Die richtige Ausrüstung ist gerade beim Klettersport eine wichtige Grundvoraussetzung. Neben den offensichtlichen Sicherheitsaspekten ist bei längeren Kletterpartien auch ein angenehmer Sitz wichtig. Ob Bouldern, Sportklettern oder Baumklettern, ein passender Klettergurt ist ein absolutes Muss.
Ein Klettergurt erfüllt dabei viele wichtige Funktionen. So wird die Last bei einem Sturz auf den Körper verteilt, Kletterutensilien können bequem mitgeführt werden und das Hängen und Sichern wird ermöglicht. Dabei sollte ein Klettergurt von guter Qualität sein und den Sicherheitsansprüchen der EU-Norm EN 1227 entsprechen. Wichtig ist auch der Einsatzzweck, denn nicht jeder Klettergurt ist allen Situationen gewachsen. Deshalb werden viele verschiedene Materialien und Schlaufen angeboten. Welcher Klettergurt am besten zu Ihnen passt, erfahren Sie in unserer Kaufberatung.
Wie erkenne ich gute Klettergurte?

Klettern ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Der naturnahe Sport begeistert immer mehr Menschen, wodurch auch die Nachfrage an hochwertigem Equipment gestiegen ist. Ob in der freien Natur oder in der Kletterhalle: Neben den passenden Kletterhelm und Kletterschuhen gehört ein passender Klettergurt zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen. Dabei sollte beim Kauf auf einige Eckdaten besonders geachtet werden.
Gurtarten: Hüft-, Brust- und Komplettgurte
Klettergurte werden in verschiedenen Arten angeboten. Der gängigste Gurt für Erwachsene ist der Hüftgurt. Dieser verfügt über einen hüftumschließenden Gurt und zwei Beinschlaufen, wodurch er die Grundlage aller Klettergurte bildet. Zusätzlich lässt sich ein Brustgurt ergänzen, was gerade für Kinder und Anfänger ratsam ist und einen besseren Halt bietet. Komplettgurte kombinieren den Hüft- und Brustgurt und werden sowohl im Alpinismus als auch für Anfänger eingesetzt.
Die passende Größe: Individuell anpassbar
Damit der Gurt angenehm anliegt und eine gute Sicherung ermöglicht, muss er optimal sitzen. Dabei sollte der Gurt nicht eng am Körper anliegen, wie von Kletteranfängern oftmals angenommen wird. Vielmehr sollte zwischen den Hüft- und Beinschlaufen eine handbreit Platz sein. So stellt der Gurt beim Klettern keine Behinderung dar und die Blutzirkulation wird nicht unterbrochen.
Die passenden Größe finden
Damit die passende Größe schnell gefunden wird, bieten die Hersteller oftmals Größentabellen an. Zu klein sollte der Gurt in jedem Fall nicht sein. Ein nachträgliches Anpassen ist bei einem zu engen Gurt nicht mehr möglich.
Einsatzbereich: Kletterhalle oder Klettersteig

Bei diesem Salewa-Klettergut ist eine saubere Verarbeitung an den Nähten zu erkennen, was uns überzeugt.
Natürlich muss beim Kauf eines Klettergurtes auch der Einsatzzweck beachtet werden. Verschiedene Arten des Klettersportes verlangen nach unterschiedlichen Klettergurten. Komplettgurte sind für Einsteiger und Kinder generell eine gute Anschaffung. Diese bieten mehr Halt und können eventuelle Stürze besser abfedern. Auch für das Begehen von Kletterstiegen eignen sich Komplettgurte besonders gut.
Für das Klettern in großen Höhen bietet sich ein Set aus Brust- und Hüftgurt an. Derartige Sets bieten eine sehr gute Absicherung und schränken dabei die Bewegungsfreiheit nicht so stark ein wie vergleichbare Komplettgurte.
Erfahrene Kletterer sind oftmals bereits mit einem Hüftgurt bestens ausgestattet. Diese bieten die größte Bewegungsfreiheit und sind sowohl für Kletterhallen als auch für das Klettern in freier Natur gut geeignet.
