Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Reboarder?
  2. Was für unterschiedliche Reboarder gibt es?
  3. Welche Reboarder passt zu mir?
  4. Welche Reboarder sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Reboarder?
  6. Wie lautet das Fazit für Reboarder?

Bei Babyschalen ist die rückwärtsgerichtete Sitzposition Standard, Kindersitze für ältere Kinder sind jedoch in der Regel vorwärtsgerichtet. Beim Kauf eines Reboarders sind diese Fakten wichtig: Ein empfehlenswerter Reboarder bietet hohen Sitzkomfort, sichere Befestigung und ein gutes Gurtsystem. Diese Modelle gibt es in unterschiedlichen Ausführungen für Kinder von 0 bis 18 oder sogar 36 kg, mit und ohne Isofix oder als drehbares Produkt. Achten Sie beim Kauf auf die passende Variante hinsichtlich Größe und Gewicht des Kindes sowie auf weitere Faktoren wie Seitenaufprallschutz, Befestigungssystem und Ausstattung.

Wie erkenne ich gute Reboarder?

Warum ein Reboarder? Diese Frage stellen sich viele Eltern beim Kauf einer neuen Sitzerhöhung. Aufgrund der rückwärtsgerichteten Sitzposition schützen solche Sitze die Kinder deutlich besser und werden daher von vielen Sicherheitsexperten empfohlen. Es gibt unterschiedliche Modellvarianten, die bereits ab Geburt verwendbar sind. Bei der Auswahl des passenden Modells sollten Sie auf die folgenden Kriterien achten:

Körpergewicht

Reboarder sind nach der Norm UN ECE Reg. 44 meist in den Klassen 0+/I (bis 4 Jahre) und II (15 bis 25 kg) erhältlich. Vereinzelt sind auch Sitze bis 36 kg (ca. 7 bis 12 Jahre) erhältlich. Ein Kindersitz von 9 bis 36 kg wächst mit und ist variabel anpassbar.

Körpergröße

Nach der neuen i-Size-Norm (UN ECE Reg. 129) erfolgt die Einteilung anhand der Größe des Kindes. Die Größeneinteilung ist nicht einheitlich geregelt und wird von den Herstellern individuell bestimmt.

Befestigung

Es gibt Reboardersitze mit und ohne Isofix-System. Ältere Fahrzeuge sind meist nicht mit passenden Ösen ausgestattet, daher müssen Sie hier den Sitz mittels Gurt auf dem Autositz fixieren. Grundsätzlich sind die Ösen und Haken zwar genormt, allerdings sind lediglich Isofix-Sitze mit Top Tether (zusätzlicher Haltegurt im oberen Bereich) universell einsetzbar. Somit sind nicht alle Isofix-Sitze für jedes Fahrzeug geeignet.

Gurtsystem

Je nach Hersteller und Modell sind die Kindersitze mit 3-Punkt- oder 5-Punkt-Gurtsystem ausgestattet. Unabhängig von der Variante sollten Sie grundsätzlich auf eine gute Polsterung der Gurte achten. Sinnvoll ist dies in den Bereichen um das Gurtschloss, zwischen den Beinen des Kindes, im Bauchbereich und an den Schultern.

Seitenaufprallschutz

Die meisten Reboardersitze sind mit einem Seitenaufprallschutzsystem versehen. Nach der i-Size-Norm muss jeder Sitz einen speziellen Seitenaufpralltest bestehen, ehe er die begehrte Zulassung erhält. Nach der noch immer gültigen ECE-R44-Norm ist dies nicht vorgeschrieben.

Ausstattung

Ein drehbarer Sitz erleichtert dem Kind den Einstieg und die um 360 Grad drehbaren Modelle können wahlweise vorwärts- oder rückwärtsgerichtet genutzt werden. Beachten Sie, dass nach i-Size-Norm für Kinder bis 15 Monate ausschließlich die rückwärtsgerichtete Position vorgeschrieben ist. Bei manchen Sitzen sind die Kopfstütze und die Sitzneigung individuell einstellbar.

