Ratgeberübersicht
  1. Welche Sicherheitsschuhe-Klassen und Normen gibt es?
  2. Soll man Sicherheitsschuhe eine Nummer größer kaufen?
  3. Worauf ist laut Sicherheitsschuhe-Tests vor dem Kauf zu achten?
  4. Wie finde ich leichte S3-Sicherheitsschuhe für Herren und Damen?
  5. Weitere Fragen und Antworten von Kunden, die nach Sicherheitsschuhe-Tests bzw. -Vergleichen suchen
  • Sicherheitsschuhe müssen mit einer geschlossenen Ferse, einer antistatischen Sohle und einer Schutzkappe an den Zehen ausgestattet sein.
  • Für leichte Tätigkeiten kann S1 ausreichend sein, im Außenbereich oder in der Industrie sind meist S1P, S3, S4 oder S5 erforderlich.
  • Zwischen dem großen Zeh und der Schuhspitze sollte ungefähr eine Daumenbreite frei bleiben. So finden Sie mit einer Faustregel die richtige Größe.

Sicherheitsschuhe im Test: Färbige Sicherheitsschuhe werden im Wald getragen

Vom Hobbyhandwerker bis hin zur chemischen Industrie, Sicherheitsschuhe sollten ein fester Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung sein. Sie schützen Ihre Füße deutlich besser als herkömmliche Schuhe und können schweren Verletzungen vorbeugen. Wir haben für Sie verschiedene Sicherheitsschuhe-Tests aus dem Internet geprüft. Hier finden Sie eine kompakte Übersicht zu den Sicherheitsklassen, der richtigen Schuhgröße und weiteren Kriterien wie dem Eigengewicht oder dem Innenfutter.

1. Welche Sicherheitsschuhe-Klassen und Normen gibt es?

Nicht jeder Schuh darf als Sicherheitsschuh bezeichnet werden. Da die Schutzkleidung besondere Anforderungen erfüllen muss, wurden diverse Normen und Klassen ins Leben gerufen. Die wichtigste Norm für Sicherheitsschuhe ist die EN ISO 20345. Dabei gibt es mehrere Sicherheitsschuhe-Klassen, wobei drei besonders wichtig sind:

1.1. Was bedeutet S1 bei Sicherheitsschuhen?

S1-Sicherheitsschuhe erfüllen die Mindestanforderungen, damit Schuhwerk als Sicherheitsschuhe bezeichnet werden können. Alle Modelle müssen dabei mit einer Zehenschutzkappe ausgestattet sein. Diese verstärkt den vorderen Bereich des Schuhs. Die Zehenschutzkappe muss mindestens 200 Joule aushalten. Das entspricht einem Gewicht von 20 Kilogramm, das aus einer Höhe von einem Meter zu Boden fällt.

Definiert ist auch ein geschlossener Fersenbereich. Im Vergleich zu herkömmlichen Stiefeln oder Sneakern muss der Fersenbereich jedoch ein Energieaufnahmevermögen aufweisen und bei einem Aufprall die Wirkung auf den Fuß dämpfen.

Auch an die Sohle werden bei Sicherheitsschuhen für Damen und Herren besondere Anforderungen gestellt. Einerseits müssen Modelle der Klasse S1 antistatisch sein und Elektrizität ableiten. Dadurch kann es zu keinen Stromschlägen durch Aufladung kommen und im Umgang mit leicht entzündlichen Materialien besteht keine Gefahr der Funkenbildung. Darüber hinaus muss die Sohle kraftstoffbeständig sein und das Material darf sich nicht auflösen, wenn es mit Benzin oder Erdöl in Kontakt kommt.

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1.2. Welche Unterschiede gibt es zu S2-Sicherheitsschuhen?

S2-Sicherheitsschuhe für Damen und Herren erfüllen alle Anforderungen der Klasse S1. Zusätzlich sind diese Sicherheitsschuhe aber auch noch begrenzt wasserabweisend für mindestens 60 Minuten. Die genormten Vorgaben besagen, dass der gesamte Schuh bei durchgehendem Wasserkontakt erst nach 60 Minuten wasserdurchlässig werden darf. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Sie viel draußen arbeiten. Auf einer Baustelle oder im Garten sollten die Füße nämlich keinesfalls nass werden, da sich so schnell Blasen bilden und Sie an kalten Tagen unterkühlen können.

Blick auf die Schutzkappe von getesteten Sicherheitsschuhen.

S3S-Sicherheitsschuhe in Schwarz bieten einen Widerstand gegen Durchstich und eine Profilsohle, die auf nassen und rutschigen Untergründen mehr Halt bietet.

