Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Festplatten?
  2. Was für unterschiedliche Festplatten gibt es?
  3. Welche Festplatte passt zu mir?
  4. Welche Festplatten sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Festplatten?
  6. Wie lautet das Fazit für Festplatten?

Eine neue Festplatte hilft dann, wenn der Rechner auch nach dem Bereinigen und Aufräumen noch langsam läuft und für neue Programme sowie Dateien einfach kein Platz mehr vorhanden ist. Doch welches Modell soll es werden?

In den Fachmärkten und Onlineshops finden Sie vor allem 3 Arten: HDD, SSD und SSHD. Darüber hinaus wird auch noch zwischen externen sowie internen Festplatten unterschieden und es gibt spezielle Modelle für Netzwerke, sogenannte NAS-Festplatten. Die Art hat einen großen Einfluss auf 2 bedeutende Merkmale: die Geschwindigkeit und den Speicherplatz. Beide Merkmale sind entscheidend beim Kauf. Worauf Sie ansonsten noch achten sollten, erfahren Sie im weiteren Verlauf des Ratgebers.

Eine getestete Festplatte mit Logo auf der Oberseite auf einer hellen Fläche.

Beim Kauf von Festplatten von Intenso und anderen Herstellern kommt es auf die Speichergröße an. Diese kann sich auf 250 Gigabyte bemessen, aber auch bei bis zu 18 Terabyte liegen.

Wie erkenne ich gute Festplatten?

Wer einfach blind zugreift, gerät schnell an Produkte, die ihren Zweck nur bedingt erfüllen. Vorwissen ist also nötig und genau das bekommen Sie in diesem Abschnitt. Sie erhalten Informationen zu den wichtigsten Merkmalen von Festplatten, damit Sie später ein Modell kaufen, das Ihren Ansprüchen genügt.

Speichergröße: Von wenigen GB bis zu vielen TB

Die Kapazität einer Festplatte ist eines der wichtigsten Kriterien. Bei den kleinsten Modellen liegt die Speicherkapazität bei rund 250 GB. Viele Produkte können aber auch schon 1 oder 5 TB speichern. Es gibt sogar Modelle mit einer Kapazität von 6 TB oder 18 TB. Ein Terabyte entspricht 1.000.000 Megabyte. Darüber hinaus finden Sie auch Speichermedien, die aus mehreren Festplatten bestehen und somit Platz für weit über 20 TB an Daten haben. Diese Festplatten sind häufig in einem sogenannten RAID-System zusammengefügt, was zu einer besseren Geschwindigkeit und mehr Datensicherheit führt.

Geschwindigkeit: Schnelle Übertragung der Daten

Bei den älteren HDD-Festplatten wird die Geschwindigkeit in Umdrehungen pro Minute angegeben. Moderne Modelle erreichen für gewöhnlich Geschwindigkeiten von 7200/min. SSDs haben keine mechanischen Komponenten und daher gibt es auch keine Umdrehungen. Das Tempo wird hier mit Megabyte in Sekunden angegeben. SSDs schaffen rund 500 MB/s. HDDs sind mit maximal 120 MB/s wesentlich langsamer.

Typ: SSD, HDD oder SSHD

SSD ist die Abkürzung für Solid State Drive. Hierbei handelt es sich um einen Flashspeicher. Es gibt keine beweglichen Teile und Daten werden mithilfe von elektrischer Spannung gespeichert. HDDs – oder Hard Disk Drives – speichern Daten, indem sie rotierende Magnetscheiben magnetisieren. Ein Hybrid dieser beiden Arten nennt sich SSHD. Diese Modelle funktionieren im Grunde wie HDDs, haben jedoch einen zusätzlichen Flashspeicher, der als Puffer dient und somit zu schnelleren Lese- und Schreibgeschwindigkeiten führt.