Was für unterschiedliche Reboarder gibt es?

Diese Sitze gibt es von unterschiedlichen Herstellern wie beispielsweise Joie, Maxi Cosi, Römer, Cybex oder BeSafe. Nach der Zulassungsnorm UN ECE Reg. 44/04 werden Kindersitze in nachfolgende Klassen unterteilt:

  • Klasse 0 = bis 10 kg / ca. 1 Jahr
  • Klasse 0+ = bis 13 kg / ca. 1,5 Jahre
  • Klasse I = 9 bis 18 kg / ca. 1,5 Jahre bis 4 Jahre
  • Klasse II = 15 bis 25 kg / bis 7 Jahre
  • Klasse III / 22 bis 36 kg / 7 bis 12 Jahre

Eine Kategorisierung der Sitze ist zudem in Bezug auf die Bauweise sinnvoll.

Reboarder mit Isofix

Das Schnellbefestigungssystem Isofix ermöglicht eine schnelle und einfache Befestigung des Sitzes im Auto.

    Vorteile
  • Schneller Einbau
  • Sitz ist fest verankert
  • Sitze sind alternativ auch per Gurt fixierbar
  • Auch leere Kindersitze sind während der Fahrt gesichert
    Nachteile
  • Meist höherer Kaufpreis
  • Teilweise nicht für alle Autotypen geeignet
  • Ältere Autos sind meist nicht mit Isofixösen ausgestattet

Reboarder ohne Isofix

Vereinzelt sind günstigere Sitze ohne Isofix erhältlich, hier erfolgt die Befestigung im Auto klassisch per Gurt.

    Vorteile
  • Günstigerer Kaufpreis
  • Unabhängig vom jeweiligen Autotyp nutzbar
  • Auch für ältere Autos geeignet
    Nachteile
  • Befestigung etwas umständlicher
  • Fehlbedienung beim Anschnallen möglich

Drehbarer Reboarder

Manche Sitze sind seitlich drehbar und erleichtern den Einstieg. Andere Modelle sind sogar bis 360 Grad drehbar und bieten zusätzlich zum leichteren Einstieg die Möglichkeit zur variablen Wahl der Fahrtrichtung (rückwärtsgerichtete Position ist bei Kindern bis 15 Monate Pflicht).

Folgende Vorteile sind vorhanden:

  • Einfacherer Einstieg
  • Meist mit Isofix
  • Fahrtrichtungswechsel möglich (wenn 360 Grad drehbar)

Der höhere Kaufpreis ist der größte Nachteil.

Welche Reboarder passt zu mir?

Die unterschiedlichen Varianten sind nicht für jedes Kind gleichermaßen gut geeignet. Letztendlich sind für die Auswahl eines bestimmten Modells unterschiedliche Faktoren entscheidend, dazu zählen beispielsweise das Alter und die Größe des Kindes oder die Ausstattung des Sitzes. Folgende Beispiele zeigen Ihnen, welche individuellen Faktoren ausschlaggebend sind:

Reboarder für Neugeborene

Die meist in der Normklasse 0+/1 angesiedelten Sitze sind ab Geburt bis etwa zum 4. Lebensjahr zugelassen. In der Regel ist dies für ein neugeborenes Baby jedoch nicht sinnvoll. Die Lehne sollte nicht zu stark geneigt sein, damit das Baby liegend transportiert wird. Empfehlenswert sind Sitze, die sich in eine liegende Position einstellen und mit einem Neugeboreneneinsatz anpassen lassen.

Drehbarer Sitz für Kleinkinder

Für Kinder von 9 bis 18 kg (ca. 1,5 Jahre bis 4 Jahre) sind drehbare Sitze eine gute Wahl. Sie werden seitlich zur Tür gedreht und ermöglichen dem kleinen Mitfahrer einen schnelleren und leichteren Einstieg. Sie müssen das Kleinkind nicht mehr mühsam in die richtige Sitzposition heben und schonen daher zusätzlich Ihren Rücken. Für Kinder bis 15 Monate ist die rückwärtsgewandte Position Pflicht, viele Experten empfehlen sie bis zum 4. Lebensjahr.

