Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Gasherde?
  2. Was für unterschiedliche Gasherde gibt es?
  3. Welche Gasherd passt zu mir?
  4. Welche Gasherde sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Gasherde?
  6. Wie lautet das Fazit für Gasherde?

Gas-Elektro-Kombis bieten Ihnen ein ideales Zusammenspiel, da Sie beim Backen weiterhin alle Features des klassischen Elektrobackofens genießen. Zudem sind Gasherde vergleichsweise energiekostenarm und damit sehr umweltschonend.

Ob Gasherd mit Gas- oder Elektrobackofen, Gasherd mit offenem Unterbau oder autarkes Gaskochfeld – ein gutes Modell sollte über ausreichend Brenner und wichtige Sicherheitsmerkmale verfügen sowie energieeffizient sein. Wie sich verschiedene Gasherd-Arten voneinander unterscheiden, welches Gerät in den Tests überzeugen kann und wie viel Sie investieren sollten, erfahren Sie hier im Kaufratgeber.

Gasherd im Test: Nahaufnahme des Gasbrenners.

Durch die offene Flamme kann die Hitze bei Gasherden von Amica beispielsweise besser reguliert werden.

Wie erkenne ich gute Gasherde?

Die Geschichte des Gasherdes ist lang: Bereits im 18. Jahrhundert fand er seinen Weg in die ersten Küchen und bis heute sind die leistungsstarken Geräte in jeder guten Restaurantküche zu finden. Neben der Energieeffizienz und der richtigen Brenneranzahl, gibt es weitere wichtige Kaufmerkmale:

Anzahl und Art der Kochfelder: Für Singles und Großfamilien

Der typische Standard-Gasherd verfügt über 4 Brenner, die für einen Haushalt mit 3 bis 4 Personen ausreichend sind. Kleine Modelle mit 2 Brennern sind für Singles gedacht, während in der Gastronomie oft Herde mit acht oder mehr Brennern zum Einsatz kommen. In der Regel bieten Gasherde 8 Temperaturstufen – von circa 140 °C (Stufe 1) bis 280 °C (Stufe 8).

Neben dem klassischen Kochfeld-Typ, dem Normalbrenner, gibt es noch andere Arten, die sich für spezielle Töpfe, Pfannen oder Zubereitungsarten eignen. Die meisten Gasherde verfügen über 2 Normalbrenner, die sich zum Erhitzen, Kochen und Braten eignen, einen Spar- und einen Starkbrenner. Das sind die wichtigsten:

  • Wokbrenner: Für Woks und andere tiefe Töpfe oder Pfannen geeignet
  • Sparbrenner: Für eine Flamme mit geringer Hitze, gut zum leichten Köcheln oder Warmhalten geeignet
  • Starkbrenner: Für eine Flamme mit starker Hitze, erhitzt Lebensmittel besonders schnell

Bauart und Maße: Einbau-, Unterbau- oder freistehende Geräte

Ein Gas-Standherd mit Unterbau sollte mit Ihrer Küche kompatibel sein. Höhe und Tiefe sind bei den meisten Geräten gleich und betragen 90 beziehungsweise 60 cm. Die Breite des Gasherdes ist abhängig von der Anzahl der Kochfelder. Besonders beliebt sind Modelle mit 4 Kochfeldern in den Breiten 50 oder 60 cm. Große Herde mit 5 oder 6 Kochfeldern sind in der Regel 90 bis 100 cm breit. Bei Gastronomie-Herden beträgt die Breite oft bis zu 120 cm.

Auch die Bauart ist ein wichtiges Kriterium: Ist Ihre Küche hauptsächlich mit Einbaugeräten ausgestattet, bietet sich ein Einbauherd an. Einige Modelle verfügen außerdem über eine Klappe, mit der Ihnen der Herd bei Nichtbenutzung als Arbeitsfläche dient. Das ist besonders praktisch bei kleinen Küchen.

Gasherd getestet: zwei Gasherde nebeneinander stehend mit geöffnetem Deckel.

Die meisten Gasherde von Herstellern wie Amica halten verschiedene Flammengrößen bereit.