Sicherheit: Auf Zertifizierungen achten
Das größte Kaufkriterium bei einem Klettergurt ist natürlich die Sicherheit. Alle angebotenen Klettergurte müssen in Europa der EU-Norm EN 12277 entsprechen und weisen dadurch einen guten Sicherheitsstandard vor. Gurte nach dieser Norm müssen eine gewisse Mindestbreite vorweisen und den vorgegebenen Belastungen standhalten. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, sollte auf die Zertifizierung der International Climbing and Mountaineering Federation (UIAA) achten. Diese fordert strengere Vorschriften und bietet ein erhöhtes Maß an Sicherheit.
Materialschlaufen: Für Zubehör unterwegs
Materialschlaufen dienen der Befestigung von Klettermaterial an einem Klettergurt. Die Anzahl der benötigten Materialschlaufen kommt daher sehr auf den Einsatzzweck an. Für das Klettern in einer Kletterhalle benötigen Sie nur wenige Utensilien. Daher sind wenige Materialschlaufen ausreichend, um Dinge wie Magnesium mitzuführen.
Für das Klettern in freier Natur benötigen Sie jedoch mehrere Schlaufen. Achten Sie beim Kauf daher unbedingt auf die Anzahl der Materialschlaufen. Einige Gurte bieten auch die Möglichkeit, Materialschlaufen je nach Bedarf zu befestigen. Das ist besonders für erfahrene Kletterer praktisch.
Was für unterschiedliche Klettergurte gibt es?
Klettergurte werden in verschiedenen Ausführungen angeboten. Diese eignen sich für verschiedene Einsatzzwecke wie das Indoor- oder Outdoor-Klettern. Bei der Auswahl des passenden Klettergurtes sollte auch auf die eigenen Fähigkeiten geachtet werden. Anfänger benötigen zumeist einen anderen Gurt als erfahrene Kletterer.
Hüftgurte
Hüftgurte stellen die Grundlage eines jeden Klettergurtes dar. Sie bestehen aus zwei einstellbaren Beinschlaufen und dem namensgebenden Hüftgurt. Materialschlaufen finden ebenfalls an einem Hüftgurt Platz und sind für das Klettern unerlässlich. Reine Hüftgurte sind vor allem für fortgeschrittene Kletterer geeignet, da sie einen Sturz nicht so effektiv abfangen wie ein Komplettgurt. Dafür bieten Hüftgurte ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit, was gerade erfahrenen Kletterern wichtig ist.
- Große Bewegungsfreiheit
- Platz für Materialschlaufen
- Einfache Handhabung
- Nicht für Anfänger geeignet
- Stürze werden weniger effektiv aufgefangen
Klettergurt mit Brustgurte
Ein Brustgurt ist als eine Erweiterung des Hüftgurtes zu sehen. Die Kombination aus einem einzelnen Hüft- und Brustgurt kann einem Kletterer ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Gleichzeitig bieten diese Gurte, anders als bei Komplettgurten, eine bessere Bewegungsfreiheit. Ein Brustgurt verhindert bei einem Sturz das Drehen auf den Kopf und sollte daher gerade von Anfängern immer getragen werden. Führen Sie beim Klettern einen Rucksack mit, sollte auf eine Polsterung des Brustgurtes möglichst verzichtet werden.
- Verhindert das Drehen auf den Kopf
- In Kombination mit einem Hüftgurt oftmals komfortabler als ein Komplettgurt
- Mehr Sicherheit als ein reiner Hüftgurt
- Brustgurte können nur in Kombination eines Hüftgurts verwendet werden
Komplettgurte
Komplettgurte stellen eine Einheit aus Hüft- und Brustgurt dar. Sie sind durch die gute Abfederung von Stürzen besonders für Anfänger und Kinder geeignet. Das Drehen auf den Kopf wird durch den Gurt ebenfalls verhindert. Auch fortgeschrittene Kletterer greifen oftmals auf Komplettgurte zurück. Sie sind teilweise einfacher zu handhaben als ein Set aus Hüft- und Brustgurt und eignen sich ausgezeichnet für den Alpinismus. Die Bewegungsfreiheit wird mit einem Komplettgurt jedoch stärker eingeschränkt, was gerade für erfahrene Kletterer unpraktisch sein kann.
- Für Anfänger und Kinder geeignet
- Verhindert das Drehen auf den Kopf
- Hohes Maß an Sicherheit
- Komplettgurte bieten nur eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit
Welche Klettergurt passt zu mir?
