Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Motorradjacken?
  2. Was für unterschiedliche Motorradjacken gibt es?
  3. Welche Motorradjacke passt zu mir?
  4. Welche Motorradjacken sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Motorradjacken?
  6. Wie lautet das Fazit für Motorradjacken?

Das Motorrad ist für viele Menschen weit mehr als ein bloßes Fortbewegungsmittel. Wenn Sie sich einen Traum erfüllen und ein Bike von KTM, Ducati oder Harley-Davidson kaufen, ist auch das richtige Zubehör wichtig. Die Auswahl reicht von Motorradbekleidung über den vorgeschriebenen Motorradhelm bis zum praktischen Motorrad-Navi. Neben dem Helm ist auch eine gute Motorradjacke unverzichtbar.

Eine empfehlenswerte Jacke sollte möglichst hochwertig verarbeitet und aus robusten Materialien gefertigt sein. Sie können sich für Jacken aus Textil oder Leder entscheiden. Alternativ zur 2-teiligen Kombi aus Jacke und Motorradhose können Sie sich auch für einen Einteiler entscheiden. Beim Kauf spielen nicht nur modische Aspekte eine Rolle, achten Sie auf Kriterien wie Größe und Passform, Material, Protektoren und Zusatzfunktionen.

Wie erkenne ich gute Motorradjacken?

Bei allen Unterschieden verbindet die Fans von Harley-Davidson, Honda, BMW & Co. eine wichtige Gemeinsamkeit. Seit vielen Jahren schreibt der Paragraf 21 a Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung die Helmpflicht für Motorradfahrer und Mitfahrer vor. Für den Gesetzgeber ist dabei unerheblich, ob es sich bei dem Motorradhelm um einen Integralhelm oder einen Klapphelm handelt.

Zusätzlich ist weitere Schutzausrüstung unbedingt empfehlenswert, dazu zählen Motorradhandschuhe, Motorradschuhe oder Motorradstiefel, Motorradhose und die passende Jacke. Was Sie beim Jackenkauf beachten sollten, zeigt der nachfolgende Überblick.

Größe und Passform: Jacken für Damen, Herren und Kinder

Lassen Sie sich nicht alleine von Optik und Design leiten. Bei Motorradjacken steht in erster Linie die Schutzwirkung im Vordergrund und auch ein guter Tragekomfort ist wichtig. Achten Sie auf einen guten Sitz und wählen Sie die passende Größe aus. Die Jacke sollte nicht zu locker und auch nicht zu eng sitzen. Es sind unterschiedliche Modelle für Damen, Herren und Kinder auf dem Markt.

Material: Leder oder Textil

Lederjacke und Motorrad gehören für viele Menschen untrennbar zusammen. Allerdings gibt es seit einiger Zeit auch leichte Textil-Jacken, die mit gutem Tragekomfort, innovativen Funktionen und Robustheit überzeugen. Folgende Materialien können bei Motorradjacken zum Einsatz kommen:

  • Leder
  • Polyamid
  • Polyester
  • Cordura (reißfest)
  • Maxdura (reißfest)
  • Mesh (Netzinnenfutter)
  • Coolmax (feuchtigkeitsregulierend)
  • Gore-Tex (Klimamembran)
  • Poro-Tex (Klimamembran)

Machen Sie Ihre Wahl von der Jahreszeit abhängig

Auch die Jahreszeit ist entscheidend. Im Winter kann beispielsweise eine warme Jacke mit Thermofutter die bessere Wahl sein. Sie müssen nicht unbedingt eine spezielle Motorrad-Sommerjacke kaufen. Bei manchen Jacken nehmen Sie das warme Futter einfach mit wenigen Handgriffen heraus.

Protektoren: Schultern, Ellbogen, Wirbelsäule

Klassische Retro- oder Vintage-Lederjacken sind in der Regel nicht mit Protektorenschutz ausgestattet. Moderne Jacken bieten jedoch in der Regel integrierte Schutzpolster, die sich häufig problemlos austauschen lassen. Teilweise sind sogar Exemplare mit zusätzlichen Rückenprotektoren zu finden.