Energieverbrauch: Gas-Herdplatten sind besonders energieeffizient

Da Gasherde mit Gasbackofen nicht mit dem Label zur Energieeffizienz gekennzeichnet werden müssen, spielt die Energieeffizienzklasse nur dann eine Rolle, wenn Sie sich für einen Gas-Elektro-Herd entscheiden. Die Klassen A++, A+ und A stehen dabei für einen besonders geringen Energieverbrauch. Ein großer Vorteil der Gas-Herdplatte ist, dass sie bei gleicher Leistung circa 5-mal weniger Kosten verursacht, als eine Elektroherdplatte. Am günstigsten ist daher die Kombi aus Gas-Herdplatte und Gasbackofen: Auch der Backofen ist mit Gasbetrieb rund 80 % günstiger als ein Elektrobackofen.

Sicherheitsfunktionen: Lassen Sie den Herd von einem Fachmann anschließen

Da Gas schnell zu einem Sicherheitsrisiko wird, sollten Sie auf die sogenannte Zündsicherung achten. Moderne Herde verfügen fast immer über das Sicherheits-Feature, welches die Gaszufuhr sofort unterbricht, sobald die Flamme erlischt. Bei Geräten ohne Zündsicherung kann das Gas über längere Zeit unbemerkt austreten und im schlimmsten Fall Gasvergiftungen, Brände oder Explosionen verursachen. Um sicherzugehen, sollten Sie Ihren Gasherd immer vom Fachmann anschließen lassen. Außerdem sollten Sie Ihre Gastherme jährlich warten lassen.

Backofenfunktionen: Gasbacköfen heizen häufig nur mit Unterhitze

Für einen Haushalt mit 3 bis 4 Personen empfiehlt sich ein Backofen mit einem Mindestvolumen von circa 65 l. Berücksichtigen Sie, dass ein elektrisch betriebener Backofen über mehr Funktionen verfügt als die meisten Gasbacköfen. Diese arbeiten häufig nur mit Unterhitze, während Sie bei strombetriebenen Backöfen meist zwischen Ober- und Unterhitze, Heiß- und Warmluft, Grill- und Auftaufunktion sowie einer Pizzastufe wählen können. Auch Zusatzfunktionen wie die Selbstreinigung und programmierbare Automatikprogramme sind von Vorteil.

Reinigung und weitere Eigenschaften

Gasherde mit Emaille-Beschichtung lassen sich besonders leicht reinigen, da der Schmutz nicht so stark haftet wie bei einer Edelstahlbeschichtung. Moderne Backöfen verfügen außerdem häufig über die Funktionen „AquaClean” oder „SteamClean”, die Fettspritzer mithilfe von Wasserdampf aufweichen.

Was für unterschiedliche Gasherde gibt es?

Die einzelnen Typen unterscheiden sich jeweils im Aufbau, was individuelle Vor- und Nachteile mit sich bringt. Für welchen Typ Sie sich letztendlich entscheiden, hängt hauptsächlich von Ihren Koch- und Backvorlieben und den vorhandenen Anschlüssen in Ihrer Küche ab:

Gasherd mit Elektrobackofen

Beim Gas-Elektro-Herd wird der Backofen elektronisch und das Kochfeld mit Gas betrieben. Der Backofen verfügt dabei über alle wichtigen Einstellungen, wie Grill-, Ober- und Unterhitze sowie Heiß- und Umluft, und kann präzise auf die gewünschte Temperatur gebracht werden. Neben dem Gasanschluss für das Kochfeld, benötigen Sie zusätzlich einen Stromanschluss für den Backofen.

    Vorteile
  • Zahlreiche Heizarten wie Umluft, Oberhitze, etc.
  • Sie können auch niedere Temperaturen unter 140 °C einstellen
  • Wird einfach ans Stromnetz angeschlossen
  • Temperaturregelung ist präzise
  • Lässt sich einfach bedienen und reinigen
    Nachteile
  • Energieverbrauch ist vergleichsweise hoch
  • Muss vorgeheizt werden
  • Abkühlzeit ist relativ lang

Gasherd mit Gasbackofen

Freistehende Gasherde, die mit einem Gasbackofen ausgestattet sind, sind energiesparender und umweltfreundlicher als elektronische Modelle. Bei der Zubereitung von Speisen im Gasbackofen benötigen Sie viel Feingefühl, da er nur mit Unterhitze arbeitet und die einzelnen Temperaturstufen nicht präzise eingestellt werden können.

