Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Spannungsprüfer?
  2. Was für unterschiedliche Spannungsprüfer gibt es?
  3. Welche Spannungsprüfer passt zu mir?
  4. Welche Spannungsprüfer sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Spannungsprüfer?
  • Spannungsprüfer sorgen für mehr Sicherheit bei der Arbeit an elektrischen Geräten und Leitungen. Sie zeigen eine mögliche Spannung an und ermöglichen Ihnen somit ein sicheres Arbeiten.
  • Produkte im Einsteigerbereich gibt es bereits ab 1 €, Prüfer im mittleren Bereich kosten zwischen 15 und 45 €. Für hochwertige Exemplare mit Digitalanzeige und weiteren Funktionen werden zwischen 50 und 120 € fällig.
  • Ein einpoliger Tester reicht aus, wenn Sie das Gerät nur selten und überwiegend für kleinere Reparaturen im Haushalt nutzen. Profis verwenden überwiegend zweipolige Spannungstester.

Getesteter Spannungsprüfer liegt verpackt auf dem Boden.

Der Spannungsprüfer gehört zur Grundausstattung von Elektrofachkräften und ist auch für viele Heimwerker ein wichtiges Hilfsmittel. Vor Montage oder Reparatur von Steckdose, Deckenlampe & Co. sollten Sie grundsätzlich prüfen, ob wirklich kein Strom mehr fließt. Zu Ihrer eigenen Sicherheit ist hier der Einsatz des Spannungsprüfers unbedingt empfehlenswert.

Ein gutes Produkt muss Spannungen zuverlässig erkennen und eine hohe Messgenauigkeit bieten. Für Niederspannung gibt es einpolig, zweipolig und berührungslos konzipierte Prüfgeräte. Bei den zweipoligen Varianten gibt es zudem Unterschiede hinsichtlich der Anzeige (einfache LED, stufenweise LED-Anzeige, analog oder digital). Achten Sie beim Kauf eines Spannungsprüfers auf Messbereich, DIN-Normen, Anzeige (analog oder digital) und Funktionsumfang.

1. Wie erkenne ich gute Spannungsprüfer?

Die Arbeit an stromführenden Geräten und Leitungen ist nicht ungefährlich, daher ist der Einsatz eines guten Spannungsprüfers unerlässlich. So erkennen Sie schnell, ob Spannung vorliegt oder nicht. Er sollte möglichst robust sein, eine unkomplizierte Handhabung bieten und auf die individuellen Anforderungen abgestimmt sein. Beim Kauf sind daher die nachfolgenden Kaufkriterien relevant.

1.1. Die drei verschiedenen Art des Spannungsprüfers

Die Spannungsfreiheit lässt sich mit unterschiedlichen Varianten feststellen:

  • Einpolige Prüfgeräte
  • Zweipolig
  • Berührungslose Modelle

Gut zu wissen: Für die zweipoligen Spannungsprüfer hat sich im Laufe der Jahre auch die Bezeichnung Duspol durchgesetzt. Dieser Begriff leitet sich von der Marke Duspol ab, die zum Hersteller Benning gehört.

Die drei Arten von Spannungsprüfern sind in ihren Ausführungen und Anwendungsbereichen sehr unterschiedlich, deswegen ist es wichtig, sich vorher einige Gedanken darüber zu machen, wie und wofür Sie das Gerät genau verwenden möchten:

  • Nutzen Sie den Prüfer regelmäßig oder nur gelegentlich?
  • Benötigen Sie den Prüfer geschäftlich oder privat?
  • Müssen Sie den Prüfer viel mit sich herumtragen?
  • Ist es wichtig, dass Sie die genauen Spannungszahlen erfahren oder reicht eine rudimentäre Messanzeige?

