmäher
    Nachteile
  • Eine Steckdose muss in der Nähe sein
  • Das Stromkabel kann das Arbeiten erschweren
  • Aufgrund des Strombetriebes nicht bei Regen nutzbar
  • Motor kann schnell überhitzen
  • Meist keine großen Schnitttiefen einstellbar
  • Sie benötigen Muskelkraft

Der manuell betriebene Vertikutierer

Wenn Sie ein kleines Grundstück mit einer Rasenfläche von ca. 100 qm vertikutieren möchten, können Sie auf einen manuellen Vertikutierer zurückgreifen. Hier gibt es Vertikutierer als Komplettgerät oder mit Stecksystem. Bedenken Sie jedoch, dass der manuelle Vertikutierer einen hohen Kraftaufwand erfordert.

    Vorteile
  • Ideal für kleine Rasenflächen
  • Kein Stromverbrauch und keine Benzinkosten
  • Keine Folgekosten bei der Wartung
  • Geringe Anschaffungskosten
  • Besonders leise
  • Umweltschonend
  • Geringer Lagerplatz nötig
    Nachteile
  • Nur für kleine Flächen geeignet
  • Mit großem Kraftaufwand verbunden
  • Enthalten oft starre oder leichte Messer, welche im Vergleich nicht besonders hochwertig sind

Welche Vertikutierer passt zu mir?

Einhell-Vertikutierer RG-SA-1433 im Test: Auf dem Gerät ist der Markenname zu lesen.

Wie wir feststellen, handelt es sich bei diesem Einhell-Vertikutierer “RG-SA-1433” um einen kabelgebundenen Elektro-Vertikutierer.

Je nachdem, wie groß Ihre Rasenfläche ist, sollten Sie dies bei der Anschaffung eines Vertikutierers berücksichtigen:

Vertikutierer ab einer Fläche von 100 qm

Bei einer kleinen Fläche bis ca. 100 qm oder zur Pflege kleiner moos- und unkrautbedeckter Stellen ist ein manuell betriebener Vertikutierer meist vollkommen ausreichend. Dieser bietet sich zum Beispiel an, wenn Sie einen kleinen Vorgarten oder eine kleine Fläche in Ihrem Schrebergarten pflegen möchten. Auch unebene Flächen lassen sich leichter mit einem manuellen Vertikutierer bearbeiten. Ein Handvertikutierer besitzt dabei starre Stahlmesser und 2 Räder, welche sich pendelnd zwischen den Rechen befinden. Dadurch können Sie mit Druck auf den Stiel die Tiefe beeinflussen.

Vertikutierer für ein Gartenstück zwischen 100 qm und 600 qm

Für eine mittelgroße Rasenfläche kommt idealerweise ein elektrisch betriebener Vertikutierer zum Einsatz. Er sorgt mit der Motorleistung für eine einfache Handhabung. Lediglich das Schieben ist bei diesem Modell noch mit Muskelkraft nötig. Die Leistung reicht bei den Modellen von 1.000 bis 1.500 Watt. Der Motor treibt die rotierenden Stahlmesser in Wellen an. Dabei ist die Schnitttiefe durch die Höhe der Räder oder durch die Einstellung der Messerwelle beeinflusst.

Vertikutierer für eine Rasenfläche ab 600 qm

Wenn Sie eine große Rasenfläche ab 600 qm vertikutieren wollen, bieten sich benzinbetriebene Vertikutierer an. Im Vergleich verfügt das Modell über die doppelte bis dreifache Leistung eines elektrischen Vertikutierers und benötigt keine Stromversorgung. Durch die erhöhte Leistungskraft in Kombination mit dem Gewicht ist es den Messern des benzinbetriebenen Vertikutierers möglich, selbst in besonders harte Böden einzudringen.

Welche Vertikutierer sind laut Tests am besten?

Neben dem Einsatzzweck sollten Sie immer auch Testergebnisse berücksichtigen. Hier erhalten Sie im nächsten Abschnitt einen Überblick über die Testsieger der Stiftung Warentest.

Vertikutierer im Test bei Stiftung Warentest

Der letzte Test von Stiftung Warentest liegt bereit mehrere Jahre zurück. Er ist allerdings noch immer relativ aussagekräftig, da viele der geprüften Modelle noch auf dem Markt erhältlich sind. Im Test der Stiftung Warentest wurden 18 Elektro-Vertikutierer verglichen. Hand- oder Benzin-Vertikutierer haben die Tester nicht berücksichtigt.10 der getesteten Geräte besaßen zudem nur eine Vertikutierfunktion, 8 kamen als Kombigeräte mit Vertikutier- und Belüftungsfunktion daher. Unter anderem wurden Geräte wie der Einhell RG-SA, AL-KO Combi Care, Bosch AVR 1100 und Wolf-Garten Campus 1000 V getestet.