    Vorteile
  • Günstiger und umweltfreundlicher als Strombetrieb
  • Heizt sehr schnell auf
  • Kühlt vergleichsweise schnell ab
  • Funktioniert auch bei einem Stromausfall
    Nachteile
  • Oftmals nur mit Unterhitze – nicht für Kuchen geeignet
  • Reinigung ist aufwendig
  • Insgesamt weniger Einstellungsmöglichkeiten
  • Keine Niedrigtemperaturen unter 140 °C

Gasherd ohne integrierten Backofen

Eine seltene Variante sind Gas-Standherde ohne integrierten Backofen. Besonders große Gastroherde werden oft in dieser Version angeboten, da der Unterbau als Stauraum für Kochtöpfe, Pfannen oder Gewürze verwendet werden kann, die schnell zur Hand sein müssen.

    Vorteile
  • Unterbau bietet Stauraum für Töpfe und Pfannen
  • Vergleichsweise günstig
  • Einige Modelle kommen mit Gasflasche, die direkt im Unterbau platziert wird
    Nachteile
  • Es müssen eventuell 2 Gasanschlüsse hergestellt werden
  • Keine Back-Funktion
  • Kleinere Auswahl am Markt

Gaskochfeld

Eine heutzutage beliebte Variante ist das autarke Gaskochfeld, da es einzeln installiert und unabhängig vom Herd betrieben wird. Sie können es flexibel an fast jeder Stelle Ihrer Küche integrieren – beispielsweise auf einer modernen Kücheninsel. Gaskochfelder sind zwischen 30 und 110 cm breit. So können Sie beispielsweise ein extra breites Kochfeld wählen, was bei einem Kombigerät kaum möglich wäre. Spezielle, tragbare Kochfelder mit meist 2 Brennern eignen sich für Urlaub und Camping.

    Vorteile
  • Freie Gestaltungsmöglichkeiten
  • Ist unabhängig vom Backofen
  • Ideal für moderne Kücheninseln
  • Kochfeld kann wesentlich breiter als Backofen/Unterbau sein
    Nachteile
  • Vergleichsweise hoher Anschaffungspreis
  • Herd und Kochfeld benötigen voneinander separate Anschlüsse
  • Umständliche Reinigung

Das autarke Gaskochfeld eignet sich besonders dann, wenn Sie Ihren Backofen separat einbauen möchten.

Welche Gasherd passt zu mir?

Als Hobbykoch kommt für Sie ein anderer Gasherd infrage als für eine Person, die nur sehr selten kocht und kaum Ansprüche an das Gerät hat. Das sind 3 häufige Kochtypen:

Effiziente Gasherde mit Gasbackofen für Sparfüchse

Wenn Sie Ihren alten Elektroherd mit einer stromsparenden Alternative ersetzen wollen, die dennoch leistungsstark ist und Sie über den richtigen Anschluss in Ihrer Küche verfügen, bietet sich ein Gasherd mit integriertem Gasbackofen an. Je nach Hersteller ist dieser zwar teurer in der Anschaffung, auf Dauer aber vergleichsweise sehr günstig in Hinblick auf die Nebenkosten.

Gasherd mit Elektrobackofen für Allrounder und Backfans

Wenn Sie nicht nur gerne kochen, sondern auch häufig backen und daher hohe Ansprüche an Ihren Backofen haben, ist ein Gas-Standherd mit Elektrobackofen die beste Wahl. Hersteller wie Bosch und Siemens bieten hochwertige Modelle mit vielen Zusatzfeatures zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Profi-Geräte für passionierte Hobbyköche und Gastronomie

Wenn Sie als passionierter Hobbykoch das Kochen über offener Flamme bevorzugen, da die Flamme sehr schnell und exakt die gewünschte Temperatur erreicht, oder Sie ein Gerät für Ihre Gastronomie suchen, sollten Sie einen Blick auf freistehende Gastroherde wie die der Hersteller Kaiser oder Bartscher werfen. Zusätzlich zu den Normal- und Sparbrenner-Kochfeldern bieten sie oft auch spezielle Felder für Woks und Co. Lesen Sie jetzt, wieso diese Modelle auch im Test überzeugen.