1.2. Messbereich: Liegt in der Regel zwischen 100 und 250 V

Je nach Modell variiert der genaue Messbereich. Einpolige Prüfer sind für den Einsatz bei haushaltsüblicher Wechselspannung konzipiert und liegen abhängig von der Ausführung im Bereich von 100 bis 250 V (Volt). Mit den zweipoligen Exemplaren lassen sich deutlich größere Bereiche abdecken, die häufig von etwa 6 bis 700 V reichen. Teilweise ermitteln sie auch Werte bis 1.000 V. Berührungslose Spannungstester decken hohe Messbereiche ab, untersuchen allerdings lediglich die Wechselspannung.

1.3. DIN-Normen

Grundsätzlich zählt die Feststellung der Spannungsfreiheit zu den Arbeiten mit Strom (siehe DIN VDE 0105-100). zweipolige Tester müssen der Norm DIN VDE 0682-401 und zudem der Messmittelkategorie CAT III entsprechen. Einpolige Modelle sind nach DIN VDE 0680-6 genormt.

Bei den berührungslosen Testern gibt es keine spezielle Norm, hier greift daher die Norm zur Gestaltung von Mess- und Prüfgeräten (siehe DIN EN 61010-1 / DIN VDE 0411-1). Diese Geräte weisen in der Regel eine hohe Messmittelkategorie auf.

In DIN IEC 61010-1 sind die Messmittelkategorien folgendermaßen beschrieben:

  • CAT II = zu messender Stromkreis steht direkt mit dem Bereich des Niederspannungsnetzes in Verbindung (Steuerstromkreis von Haushaltsgeräten etc.)
  • CAT III = Messung innerhalb von Gebäudeinstallationen, Endstromkreise in Industrie und Haushalten sowie an Motoren, nicht energiereiche Stromkreise
  • CAT IV = Messung in der Nähe einer Quelle des Niederspannungsnetzes (Vorzählerbereich in Hausinstallationen, Niederspannungs-Hauptverteilungen etc.)

1.4. Funktionsumfang: FI-Schalter-Prüfung sollte Pflicht sein

Je nach Ausführung verfügen die Geräte über Ausstattungsmerkmale wie akustische Signale, Vibrationsalarm und LCD-Anzeige. FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) schalten bei gefährlich hohem Fehlerstrom ab. Sie verhindern somit lebensgefährliche Stromunfälle und sind in vielen modernen Haushalten installiert. Achten Sie daher beim Kauf darauf, dass das neue Prüfgerät FI-Schalter prüfen kann.

2. Was für unterschiedliche Spannungsprüfer gibt es?

Grundsätzlich gibt es Spannungsprüfer in 3 Varianten, die jeweils unterschiedliche Vorzüge und Nachteile bieten. Bei den verschiedenen Modellarten ist vor allem die Anwendungsart ausschlaggebend.

2.1. Einpolige Spannungstester

Einpolige Geräte sehen dem klassischen Schraubendreher (Schraubenzieher) ähnlich und bestehen meist aus einem hochohmigen Vorwiderstand sowie einer Glimmlampe. Sie werden auch als Phasenprüfer bezeichnet und sind in der heutigen Zeit eher rudimentäre Hilfsmittel für Heimwerker für kleinere Arbeiten rund um die Hausinstallation. Sie gelten als ungenau und sind daher auch als Lügenstifte bekannt.

    Vorteile
  • Einfache Anwendung
  • Schnell & unkompliziert
  • Günstiger Anschaffungspreis
    Nachteile
  • Nicht in nassen oder feuchten Bereichen anwendbar (nur Trockenbereich)
  • Keine verlässlichen Ergebnisse (Lügenstifte)
  • Eingeschränkter Spannungsbereich
  • Fehlinterpretationen möglich
  • Veraltete Technik

2.2. Zweipolige Spannungsprüfer

Die zweipoligen Ausführungen bestehen meist aus zwei Prüfspitzen (Elektroden) und einer Anzeigeeinheit (Display, Messwerk mit Skala etc.). Sie liefern sichere Prüfergebnisse und müssen nach DIN EN 61243-3 genormt sein. Diese Geräte gibt es mit Analog- oder Digitalanzeige sowie mit einfacher oder stufenweiser LED-Anzeige.