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1.3. Wie sicher sind S3-Sicherheitsschuhe?

Vor allem unter Handwerkern sind S3-Sicherheitsschuhe der Standard. Das ist darauf zurückzuführen, dass S3-Sicherheitsschuhe Comfort 12 dieser Klasse mit einer durchtrittsicheren Sohle ausgestattet sein müssen. Spitze Nägel oder Schrauben können nicht durch die Sohle dringen und zu Verletzungen führen, wenn Sie versehentlich darauf treten. Auch Glasscherben oder scharfkantige Metalle können die Sohle je nach Durchtrittschutz-Typ (P / PL / PS) nicht durchdringen.

Gegen welche spitzen Gegenstände die durchtrittsichere Sohle genau schützt, wird anhand von Buchstabenkombinationen angegeben:

Schutzklasse Durchtrittschutz
P
  • metallische Schutzeinlage
  • gegen Nägel und Schrauben bis 4,5 mm Durchmesser
PL
  • metallfreie Schutzeinlage
  • gegen Nägel und Schrauben bis 4,5 mm Durchmesser
PS
  • metallfreie Schutzeinlage
  • gegen Nägel und Schrauben bis 3 mm Durchmesser
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2. Soll man Sicherheitsschuhe eine Nummer größer kaufen?

Wenn es um die Passgröße der S3-Sicherheitsschuhe Comfort 12 für Herren und Damen geht, orientieren Sie sich in erster Linie an Ihrer gängigen Schuhgröße. Es handelt sich um einen Mythos, dass die Innenmaße im Sicherheitsschuh aufgrund der Schutzkappe schmaler ausfallen. Die Hersteller berücksichtigen den Platzverlust bereits bei der Herstellung, sodass es in den meisten Fällen keine Größenunterschiede gibt.

Um die richtige Schuhgröße zu ermitteln, müssen Sie einmal ein Maßband zur Hand nehmen und die Länge von der Ferse bis zum großen Zeh messen. Da unterschiedliche Längen nicht außergewöhnlich sind, orientieren Sie sich am längeren Fuß. In unserer Tabelle finden Sie wahrscheinlich passende Schuhgrößen zur Fußlänge.

Schuhgröße Fußlänge
37 23,5 cm
38 24 cm
39 24,5 cm
40 25 cm
41 25,5 cm
42 26 cm
43 26,5 cm
44 27 cm
45 27,5 cm
46 28 cm
47 28,5 cm

Tipp: Zwischen dem längsten Zeh und der Schuhspitze sollte etwas Freiraum sein. Eine Faustregel besagt, dass etwa eine Daumenbreite Platz zwischen Zehenspitze und Schuhspitze sein sollte.

3. Worauf ist laut Sicherheitsschuhe-Tests vor dem Kauf zu achten?

Zusätzlich zur richtigen Passgröße und der benötigten Sicherheitsklasse sollten Sie laut Sicherheitsschuhe-Tests auch noch auf das Material und die Rutschhemmung an der Sohle achten. Wenn Sie vor allem draußen arbeiten, sind für den Winter Sicherheitsschuhe mit Innenfutter besonders praktisch.

Ein Paar Sicherheitsschuhe steht zum testen auf einem grauen Boden.

Reinigen Sie leichte Damen-Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe mit einem feuchten Lappen und einer weichen Bürste. Einige Modelle sind auch waschmaschinengeeignet.

3.1. Aus welchem Material dürfen Sicherheitsschuhe für Herren und Damen bestehen?

Sicherheitsschuhe für Herren und Damen lassen sich in Bezug auf das Material in zwei Klassen einteilen. Bei Modellen der Klasse I darf es sich um Schuhe aus Leder oder Textilstoffen handeln. Sie können hier auf Halbschuhe oder Stiefel zurückgreifen. Sicherheitsschuhe der Klasse II müssen hingegen vollständig geformte oder vulkanisierte Gummistiefel oder Schuhe aus Polymer sein.

Schuhe der Klasse I kommen häufig bei Handwerkern, in Lagerhallen oder auch in Werkstätten zum Einsatz. Die Sicherheitsschuhe der Klasse II eignen sich vor allem für die chemische Industrie, auf Schlachthöfen oder in der Kanalisation zum Einsatz.

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3.2. Worauf ist bei der Sohle von Sicherheitsschuhen zu achten?