Gasherd-Test: ein Gasherd mit geöffnetem Deckel ersichtlich.

Die Regulierung der Flamme erfolgt bei Gasherden von Amica und anderen Marken meist über an der Vorderseite angebrachte Drehregler.

Welche Gasherde sind laut Tests am besten?

Stiftung Warentest hat bislang nur Gaskochfelder geprüft und diese mit Wärmestrahlungs- und Induktionskochfeldern verglichen.

Stiftung Warentest

Die Verbraucherorganisation testete 2015 22 Gas-, Wärmestrahlungs- und Induktionskochfelder. Die 3 Gaskochfelder der Hersteller Amica, Bosch und Siemens schneiden erstaunlicherweise relativ schlecht ab und erhalten alle nur das Testurteil „ausreichend”. Der günstigste Gasherd von Amica überzeugt noch am ehesten, da er vergleichsweise besonders wenig Energie verbraucht und leicht zu handhaben ist. Bei allen 3 Geräten fällt auf, dass es extrem lange dauert, bis die Speisen heiß sind. Außerdem bemängeln die Tester, dass die Hitze sehr ungleichmäßig in den Töpfen ankommt.

Was kosten Gasherde?

Welche Kosten beim Kauf eines neuen Gasherdes auf Sie zukommen, hängt hauptsächlich von seiner Bauart, dem Funktionsumfang und der Marke ab. Ein hochwertiger Gastronomie-Gasherd kostet schnell das Zwanzigfache eines No-Name-Produkts für den Privathaushalt.

Günstige Gasherde: Ab 150 bis 400 Euro

Die günstigsten Gasherde erhalten Sie bereits ab circa 180 €. Dabei handelt es sich um No-Name-Produkte oder Geräte von Herstellern wie Amica, Gorenje oder Beko. Abstriche müssen Sie in Hinblick auf Verarbeitungsqualität und Zusatzfunktionen machen. Außerdem sind die Gasherde oft weniger energieeffizient.

Gasherde im mittleren Preissegment: Ab 400 bis 1.000 Euro

Größere Modelle, deren Backofen mehr Fassungsvermögen bietet und die mit zusätzlichen Features ausgestattet sind, kosten zwischen 400 und 900 €. Einige mittelpreisige Herde bieten sogar 5 bis 6 Kochfelder.

Teure Gasherde: Ab 1.000 Euro

Profi-Geräte, wie die des Herstellers Kaiser, die auch im Test überzeugen konnten, beginnen preislich bei circa 1.100 €. Auch Gastroherde mit bis zu 8 Brennern kosten bis zu 6.000 €. Aufgrund Ihrer Größe sind sie in der Regel nicht für den Privatgebrauch geeignet.

Wie lautet das Fazit für Gasherde?

Hobby- und Profiköche schwören auf den Gasherd, da er zahlreiche Vorteile zum herkömmlichen Elektroherd bietet. Unter anderem schonen die Standgeräte mit Kochfeld und Backofen langfristig Ihren Geldbeutel und die Umwelt. Worauf Sie beim Kauf besonders achten sollten, ist hier noch einmal für Sie zusammengefasst:

  • Wenn Sie viel und gerne backen, bietet sich ein Gasherd mit Elektrobackofen an
  • Ein Herd mit 4 Kochfeldern reicht für eine 3- bis 4-köpfige Familie vollkommen aus
  • Nur Gasherde mit integrierter Zündsicherung sind sicher, da diese die Gaszufuhr bei erloschener Flamme unterbricht
  • Lassen Sie Ihren Gasherd vom Fachmann anschließen und regelmäßig warten
  • Einstiegsgeräte von Herstellern wie Amica und Beko kosten ab 180 €
  • In den Tests überzeugen Profi-Geräte ab 1.000 €

Wissen Sie bereits, welcher Gasherd am besten zu Ihnen und Ihrer Küche passt? In der Bestenliste finden Sie eine große Auswahl an Geräten. Viel Spaß beim Kochen und Backen.