Die Arbeit an stromführenden Geräten und Leitungen ist nicht ungefährlich, daher ist der Einsatz eines guten Spannungsprüfers unerlässlich. So erkennen Sie schnell, ob Spannung vorliegt oder nicht. Er sollte möglichst robust sein, eine unkomplizierte Handhabung bieten und auf die individuellen Anforderungen abgestimmt sein. Beim Kauf sind daher die nachfolgenden Kaufkriterien relevant.
1.1. Die drei verschiedenen Art des Spannungsprüfers
Die Spannungsfreiheit lässt sich mit unterschiedlichen Varianten feststellen:
- Einpolige Prüfgeräte
- Zweipolig
- Berührungslose Modelle
Gut zu wissen: Für die zweipoligen Spannungsprüfer hat sich im Laufe der Jahre auch die Bezeichnung Duspol durchgesetzt. Dieser Begriff leitet sich von der Marke Duspol ab, die zum Hersteller Benning gehört.
Die drei Arten von Spannungsprüfern sind in ihren Ausführungen und Anwendungsbereichen sehr unterschiedlich, deswegen ist es wichtig, sich vorher einige Gedanken darüber zu machen, wie und wofür Sie das Gerät genau verwenden möchten:
- Nutzen Sie den Prüfer regelmäßig oder nur gelegentlich?
- Benötigen Sie den Prüfer geschäftlich oder privat?
- Müssen Sie den Prüfer viel mit sich herumtragen?
- Ist es wichtig, dass Sie die genauen Spannungszahlen erfahren oder reicht eine rudimentäre Messanzeige?
1.2. Messbereich: Liegt in der Regel zwischen 100 und 250 V
Je nach Modell variiert der genaue Messbereich. Einpolige Prüfer sind für den Einsatz bei haushaltsüblicher Wechselspannung konzipiert und liegen abhängig von der Ausführung im Bereich von 100 bis 250 V (Volt). Mit den zweipoligen Exemplaren lassen sich deutlich größere Bereiche abdecken, die häufig von etwa 6 bis 700 V reichen. Teilweise ermitteln sie auch Werte bis 1.000 V. Berührungslose Spannungstester decken hohe Messbereiche ab, untersuchen allerdings lediglich die Wechselspannung.
1.3. DIN-Normen
Grundsätzlich zählt die Feststellung der Spannungsfreiheit zu den Arbeiten mit Strom (siehe DIN VDE 0105-100). zweipolige Tester müssen der Norm DIN VDE 0682-401 und zudem der Messmittelkategorie CAT III entsprechen. Einpolige Modelle sind nach DIN VDE 0680-6 genormt.
Bei den berührungslosen Testern gibt es keine spezielle Norm, hier greift daher die Norm zur Gestaltung von Mess- und Prüfgeräten (siehe DIN EN 61010-1 / DIN VDE 0411-1). Diese Geräte weisen in der Regel eine hohe Messmittelkategorie auf.
In DIN IEC 61010-1 sind die Messmittelkategorien folgendermaßen beschrieben:
- CAT II = zu messender Stromkreis steht direkt mit dem Bereich des Niederspannungsnetzes in Verbindung (Steuerstromkreis von Haushaltsgeräten etc.)
- CAT III = Messung innerhalb von Gebäudeinstallationen, Endstromkreise in Industrie und Haushalten sowie an Motoren, nicht energiereiche Stromkreise
- CAT IV = Messung in der Nähe einer Quelle des Niederspannungsnetzes (Vorzählerbereich in Hausinstallationen, Niederspannungs-Hauptverteilungen etc.)
1.4. Funktionsumfang: FI-Schalter-Prüfung sollte Pflicht sein
Je nach Ausführung verfügen die Geräte über Ausstattungsmerkmale wie akustische Signale, Vibrationsalarm und LCD-Anzeige. FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) schalten bei gefährlich hohem Fehlerstrom ab. Sie verhindern somit lebensgefährliche Stromunfälle und sind in vielen modernen Haushalten installiert. Achten Sie daher beim Kauf darauf, dass das neue Prüfgerät FI-Schalter prüfen kann.