Da Rückenverletzungen durchaus schwerwiegende Folgen haben können, können Sie alternativ auch einen zusätzlichen Rückenschutz nutzen. Achten Sie unbedingt auf die Einhaltung der Mindeststandards nach DIN EN 1621-1 (Gelenkprotektoren) sowie EN 1621-2 (Rückenprotektoren).

Zusatzfunktionen: Airbag, verschließbare Taschen etc.

Wenn Sie sich gegen einen Einteiler entscheiden und dennoch das Flattern der Jacke vermeiden möchten, kann eine Jacke mit Verbindungssystem eine gute Alternative sein. Viele Motorradjacken lassen sich mittels Reißverschluss mit der passenden Hose verbinden. Zusätzliche Funktionen sind beispielsweise verschließbare Taschen, anpassbare Ärmel oder ein 2-teiliges Gürtelsystem. Besonders innovativ sind Jacken mit integriertem Airbag.

Was für unterschiedliche Motorradjacken gibt es?

Wesentliche Unterschiede gibt es zwischen Lederjacken und Textiljacken. Da neben der Jacke auch eine passende Motorradhose zur Schutzausrüstung gehört, lohnt sich zudem ein Blick auf die Unterschiede von Einteilern und 2-teiligen Motorradkombis.

Lederjacken

Leder zeichnet sich durch gute Widerstandsfähigkeit, Reißfestigkeit und Abriebfestigkeit aus.

  • Hoher Schutz
  • Ansprechende Optik
  • Lange Haltbarkeit
  • Abriebfest, widerstandsfähig und reißfest
  • Nicht waschbar
  • Höherer Pflegeaufwand
  • Vergleichsweise schwer
  • Tierisches Produkt

Textiljacken

Jacken aus textilen Kunststofffasern gibt es von Herstellern wie iXS, Held, Büse oder Alpinestars. Dank moderner Funktionsmaterialien bieten viele Jacken eine gute Wind- und Wetterfestigkeit.

  • Meist wind- und wetterfest
  • Leichteres Tragegefühl
  • Alltagstauglich
  • Atmungsaktiv und wasserdicht
  • Häufig waschbar
  • Geringere Abriebfestigkeit
  • Können sich im Wind leichter aufblähen und flattern
  • Geringere Haltbarkeit (im Vergleich zu Leder)

2-teilige Kombis

Wenn Sie keinen Einteiler tragen und dennoch das Aufblähen und Flattern der Jacke vermeiden möchten, kann eine 2-teilige Kombi eine gute Wahl sein. Diese Exemplare bestehen aus Motorradjacke und Motorradhose, die sich miteinander verbinden lassen. Meist erfolgt die Verbindung mittels Reißverschluss.

  • Hosen und Jacken in unterschiedlichen Größen kombinierbar
  • Anziehen ist leichter als bei Einteilern
  • Kleidungsstücke auch separat tragbar
  • Weniger sicher als Einteiler
  • Reißverschluss ist verschleißanfällig
  • Häufig weniger reißfest als Einteiler

Einteiler

Die einteiligen Anzüge von Herstellern wie Büse, Alpinestars, Held oder Dainese sind häufig der Motorradbekleidung der Motorradrennfahrer nachempfunden. Sie sind reißfest, robust und widerstandsfähig.

  • Reißfestigkeit, Robustheit
  • Guter Tragekomfort
  • Gelten als sicherer als 2-teilige Kombis
  • Anziehen ist etwas umständlich
  • Unterwegs etwas problematisch (Toilettengang)
  • Teurer als 2-teilige Kombis

Welche Motorradjacke passt zu mir?

Von Anbietern wie Louis, FLM, Belstaff, Vanucci oder Fastway gibt es Motorradjacken und Motorradhosen in unterschiedlichen Ausführungen. Ob Sie sich für eine 2-teilige Kombi, einen Einteiler, eine Lederjacke oder eine Motorrad-Textiljacke entscheiden, hängt von Ihren individuellen Anforderungen ab. Neben den unterschiedlichen Vor- und Nachteilen spielen dabei auch weitere Anforderungen wie das vorhandene Budget oder Ihre Ansprüche an das Design eine wichtige Rolle. Die nachfolgenden Anwendungsbeispiele sollen Ihnen als Inspiration dienen.

