
Ein Gimbal gibt es nicht nur für Kameras, sondern auch für das Smartphone.
Stabilisierung: 3 oder 6 Achsen, 1- oder 2-händig
Grundsätzlich unterscheiden sich Gimbals hinsichtlich der Zahl der Achsen, in denen sie arbeiten. Es gibt 3-Achsen-Stabilisatoren und 6-Achsen-Stabilisatoren. Letztere sind aber ausschließlich für professionelle Zwecke geeignet.
3 Achsen in der kardanischen Aufhängung bedeutet, dass der Gimbal die Kamera auf X-, Y- und Z-Neigung um den Sensor herum stabilisiert, bei 6 Achsen ergänzt der Motor die Stabilisierung um weitere 3 Achsen entlang der doppelten Außengriffe. Dies stabilisiert auch größere Bewegungen aus dem Körper. Die 6-Achsen-Variante ist ein 2-händiges Modell, das bei der Einrichtung auch einen C-Stand, also ein schwer tragendes Stativ zum Einhängen von Kameras, und meist 2 Personen erfordert.
Einen Ein-Hand-Stabilisator können Sie nicht nur alleine aufbauen und einrichten, diese Varianten lassen sich auch recht kompakt zusammensetzen, wenn Sie sie nicht nutzen. Das ist besser für den Transport, außerdem ist die Einrichtung deutlich einfacher und natürlich ist der Preis auch günstig genug für gelegentliche User.
Funktionalität und Sonderfunktionen: Weicher Stabilisator oder Tracking
Prinzipiell gibt es bei Gimbals verschiedene Modi, aber nicht alle Geräte bieten alle Modi. Ein weicher Stabilizer nimmt Ihre Bewegungen mit und macht diese weicher, so erzeugen Sie weiche Schwenks und Fahrten. Die meisten Gimbals bieten unterschiedliche Geschwindigkeiten der Bewegungskompensation an, so können Kamerabewegungen mal sachter und mal dynamischer sein. Gimbals können im Video auch eine Richtung fokussieren, diese bleibt wie ein Stativ immer auf einem Motiv. Programmierbare Fahrten helfen Ihnen bei beeindruckenden Zeitrafferaufnahmen.
Auch Tracking ist eine Option bei vielen Modellen, erfordert jedoch ein Smartphone als Kamera oder auf dem Blitzschuh. Hierbei verfolgt die App ein Objekt im Video (etwa Sie selbst) und meldet die Lagedaten an den Motor weiter, der richtet sich daraufhin neu aus. So nutzen Sie Ihren Gimbal als Stativ für Vlogs oder aber Sie umkreisen das Brautpaar, das Sie bei der Hochzeit filmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, für die einfache Einstellung können Sie auch den Joystick bzw. das Pad nutzen.
Das Verbinden und Laden der Gimbals erfolgt in der Regel über einen USB-Anschluss. Vor allem USB-C hat sich als Variante bewährt, da dieser moderne Anschluss sehr schnelles Laden ermöglicht. So können Sie auch größere Gimbals in kurzer Zeit nachladen.
Beweglichkeit: Um die eigenen Achsen
Der Neigungswinkel des Gimbals hängt vor allem mit der Größe und den genutzten Kameras zusammen. Ein leichtes Smartphone lässt sich recht leicht um 360 Grad neigen und schwenken, Kameras mit Objektiv hingegen verkanten sich schnell. Entsprechend können sich auch nicht alle Gimbals frei um alle Achsen neigen. Das ist im praktischen Einsatz weniger relevant, weil Sie dann ohnehin die Achse des Gimbals im Bild hätten und kurz schwarz sehen.
Im Design gibt es kaum Unterschiede, die Funktion gibt den Aufbau vor. Die Modelle sind in der Regel schwarz (selten weiß), ein ausklappbares Dreibein offeriert Zusatzfunktionen als Stativ.
Gewicht Ihres Kamerasystems: Passend zum Gimbal
Der wichtigste Faktor beim Kauf eines Gimbals ist Ihre Kamera. Wollen Sie den Stabilisator mit dem Handy, der GoPro, einer Systemkamera oder einer DSLR nutzen? Die hier aufgelisteten Kameras werden immer schwerer und der Motor muss die Leistung bringen, das zu kompensieren.
Ist ein Gimbalmotor nicht für das Gewicht Ihres Kameramodells gedacht, sollten Sie einen anderen Gimbal wählen, denn der Motor kommt nicht nur bei der Stabilisierung nicht hinterher, er wird früher oder später einknicken. Bei Systemkameras und Spiegelreflexkameras müssen Sie außerdem das Gewicht des Objektivs addieren.
Wollen Sie Ihren Gimbal für eine GoPro oder ähnliche Action-Cam nutzen, dann sollten Sie vor allem auf Ihre Nutzungsgewohnheiten achten. Wenn Sie Ihre GoPro vor allem bei Feuchtigkeit, im Schlamm oder unter widrigen Bedingungen nutzen, hilft Ihnen ein Stabilizer weniger. Weil Motor und Achsen relativ offen liegen, können Sie die Robustheit einer Action-Cam nicht mit der Stabilität eines Gimbals kombinieren. Solange Sie trocken bleiben und Stürze vermeiden, können Sie aber traumhaft professionelle Bilder in spektakulärer Atmosphäre erzeugen.