Rückwärts-Kindersitz für ältere Kinder

Reboarder für Kinder von etwa 15 bis 25 kg (bis etwa 7 Jahre) eignen sich für ältere Kinder. Viele Eltern sorgen sich hier um die etwas eingeschränkte Beinfreiheit. Aufgrund des geringeren Platzangebotes müssen manche Kinder die Beine etwas anwinkeln. Wenn Ihr Nachwuchs dies als unangenehm empfindet, kann ein herkömmlicher Kindersitz für 9 bis 36 kg die bessere Wahl sein.

Isofix-Sitz für Sicherheitsbewusste

Das Isofix-System ermöglicht eine schnelle, zuverlässige und sichere Befestigung des Reboarders auf dem Autositz. Er ist auch ohne Kind zuverlässig fixiert, meist müssen Sie im Vergleich zu Sitzen ohne Isofix jedoch mit einem höheren Kaufpreis rechnen. Achten Sie auf die Kompatibilität, da sich nicht alle Sitze in jedem Auto nutzen lassen. Zudem muss das Fahrzeug mit speziellen Ösen versehen sein.

Reboarder ohne Isofix für ältere Autos

Ältere Automodelle sind in der Regel nicht mit den passenden Ösen versehen, daher ist hier ein Sitz ohne Isofix die bessere Wahl. Diese Modelle sind im Vergleich meist günstiger und werden klassisch per Gurtsystem angeschnallt.

Welche Reboarder sind laut Tests am besten?

Seit vielen Jahren testet Stiftung Warentest kontinuierlich Kindersitze und nimmt die neuen Testergebnisse in die bestehende Datenbank auf. Im Test 2019 verglichen die Tester 31 unterschiedliche Autokindersitze von Marken wie Joie, Maxi Cosi, Römer, BeSafe und Cybex.

Die Suche in der Datenbank nach Modellen aus dem Test 2019 passen Sie mit der Einstellung unterschiedlicher Suchkriterien individuell an. Zum Testsieger in der Kategorie der Reboard-Sitze bis 18 kg Körpergewicht kürten die Experten ein Modell von BeSafe. Lob erhielten die gute Unfallsicherheit und der Gurtverlauf, allerdings kritisierten die Tester die etwas unkomfortable Sitzposition. Insgesamt vergaben sie das Qualitätsurteil gut (2,0). Mit der gleichen Wertung überzeugte in dieser Kategorie auch ein Exemplar von Concord.

Im Artikel erklärt Stiftung Warentest zudem die unterschiedlichen Normvorgaben und zeigt sich skeptisch in Bezug auf mitwachsende Kindersitze. Da diese Produkte grundsätzlich für größere Kinder konzipiert sind, ist die Verwendung für Neugeborene nur bedingt empfehlenswert. Zwar sind meist Nestchen im Lieferumfang enthalten, nach Aussage der Tester sind hier aber hinsichtlich Handhabung und Sicherheit häufig Abstriche zu machen. Aus diesem Grund empfiehlt Stiftung Warentest für neugeborene Babys die Nutzung einer Babyschale.

ADAC: Kindersitze im Test

Ebenso wie die Stiftung Warentest nimmt auch der ADAC regelmäßig Kindersitze im Praxistest unter die Lupe. Alle Testergebnisse der letzten Jahre sind auf der ADAC-Seite abrufbar, auch hier ist die Suche anhand unterschiedlicher Suchkriterien individuell anpassbar. Für das Testjahr 2019 sind Testurteile für 10 rückwärtsgerichtete Kinderautositze (ohne Babyschale) vorhanden.