    Vorteile
  • Sichere & genaue Messung
  • Häufig auch für FI-Schalter nutzbar
  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Vielseitig einsetzbar
  • Einfacher bedienbar als Multimeter
    Nachteile
  • Schwerer & unhandlicher
  • Teurer als einpolige Modelle
  • Weniger Funktionen als Multimeter
  • Körperdurchströmung bei Hautkontakt möglich

2.3. Berührungslose Spannungsprüfer

Diese Geräte verfügen über einen Sensor und arbeiten berührungslos. Sie erkennen dank des Sensors elektrische Feldstärken in unmittelbarer Nähe des Leiters und zeigen diese meist per LED an.

    Vorteile
  • Handlich & kompakt
  • Unkompliziert
  • Messung erfolgt berührungslos (kein Kontakt zur Leitung)
  • Lassen sich zur Erkennung von Kabelbrüchen einsetzen
  • Meist für hohe Messmittelkategorie geeignet (ab CAT III)
    Nachteile
  • Nicht zur Feststellung der Spannungsfreiheit in elektrischen Anlagen geeignet
  • Messen keinen Gleichstrom, nur für Wechselstrom nutzbar
  • Empfindlich bei Fremdeinflüssen

3. Welche Spannungsprüfer passt zu mir?

Die Wahl eines passenden Spannungsprüfers hängt in erster Linie vom vorgesehenen Einsatzzweck ab. Die nachstehenden Anwendungsbeispiele können Ihnen einen Einblick in die Anwendung der Geräte geben und Ihnen somit bei der Kaufentscheidung helfen.

3.1. Einpolige Spannungsprüfer für einfache Heimwerker-Arbeiten

Da diese Exemplare keine genauen Messergebnisse liefern, sollten sie lediglich für einfache Heimwerker-Arbeiten zum Einsatz kommen. Dazu zählen beispielsweise die Montage einer neuen Lampe oder der Austausch einer defekten Steckdose.

3.2. Kfz-Spannungsprüfer für Autobastler

Es gibt spezielle Kfz-Prüfer, die explizit für die Verwendung im Kfz-Bereich vorgesehen sind. Sie eignen sich zur einfachen Überprüfung der Spannung (6 V, 12 V, 24 V) von Bordspannungsnetzen. Viele Modelle sind mit einer praktischen Krokodilklemme ausgestattet, die Sie an einen Massepunkt anklemmen. So wird eine einfachere Handhabung ermöglicht.

3.3. Zweipolig mit stufenweiser LED-Anzeige für preisbewusste Heimwerker

Diese Geräte zeigen mittels mehrerer LEDs die Höhe der Spannung an. Bei der Messung fließt der Strom durch eine elektronische Schaltung und je nach Höhe der Spannung leuchten eine oder mehrere LEDs auf. Bei diesem Gerät ist jeder LED eine bestimmte Spannungshöhe zugeordnet. Für genaue Messungen sind diese Exemplare allerdings nicht geeignet, da sie lediglich eine ungefähre Höhe anzeigen.

3.4. Zweipolig mit Digitalanzeige für bessere Messgenauigkeit

Spannungstester mit Digitalanzeige werten mittels Mikrocontroller die gemessene Spannung aus und geben den errechneten Zahlenwert auf dem Display an. Meist bieten diese Geräte zusätzliche Funktionen wie Drehfeldmessung, Polaritätsmessung oder Prüfung der Ohmschen Widerstände und kommen daher häufig im Profibereich zum Einsatz.

3.5. Berührungslose Spannungsprüfer für versierte Heimwerker

Ohne direkten Kontakt ermitteln diese Testgeräte die elektrische Feldstärke, die sich in unmittelbarer Nähe des Leiters befindet. Sie eignen sich ausschließlich zur Erkennung von Wechselspannung und können selbst hohe Gleichspannung grundsätzlich nicht erkennen. Diese Tester sind ideal zur Ermittlung von Leitungsunterbrechungen.