Motorrad-Textiljacke für Preisbewusste

Sie suchen nach einer preisgünstigen Jacke, die zusätzlich mit Protektorenschutz ausgestattet ist? Alternativ zu den klassischen Lederjacken sind im Handel widerstandsfähige und robuste Textiljacken erhältlich, die mit guten Produkteigenschaften und vergleichsweise niedrigen Preisen überzeugen. Bei begrenztem Budget bleibt Ihnen so noch ausreichend Geld für Motorradschuhe oder Motorradstiefel, Integralhelm oder Klapphelm sowie weiteres Zubehör wie Motorradhandschuhe und Motorradhose.

Motorrad-Lederjacke für Chopperfahrer

Die Lederjacke und das Motorrad sind für viele Menschen eine untrennbare Einheit. Wenn Sie großen Wert auf ein passendes Outfit legen, können Sie sich beispielsweise für eine Vintage- oder Retro-Jacke aus Leder entscheiden. Unterschiedliche Anbieter wie beispielsweise Louis bieten sogar eigens passende Chopper-Bekleidung an. Viele Jacken lassen sich sogar mit modernen Protektoren ausstatten.

2-teilige Kombi für längere Touren

Sie unternehmen häufig längere Ausflüge und lassen sich von Ihrem Motorrad-Navi gerne zu neuen Zielen leiten? Dann ist eine 2-teilige Kombi eine gute Wahl. Wenn Sie eine Pause einlegen, können Sie einfach die Jacke ausziehen und auch der Toilettengang ist im Vergleich zum Einteiler deutlich einfacher zu bewältigen.

Sicherheitsbewusste wählen eine Motorradjacke mit Airbag

Ein Airbag kann sich nicht nur für Autofahrer als Lebensretter erweisen. In den vergangenen Jahren haben sich auch im Bereich der Motorradbekleidung zahlreiche Hersteller mit dieser Thematik befasst. Inzwischen sind moderne Jacken mit innovativen Airbagsystemen erhältlich, die Motorradfahrern etwas mehr Sicherheit bieten sollen.

Motorrad Sommerjacke für den Sommer

Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, können Motorradfahrer in Schutzkleidung schnell ins Schwitzen geraten. Dank moderner Funktionsmaterialien gibt es inzwischen jedoch leichte Sommerjacken, die einen angenehmen Tragekomfort mit zuverlässigem Schutz kombinieren.

Welche Motorradjacken sind laut Tests am besten?

Wenn Sie nach passenden Motorradjacken suchen, können einschlägige Testergebnisse möglicherweise wichtige Informationen liefern. Sie erfahren, welche Motorradjacken im Test überzeugen konnten und was bei der Auswahl zu beachten ist. Leider haben die bekannten Testinstitute ÖKO-TEST und Stiftung Warentest bisher noch keinen Motorradjacken Test durchgeführt.

Motorradhosen im Test beim ADAC

In diesem Motorradhosen Test stand klar die Abriebfestigkeit im Vordergrund, daher sind die Testergebnisse auch interessant, wenn Sie nach einer passenden Motorradjacke suchen. Den Testsieg errang eine Jeans des Herstellers Vanucci, die mit guter Abriebfestigkeit, zuverlässigen Protektoren und einem angenehmen Tragekomfort punktete.

MOTORRAD: Motorradjacken im Test

Das Fachmagazin MOTORRAD veröffentlicht regelmäßig Testergebnisse zu unterschiedlichen Produktbereichen rund um das Motorrad. Auch unterschiedliche Motorradjacken kamen bereits unter die Lupe. In einem Lederjacken-Test begutachtete das MOTORRAD-Team 13 sportliche Motorrad-Lederjacken. 3 Modelle überzeugten auf ganzer Linie und erhielten dementsprechend die Bestnote “sehr gut”. Dazu zählte beispielsweise die Jacke von Alpinestars, die insbesondere für angenehme Passform, vorbildlichen Protektoren-Sitz und gute Verarbeitung Lob erhielt.

Neben dem Testsieger beeindruckten auch die Modelle von Modeka und iXS mit sehr guten Leistungen. Die preisgünstigste Jacke von Probiker landete mit der Note befriedigend auf dem letzten Platz. Allerdings gab es durchaus erschwingliche Jacken mit guten Wertungen, die eine gute Produktqualität boten.