Den Testsieg in dieser Kategorie sicherte sich ein Produkt von BeSafe mit Isofixsystem. Die gute Bewertung erhielt das Modell insbesondere aufgrund der überzeugenden Leistungen in den Bereichen Sicherheit und Schadstoffe (jeweils mit sehr gut getestet). Mit der Gesamtnote gut ging auch der 2. Platz an BeSafe.

Was kosten Reboarder?

Ein Preisvergleich zeigt, dass Reboarder durchschnittlich teurer sind als klassische Kindersitze. Die vorwärtsgerichteten Exemplare sind bereits ab rund 150 Euro erhältlich, Babyschalen gibt es häufig sogar noch günstiger. Bei den Reboardern müssen Sie jedoch in der Regel mit höheren Anschaffungskosten rechnen. Dies liegt nach Aussage von Kindersitz-Entwicklern in erster Linie an den strengen Vorgaben der neuen i-Size-Norm und nicht unbedingt an den Sitzen selbst.

Innovative Technik-Komponenten und mehr Materialbedarf sind nicht günstig und die Hersteller müssen die zusätzlichen Kosten für Entwicklung, Zulassungsverfahren und Tests erwirtschaften. Diese Faktoren schlagen sich in der Preiskalkulation nieder und treiben die Verkaufspreise in die Höhe. Welche Kosten Sie einkalkulieren müssen, hängt maßgeblich von der Ausstattung eines Sitzes ab.

Gute Modelle im unteren Preissegment: Ab 150 Euro bis 400 Euro

Im Einsteigerbereich sind Reboardersitze ab etwa 200 Euro erhältlich. Rückwärtsgerichtete Babyschalen sind teilweise auch für einen geringeren Preis im Angebot. Bei diesen Produkten handelt es sich häufig um Exemplare für Kinder bis 18 kg Körpergewicht. Modelle ohne Isofix sind meist günstiger als Sitze mit komfortablem Befestigungssystem.

Premiumsitze & Testsieger: Ab 400 Euro

Im Preissegment zwischen etwa 400 und 600 Euro oder mehr liegen die umfangreich ausgestatteten Sitze von Herstellern wie BeSafe und Cybex. Viele dieser Sitze sind drehbar und bieten zusätzlich weitere Einstellmöglichkeiten.

Wie lautet das Fazit für Reboarder?

Der passende Reboarder bietet guten Sitzkomfort und sicheren Transport. Was Sie beim Kauf beachten sollten, zeigt der folgende Überblick:

  • Rückwärtsgewandte Kindersitze gibt es zu Kaufpreisen zwischen rund 250 und 600 Euro oder mehr
  • Die Kategorien richten sich nach Körpergröße oder Gewicht des Kindes, erhältlich sind Sitze in unterschiedlichen Ausführungen für Kinder von 1 bis 25 oder sogar 36 kg
  • Die i-Size-Norm schreibt den rückwärtsgewandten Transport für Kinder bis 15 Monate vor, Experten empfehlen ihn sogar für Kinder bis zum 4. Lebensjahr
  • Einige Modelle sind drehbar und bieten einen einfacheren Einstieg

Sie sind von den Vorteilen des Reboarders überzeugt und suchen nach dem passenden Modell? Dann nutzen Sie jetzt die Auswahl, in der Ihnen hochwertige Sitze in unterschiedlichen Ausführungen präsentiert werden. Ihnen und Ihrem Kind gute Fahrt und viel Spaß mit dem neuen Reboarder.

Im Video vorgestellt: Reboarder

Willkommen zu unserer Einbauanleitung für den Britax Römer Evolva 1-2-3 Plus Kindersitz! In diesem kurzen YouTube-Video zeigen wir dir, wie einfach es ist, diesen hochwertigen Kindersitz im Auto zu montieren. Mit einer Kapazität von 9-18kg bietet der First Class Plus optimalen Schutz und Komfort für dein Kind. Lass uns gemeinsam zeigen, wie man diesen Kindersitz schnell und sicher installiert!