Den passenden Klettergurt zu finden, gehört zu den wichtigsten Grundvoraussetzungen für das Klettern. Die Sportart hat in den letzten Jahren viel Schwung aufgenommen und wird immer beliebter. Kletterhallen bieten den idealen Raum, um Anfänger und Kinder an das Thema heranzuführen. Auch in der freien Natur lässt es sich ausgezeichnet klettern. Es gibt viele Berge und Felswände, die nur darauf warten, bestiegen zu werden.
Damit der Kletterspaß frei von Sicherheitsbedenken stattfinden kann, sollte der passende Klettergurt gewählt werden. Welcher Klettergurt am besten zu Ihnen passt, erfahren Sie in unserer Typberatung.
Komplettgurte: Für Einsteiger und Kinder

Wie wir im Rahmen des Vergleichs feststellen, sind solche Klick-Verschlüsse üblich, wie hier bei diesem Salewa Klettergurt gezeigt.
Komplettgurte sind die erste Wahl für Einsteiger und Kinder. Sie verbinden den Hüft- und Brustgurt in eine Einheit und sind leicht anzulegen. Dadurch ist die Handhabung auch für Einsteiger unproblematisch. Darüber hinaus bieten Komplettgurte ein hohes Maß an Sicherheit. Stürze werden optimal abgefangen und ein Drehen auf den Kopf wird effektiv verhindert. Darüber hinaus lassen sich Kletterutensilien, wie das Magnesium, durch am Hüftgurt befestigte Materialschlaufen transportieren.
Hüftgurte: Für fortgeschrittene Kletterer
Fortgeschrittene Kletterer verzichten oftmals auf die bessere Sicherung von Komplettgurten, denn reine Hüftgurte bieten eine bessere Bewegungsfreiheit. Klettermanöver können so effektiver ausgeführt werden und benötigte Materialien lassen sich weiterhin durch integrierte Materialschlaufen mitführen.
Zertifikate sorgen für Sicherheit
In größeren Höhen sollten Sie dabei auf ein zusätzliches UIAA-Zertifikat achten. Diese Gurte müssen strengere Vorschriften erfüllen als reguläre Klettergurte nach EU-Norm. Gurte mit einer UIAA-Zertifizierung müssen ein höheres Gewicht tragen können und werden nach von Experten festgelegten Kriterien beurteilt.
Komplettgurte: Für Alpinisten und professionelle Kletterer
Komplettgurte eignen sich nicht nur für Einsteiger und Kinder. Auch fortgeschrittene Kletterer und Alpinisten können von einem hochwertigen Komplettgurt profitieren. Die zusätzliche Absicherung eines Komplettgurtes ist gerade auf gefährlichen Passagen und in großen Höhen von enormer Wichtigkeit.
Möglichst viele Materialschlaufen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, verschiedenste Kletterutensilien in unmittelbarer Reichweite zu haben. Auch bei Komplettgurten gibt es viele Gurte mit einem UIAA-Zertifikat. Diese eignen sich sowohl für fortgeschrittene als auch professionelle Kletterer.
Welche Klettergurte sind laut Tests am besten?
Bisher liegt leider kein Klettergurt Test der Stiftung Warentest vor. Auch ÖKO-Test testete Klettergurte bisher nicht. Sobald ein Klettergurt Test vorliegt, erfahren Sie dies hier.
Klettergurte Test von ALPIN
Das Magazin ALPIN hat jedoch im Jahr 2016 einen ausführlichen Klettergurte Test durchgeführt. Insgesamt 10 Klettergurte testeten die Experten. Die Tester bestehen dabei aus 9 Testerinnen und Tester, welche die Klettergurte nach den Kriterien Handling, Tragekomfort beim Gehen und Klettern, sowie dem Hängekomfort getestet haben.
Testsieger im Klettergurte Test wurde der Arc’teryx AR-395a Klettergurt. Insbesondere der hohe Tragekomfort gefällt den Testern. Jedoch müssen Sie mit 150 Euro relativ tief in die Tasche greifen. Laut den Testern ist dieser Preis gerechtfertigt: “Qualität kostet eben”.
Als Allround-Tipp bezeichnen die Tester den Beal Mirage Klettergurt. Mit einem Preis von nur circa 75 Euro ist dieser Klettergurt lediglich halb so kostspielig wie der Testsieger. Negativ fällt den Testern nur die sperrigen Beinschlaufen beim Gehen auf.
Was kosten Klettergurte?