Als bestes Gerät kührten dieT ester den Gardena EVC 1000. Das Modell überzeugte mit einer guten Leistung, einer einfachen Handhabung, einer guten Haltbarkeit und Sicherheit. Der Geräuschpegel ist trotz einer Leistung von 1.000 Watt auf einem angenehmen Level. Auch der Preis von knapp 100 € konnte die Tester überzeugen. Danach folgten 2 Einhell-Modelle mit 1.200 Watt und 1.400 Watt und der SABO 31-V EL. „Mangelhaft“ und damit durchgefallen waren Vertikutierer von Güde und Brill. Das lag vor allem daran, dass das Ergebnis bei Güde und die Haltbarkeit sowie Verarbeitung bei Brill ungenügend waren.

Der Viking LE 540 war mit über 400 € das teuerste Modell im Test. Er überzeugte mit einer guten Leistung, war überaus leise, leicht in der Handhabung und entfernte Moos, Unkraut und Rasenfilz zuverlässig. Beide Modelle von Einhell überzeugten ebenso mit einer guten Arbeitsqualität, sind im Verhältnis aber lauter. Mit einem Preis von unter 100 € gehören Sie dafür zu den günstigen Geräten.

Was kosten Vertikutierer?

Einhell-Vertikutierer RG-SA-1433 getestet: Neben dem Vertikutierer stehen weitere Geräte.

Laut unserer Recherche gehört zum Lieferumfang dieses Einhell-Vertikutierers “RG-SA-1433” auch eine Belüftungswalze, die alternativ eingesetzt werden kann.

Vertikutierer bekommen Sie in den unterschiedlichsten Preisklassen und so mit den verschiedensten Leistungen von unterschiedlichen Herstellern wie Ikra oder Wolf-Garten. Dennoch können vor allem mittelpreisige Geräte zuverlässige Arbeit leisten.

Günstige Vertikutierer: 25 bis 60 €

Günstige elektrische Vertikutierer sind schon zwischen 50 und 60 € erhältlich. Vor allem Discounter und Baumärkte locken hier oft mit sehr günstigen Vertikutierern, wenn die Gartensaison losgeht. Diese Geräte können jedoch meist nicht mit denen bekannter Hersteller mithalten. Besonders günstig sind zudem die manuellen Vertikutierer ab rund 25 €.

Mittelpreisige Vertikutierer: 65 bis 150 €

Vertikutierer mit Elektro-Motor im mittleren Preissegment liegen bei 65 € bis 150 €. In dieser Preisklasse befindet sich zum Beispiel der Testsieger Gardena EVC 1000. Auch dort befinden sich auch die mit „gut“ bewerteten Modellen von Einhell. Hier sind zudem oft die Fangkörbe gleich mit im Lieferumfang enthalten.

Vertikutierer im höheren Preissegment: 200 bis 800 € und mehr

Vor allem bei den benzinbetriebenen Vertikutierern ist der Preis deutlich höher und liegt zwischen 200 € bis zu 800 €. Das liegt daran, dass diese Geräte deutlich mehr Leistung haben. Selbst Vertikutierer über 1.000 € sind nicht selten.

Wie lautet das Fazit für Vertikutierer?

Experten raten, im Jahr bis zu dreimal den Rasen zu vertikutieren. Das erleichtert die Pflege enorm. Wie so oft gilt auch beim Vertikutierer-Kauf: Der Einsatzzweck ist entscheidend. Daher haben wir hier noch einmal die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst, damit Sie das richtige Modell finden:

  • Wenn Sie eine große Fläche vertikutieren wollen, sollten Sie auf ein benzinbetriebenes Gerät setzen. Diese sind ab 200 € erhältlich
  • Bei mittelgroßen Flächen kommt eher die im mittleren Preissegment liegende elektrische Variante zum Einsatz
  • Bei kleinen Flächen können Sie diese auch manuell vertikutieren. Hier gibt es günstige Modelle bereits ab 25 €. Es gibt hier neben Vertikutier-Rollern sogar simple Varianten als Rechen, die noch günstiger sind
  • Achten Sie immer auf eine einfache Handhabung

Schauen Sie sich doch gleich die Bestenliste an und finden Sie den Vertikutierer, der zu Ihrer Rasenfläche passt. So ist der gesund wirkenden berühmte Englische Rasen sicher gewiss.