Was kosten Motorradjacken?

Sie können sich für eine Camouflage-Jacke entscheiden, eine Lederjacke kaufen oder sich für ein Markenprodukt von Anbietern wie Polo, Rukka oder Alpinestar entscheiden. Für nahezu jeden Anspruch sind unterschiedliche Designs und Ausstattungsmerkmale zu finden. Durchschnittlich sind Lederjacken häufig teurer als Textiljacken, es gibt allerdings auch bei den textilen Produkten Exemplare mit höherem Preisniveau.

Eine gute Motorradjacke muss nicht unbedingt teuer sein und ein teures Exemplar ist nicht automatisch auch für jeden Motorradfahrer empfehlenswert. Wichtiger als der Kaufpreis sind eine gute Materialqualität sowie Ihre individuellen Anforderungen hinsichtlich Material, Ausstattung und Marken. Sie können sich für ein passendes Produkt entscheiden und finden in den 3 Preiskategorien jeweils empfehlenswerte Jacken mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Preisgünstige Motorradjacken: Ab ca. 40 Euro

Günstige Jacken gibt es bereits ab etwa 40 Euro. In dieser Preiskategorie gibt es durchaus robuste Jacken mit guter Abriebfestigkeit, allerdings sind nicht alle Modelle serienmäßig mit Protektoren ausgestattet. Wenn Sie nach einer erschwinglichen Jacke suchen, sollten Sie in jedem Fall auf die Ausstattung und die Verarbeitungsqualität achten.

Jacken im mittleren Segment: 150 bis 400 Euro

Wenn Sie nach eine Lederjacke oder eine Textiljacke mit Thermofutter kaufen möchten, ist dieses Segment die passende Wahl. Meist sind diese Jacken seriemäßig mit Protektoren ausgestattet und bieten zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie Innentaschen, Thermofutter oder Verbindungsreißverschluss. Hier sind Jacken von Anbietern wie Modeka oder Louis angesiedelt.

Premium-Motorradjacken: Ab ca. 400 Euro

Die Jacken von Premiummarken wie Belstaff, Vanucci oder Alpinestar sind im oberen Preissegment zu finden. Auch wenn Sie sich für eine Motorradjacke mit Airbag interessieren, ist dieser Preisbereich die beste Wahl. Hier finden Sie exklusive Modelle, die aus innovativen Materialien gefertigt sind und über Ausstattungsmerkmale wie beispielsweise eine Protektoren-Vollausstattung verfügen.

Wie lautet das Fazit für Motorradjacken?

Ob rasante Kurvenfahrten mit der Sportmaschine oder gemütliche Touren mit dem Chopper: Die richtige Bekleidung ist in jedem Fall obligatorisch. Auch der vorsichtigste Fahrer kann stürzen oder unverschuldet in eine Unfallsituation geraten. Unabhängig von der Entscheidung für Textil oder Leder sollten Sie daher in jedem Fall auf eine gute Verarbeitungsqualität achten. Jacken mit Protektoren bieten Schutz, der sich jedoch meist auf Schulter und Ellbogen beschränkt. Nicht alle Hersteller statten Motorradjacken mit Rückenprotektoren aus. Wichtig sind beim Kauf insbesondere diese Punkte:

  • Produkte im Einsteigerbereich gibt es ab ca. 40 Euro, die Mittelklasse beginnt bei rund 150 Euro und für Premiumjacken sind Preise ab etwa 400 Euro üblich
  • Die wichtigsten Eigenschaften einer guten Motorradjacke sind Widerstandsfähigkeit, Reißfestigkeit und Abriebfestigkeit
  • Sie können zwischen Leder- und Textiljacken wählen
  • Einige Jacken lassen sich mittels Reißverschluss mit Motorradhosen zu einer 2-teiligen Kombi verbinden

Sie haben die passende Jacke noch nicht gefunden? Sehen Sie sich jetzt die unterschiedlichen Produkte in der Vergleichstabelle an. Hier sind empfehlenswerte Jacken aufgelistet, die mit guten Produkteigenschaften und fairen Preisen überzeugen. Viel Spaß und gute Fahrt mit Ihrer neuen Motorradjacke.