Die Hauptaufgabe einer Grafikkarte besteht in der Weiterleitung eines Bildsignals an den Bildschirm. Dahinter steht eine große Arbeitsleistung. Daher verfügen Grafikkarten über einen eigenen Grafikprozessor (GPU oder Single-GPU), welcher als Zwischen- und Arbeitsspeicher dient. Das entlastet den Hauptprozessor in Ihrem PC deutlich.
Sie sollten jedoch vor dem Kauf festlegen, was eine Grafikkarte bei Ihnen leisten muss. Möchten Sie mit Ihrem PC einfach nur arbeiten, Computerspiele mit hoher Auflösung spielen oder spezielle Anwendungen nutzen? Auf dem Markt gibt es für jeden Anspruch die passende Grafikkarte. Doch hier sind folgende Komponenten einer Grafikkarte entscheidend.
Grafikchip
Der Grafikchip, auch als Grafikprozessor oder kurz GPU bezeichnet, bildet das Herzstück einer Grafikkarte. Er dient vor allem zur Berechnung der Bildschirmausgabe und der Darstellung von 3D-Animationen. Wenn Hersteller neue Modelle auf den Markt bringen, ist stets der Grafikprozessor beziehungsweise Grafikchip optimiert und überarbeitet. So können Sie sich anhand der Modellnummern an den aktuellsten Grafikkarten orientieren und so einen Überblick über die Leistungsstärke gewinnen.
Grafikkarten für Einsteiger und Profis
Nicht jede neue Grafikkarte ist automatisch besser. Hersteller von Grafikprozessoren wie AMD, Intel oder NVIDIA versuchen, einen großen Markt abzudecken. Das bedeutet, dass Modelle explizit für Einsteiger oder den High-End-Bereich produziert werden und sich dementsprechend Unterschiede bei der Leistungsstärke ergeben.
Grafikspeicher
Der Grafikspeicher, auch als V-RAM (Video-RAM) bezeichnet, ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium bei der Grafikkarte. Ihm kommt die Aufgabe zu, Bilder oder 3D-Modelle zu verarbeiten und zu speichern. Von hier aus werden die digitalen Bilder dann auf Ihren Bildschirm übertragen. Beim Grafikspeicher müssen Sie auf die Taktrate, die Bandbreite und die Speichergröße der Speicherkarte achten. So entscheidet die Größe des Grafikspeichers über die maximale Farbtiefe und Bildauflösung und die Taktrate über die Leistung.
Die Speichergröße wird vom PC in Megabyte und die durchschnittliche Taktung der Einheit in Megahertz (MHz) angegeben. Zum Einsatz kommen heute Grafikkarten mit einer sehr großen Speicherkapazität, meist deutlich mehr, als sie zur reinen Bildspeicherung bräuchten. Aktuelle Grafikkarten haben mitunter ein Speichervolumen im höheren Gigabyte-Bereich. Die Bandbreite (SDRAM, DDRAM) entscheidet über die Schnelligkeit der Datenübertragung. Daher ist dieses Kriterium in vielen Fällen, vor allem beim Gaming, deutlich wichtiger als die Speicherkapazität.
Die gängigsten V-RAM-Typen für den Standardgebrauch sind GDDR 4 bis GDDR 6. Für hohe Ansprüche an die Grafikkarte sind Typen über GDDR 5 empfehlenswert.
Anschlüsse
Die Grafikkarte muss natürlich mit Ihrem Computer kompatibel sein. Dazu sollten Sie die Leistungsstärke Ihres PCs kennen. Nur so finden Sie eine Grafikkarte, welche ihre volle Leistung ausschöpfen kann. Haben Sie einen älteren PC, kann es passieren, dass Sie moderne Grafikkarten aus dem High-End-Bereich nicht korrekt nutzen können. Banal, aber wichtig: Prüfen Sie vorab die Maße der Grafikkarte. Nicht, dass Sie erst beim Einbau feststellen, dass die Grafikkarte zu groß ist.
Bei den Monitoranschlüssen unterscheiden Experten zwischen unterschiedlichen externen Signalausgängen, wobei Sie Ihre Anschlüsse am besten der Bedienungsanleitung entnehmen. Grundsätzlich unterschiedet man in DisplayPort, DVI, HDMI, VGA und LFH60. So empfiehlt es sich bei den neusten 4K-Monitoren, dass Ihre Grafikarte über einen HDMI-2.0- oder DisplayPort-Anschluss der Version 1.2 verfügt. Darüber hinaus ist auch die Stromversorgung ein sehr wichtiger Aspekt. Diese Angaben finden Sie in der Regel auf Ihrem Mainboard.
Kühlung
Grafikkarten müssen eine Menge leisten und das erzeugt Hitze. Damit es nicht zu einer Überhitzung kommt, ist eine ausreichende Kühlung der Grafikkarte wichtig. Dabei unterscheiden Experten zwischen einer aktiven und einer passiven Kühlung. Die aktive Kühlung ist preisgünstiger. Bei ihr wird die entstandene Energie an einen Kühlkörper geleitet, welcher die Luft zirkulieren lässt. Bei der passiven Kühlung ist ein großer Kühlkörper eingebaut, welcher die entstehende Wärme abführt und ausgleicht.