Klettergurte gehören zur Grundausstattung für jeden Kletterer. Dabei muss ein guter Klettergurt nicht immer teuer sein. Bereits für weniger als 40 Euro lassen sich gute Klettergurte erstehen. Dabei sollte in jedem Fall auf die passende Größe geachtet werden, denn die wichtigste Eigenschaft eines Klettergurtes ist der Komfort. Wieviel Sie für den passenden Klettergurt ausgeben müssen, erfahren Sie in unserer Preisauflistung.
Einfache Gurte: Für unter 40 Euro
Der Einstieg in die Welt des Kletterns muss nicht immer teuer sein. Bereits für weniger als 40 Euro gibt es viele attraktive Auswahlmöglichkeiten. Allerdings handelt es sich zumeist um einfache Hüftgurte, was für Anfänger und Kinder nicht unbedingt zu empfehlen ist. Für den ersten Einstieg reichen diese Klettergurte jedoch oftmals aus und erfahrene Kletterer finden auch in diesem Preissegment etwas Passendes. Um die Sicherheit muss sich bei günstigen Gurten keine Sorgen gemacht werden, denn auch diese müssen die EU-Norm EN 1227 erfüllen.
Klettergurte mit mehr Komfort: Für 40 bis 60 Euro
Es soll etwas komfortabler sein oder Sie verbringen lange Zeit an der Kletterwand? Dann lohnt es sich, auf ein Klettergurt dieser Preisklasse zurückzugreifen. Breite Beinschlaufen und großzügigere Polsterungen zeichnen diese Gurte aus. Auch die Bedienung fällt oft einfacher aus. Die Schnallen sind von höherer Qualität und erlauben eine unkomplizierte Einstellung der Größe.
Komplettgurte: Für 60 bis 80 Euro
Komplettgurte sind für Anfänger und Kinder die ideale Wahl, denn sie bieten einen wesentlich besseren Halt als reine Hüftgurte. Der komplexere Aufbau spiegelt sich auch im Preis wider, weshalb die ersten Klettergurte dieser Art erst in dieser Preisklasse zu finden sind. Allerdings sind auch günstige Komplettgurte von guter Qualität und eignen sich deshalb auch für erfahrene Kletterer und Alpinisten. Atmungsaktive Materialien und ein hoher Tragekomfort gehören bei Gurten dieser Preisklasse zum guten Ton.
Hochwertige Klettergurte: Ab 80 Euro
Fortgeschrittene und professionelle Kletterer greifen meist zu besonders hochwertigen Gurten. Diese bieten erstklassige Materialien, praktische Materialschlaufen und vereinzelt auch UIAA-Zertifizierungen. Reflektierende Elemente, mehrfache Anseilpunkte und weiche Polsterungen gehören ebenfalls zu den Vorteilen von hochwertigen Klettergurten. Langes Hängen ist somit kein Problem, was gerade für berufliche Kletterer ein wichtiges Kriterium ist.
Wie lautet das Fazit für Klettergurte?
Den richtigen Klettergurt zu finden, ist gar nicht so einfach. Viele Klettergurte und Bauarten werden auf dem Markt angeboten, wodurch die Wahl des Gurtes oft nicht ohne Recherche zu treffen ist. Wer seinen Klettergurt von europäischen Händlern kauft, muss sich um die Sicherheit jedoch keine Gedanken machen. Worauf Sie beim Kauf eines Klettergurtes unbedingt achten sollten, wurde für Sie noch einmal zusammengefasst:
- Die richtige Größe ist entscheidend, weshalb der Gurt lieber etwas zu groß als zu klein ausgewählt werden sollte
- Komplettgurte sind für Anfänger, Kinder und Alpinisten sehr zu empfehlen
- Erfahrene Kletterer sind mit einem Hüftgurt bereits gut ausgestattet
- Ein UIAA-Zertifikat bestätigt ein Höchstmaß an Sicherheit
- Einfache Hüftgurte gibt es bereits für unter 40 Euro
- Mit mehr Komfort beim Klettern ist für 40 bis 60 Euro zu rechnen
- Komplettgurte für Anfänger und Fortgeschrittene kosten 60 bis 80 Euro
- Hochwertige Klettergurte für den professionellen Einsatz gibt es ab 80 Euro
Damit Sie ohne Umwege zu Ihrem neuen Klettergurt finden, können Sie einfach in Liste nach Ihrem favorisierten Gurt suchen. Egal für welchen Gurt sie sich entscheiden, wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Klettern!



