Zwar sind S3-Sicherheitsschuhe für Herren und Damen durchtrittsicher, zusätzlich sollten Sie aber auch noch auf die Rutschhemmung achten. Auch hier gibt es wieder klare Vorgaben:

  • SRA: Rutschhemmung auf Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfat
  • SRB: Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerin
  • SRC: Rutschhemmung auf Boden aus Keramikfliesen mit NaLS und auf Stahlboden mit Glycerin
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3.3. Welche Sicherheitsschuhe sind für den Winter geeignet?

Warme Sicherheitsschuhe für Damen und Herren sind bei der Arbeit im Freien an kalten Tagen ein Muss. Damit Ihre Füße nicht kalt werden, gibt es passende Sicherheitsschuhe mit Innenfutter. In hochwertigen Sicherheitsschuhen wird gerne Wolle verarbeitet, da das natürliche Material isolierend wirkt und viel Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich feucht anzufühlen. Bei günstigen Sicherheitsschuhen wird hingegen auf Synthetikfutter zurückgegriffen. Dieses künstlich hergestellte Material bietet weniger gute Isolierfähigkeit und fühlt sich auch schneller klamm an.

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4. Wie finde ich leichte S3-Sicherheitsschuhe für Herren und Damen?

Schwere Sicherheitsschuhe können bis zu 900 Gramm pro Schuh wiegen. Wenn Sie dieses Gewicht den ganzen Tag auf den Füßen tragen, werden die Beine schneller schwer. Daher ist es in vielen Berufen wichtig, Sicherheit mit möglichst geringem Gewicht zu kombinieren. Als Alternative zu leichten Damen-Sicherheitsschuhen mit Stahlkappe bieten sich Modelle mit Kunststoff-Schutzkappe an. Auch in der Sohle kann mittlerweile auf Metall verzichtet werden, ohne dass die Schutzleistung abnimmt. So kann das Eigengewicht bei Sicherheitsschuhen auf 400 bis 450 Gramm pro Schuh verringert werden.

Ein Paar Sicherheitsschuhe steht zum testen in einem geöffneten Schuhkarton.

S1P steht für Sicherheitsschuhe der Klasse 1 mit durchtrittsicherer Sohle.

5. Weitere Fragen und Antworten von Kunden, die nach Sicherheitsschuhe-Tests bzw. -Vergleichen suchen

5.1. Welche Firma hat die besten Sicherheitsschuhe?

Ein Sicherheitsschuhe-Test der Stiftung Warentest steht bislang nicht zur Verfügung, sodass Sie sich an der höchsten Sicherheitsklasse S3 orientieren können. Bequeme Sicherheitsschuhe dieser Kategorie finden Sie unter anderem bei den folgenden Marken:

  • Elten
  • Haix
  • Atlas
  • HKS
  • Uvex
  • Strauss (ehemals Engelbert Strauss)
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5.2. Was sind die bequemsten Sicherheitsschuhe?

Sicherheitsschuhe als Sneaker gelten durch ihre gedämpfte Sohle als besonders bequem. Dabei werden die Aufprallkräfte beim Gehen reduziert, um die Gelenke und Muskeln in den Füßen und Beinen zu schonen. Achten Sie zudem auf leichte Sicherheitsschuhe, die noch dazu atmungsaktiv sind.

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5.3. Gibt es orthopädische Sicherheitsschuhe?

Bei Fußfehlstellungen müssen Sie auch in Sicherheitsschuhen nicht auf orthopädische Einlagen verzichten. Viele Sicherheitsschuhe sind mit orthopädischen Einlagen nutzbar, eigene orthopädische Sicherheitsschuhe gibt es oft aber nur als Maßanfertigung.

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5.4. Muss der Arbeitgeber meine ESD-Sicherheitsschuhe bezahlen?

Arbeitgeber müssen eine Gefährdungsanalyse durchführen und Ihnen im Bedarfsfall passende Schutzausrüstung stellen. Wenn durch die Arbeit oder am Arbeitsplatz Gefahr für die Füße besteht, muss der Arbeitgeber die Kosten für Sicherheitsschuhe übernehmen.

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5.5. Wann muss ich S1-Sicherheitsschuhe für Damen und Herren tauschen?

Bei sichtbaren Beschädigungen der Sohle oder der Schutzkappe verlieren die Sicherheitsschuhe unter Umständen ihre Funktion und müssen umgehend getauscht werden. Der Verband Technischer Handel empfiehlt den Austausch von Sicherheitsschuhen je nach Beanspruchung alle sechs bis zwölf Monate.

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Im Video vorgestellt: Sicherheitsschuhe

Mitarbeiter der Firma Morlock Motors testen Sicherheitsschuhe in puncto Sicherheit, Komfort und Langlebigkeit.