4. Welche Spannungsprüfer sind laut Tests am besten?

Von Stiftung Warentest gibt es derzeit leider keinen Test zu Spannungsprüfern und auch ÖKO-TEST bietet keine entsprechenden Testergebnisse an. Anders als diese beiden Institute widmetet sich das Fachmagazin Chip den Spannungsprüfern und präsentiert online interessante Fakten zu diesem Thema.

Das Magazin CHIP veröffentlichte im Januar 2020 einen Online-Artikel zu einem Test, den die amerikanischen Kollegen von Wirecutter durchgeführt hatten. Es handelt sich um eine Übersetzung des Originalberichts.

Top-Empfehlung war ein Gerät von Klein Tools, das gleichermaßen Standardspannung (Hausverkabelung) und Niederspannung (Thermostate, Türklingeln etc.) erfasst. Zudem ist dieses Exemplar in der Lage, den Unterschied zwischen den beiden Varianten automatisch zu erfassen. Das Team lobte insbesondere die übersichtliche Anzeige und die Zusatzausstattung mit heller LED-Taschenlampe.

Das Gerät lässt sich nicht in eine Steckdose einführen, nach Ansicht der Tester ist dies jedoch kein Mangel. Da es Niederspannung erkennen kann, sehen die Experten dies jedoch nicht als wirklichen Nachteil an. Der Prüfer von Klein Tools zeigt sie an und bestätigt somit, dass die Steckdose unter Spannung steht.

Alternativ zu diesem Exemplar empfiehlt Wirecutter den zweitplatzierten Testkandidaten von Milwaukee. Hinsichtlich Funktionalität und Ausstattung ähnelt er dem Testsieger, allerdings ist hier die integrierte Taschenlampe etwas weniger hell und lässt sich zudem nicht unabhängig nutzen.

5. Was kosten Spannungsprüfer?

Wie hoch die Kosten für die Anschaffung eines neuen Spannungsprüfers sind, hängt vom vorgesehenen Einsatzbereich und dem gewünschten Funktionsumfang ab. Die Preisspanne reicht hier von rund 1 bis 120 Euro. Eine bessere Ausstattung bedingt in der Regel auch einen höheren Kaufpreis.

5.1. Preisgünstige Spannungsprüfer: Ab 1 €

Einpolige Testgeräte in handlichem Format sind bereits ab 1 € erhältlich. Diese Exemplare sind ideal für sporadische Einsätze und eignen sich für Einsteiger, die von Zeit zu Zeit eine Lampe anbringen oder eine defekte Steckdose austauschen möchten.

Da die Bedienung sehr unkompliziert ist, sind für den Umgang mit diesen einfachen Ausführungen keine Fachkenntnisse erforderlich. Bei den Prüfern mit der Optik eines einfachen Schraubendrehers zeigt eine LED an, ob Spannung vorliegt oder nicht. Zusatzausstattung ist hier in der Regel nicht vorhanden.

5.2. Mittleres Preissegment: Von 15 bis 50 €

Meist handelt es sich bei den mittelpreisigen Modellen zwischen etwa 15 bis 50 € um zweipolige Geräte mit Analog- oder stufenweiser LED-Anzeige. Vereinzelt gibt es Modelle mit weiteren Features wie einer integrierten LED-Taschenlampe, die insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen praktisch sind.

5.3. Spannungsprüfer der Oberklasse: Von 50 bis 120 €

Anspruchsvolle Heimwerker und Profis finden in diesem Preisbereich Digital-Spannungstester mit umfangreicher Ausstattung und von bekannten Markenherstellern wie Weidmüller, Benning Duspol und Fluke.

Charakteristisch ist hier insbesondere die Messgenauigkeit. Sie können die Zahlenwerte auf dem Display ablesen und profitieren häufig von weiteren Funktionen wie beispielsweise Drehfeldmessung oder Polaritätsmessung.