Schnittstelle: SATA oder USB

Interne Hard Drives für PCs haben fast ausschließlich Anschlüsse des Typs SATA. Für Server kommen zusätzlich auch Anschlüsse des Typs SAS zum Einsatz, die mit den SATA-Buchsen kompatibel sind. Das Anschließen von externen Speichermedien erfolgt über USB und vereinzelt noch über Thunderbolt. Mithilfe von Adaptern und Gehäusen lassen sich auch interne Festplatten wie externe nutzen. Vereinzelt gibt es auch noch Geräte mit der Schnittstelle IDE bzw. ATA. SATA ist jedoch quasi zum Standard geworden und hat viele ältere Technologien abgelöst.

Passendes Format für Notebooks

Interne Festplatten werden in 2 Größen angeboten: 3.5 und 2.5 Zoll. Letztere finden vornehmlich in Notebooks Anwendung. Als Faustregel können Sie sich merken, dass die größeren Festplatten allgemein etwas schneller sind und auch größere Speicherkapazitäten haben.

Was für unterschiedliche Festplatten gibt es?

Es gibt etliche verschiedene Festplattenmodelle, die sich auf diverse Arten voneinander unterscheiden. Der Aufbau der Platten ist jedoch am bedeutendsten. Er bestimmt, wie schnell die Platten sind. In Sachen Sicherheit unterscheiden sich die Modelle nämlich kaum. HDDs, SSDs und SSHDs lassen sich allesamt verschlüsseln und somit später auch bedenkenlos entsorgen. Lernen Sie hier die konkreten Vor- und Nachteile der Modelle kennen.

Hard Disc Drives (HDD)

HDD-Festplatten gibt es nun schon seit über 50 Jahren und Sie finden Modelle mit Speicherkapazitäten von einigen Hundert GB bis hin zu weit über 10 TB. Obwohl es schnellere Technologien gibt, haben diese Festplatten noch nicht ausgedient. HDDs sind zuverlässige Speichermedien, die viele Stärken besitzen. Nachteile bringen die Festplatten natürlich auch mit sich.

    Vorteile
  • Günstig
  • Daten lassen sich leicht wiederherstellen
  • Theoretisch lange haltbar
    Nachteile
  • Sehr laut
  • Langsam
  • Sollten regelmäßig defragmentiert werden
  • Nicht stoßfest

Solid State Drives (SSD)

Was ist eine SSD-Festplatte? Es handelt sich hier um ein neueres Speichermedium, das in immer mehr Geräten Verwendung findet. Durch die fehlenden beweglichen Bauteile haben sie einige ausschlaggebende Vorteile. Doch das heißt nicht, dass sie den HDDs in allen Punkten überlegen sind. Die neue Bauweise führt auch zu einigen Schwächen.

    Vorteile
  • Haben schnelle Zugriffszeiten
  • Quasi lautlos
  • Müssen nicht defragmentiert werden
  • Kompakt und leicht
  • Robust
    Nachteile
  • Haben theoretisch eine limitierte Lebensdauer
  • Datenrettung bei Schäden schwieriger als bei HDDs
  • Teuer
Festplatte getestet: Eine Festplatte und ihr Zubehör auf einer hellen Fläche von oben.

Hier werfen wir einen Blick auf den Lieferumfang einer Festplatte von Intenso. Die Bedienungsanleitung, eine Aufbewahrungstasche und ein Kabel sind enthalten.

Solid State Hybrid Drives (SSHD)

HDD oder SSD? Sie müssen sich gar nicht zwischen den beiden Varianten entscheiden, denn hierbei handelt es sich um einen Hybriden. In den Festplatten vereinen sich also viele Vorteile beider Arten. Trotzdem haben sie immer noch einige Schwächen im Vergleich zu den reinen SSD-Festplatten.

    Vorteile
  • Günstiger als reine SSDs
  • Schneller als HDDs
  • Halten lange
    Nachteile
  • Etwas höherer Stromverbrauch als SSDs und HDDs
  • Schreibgeschwindigkeit bei großen Dateien ähnlich langsam wie bei HDD-Festplatten
  • Ähnlich anfällig gegenüber Stößen und Stürzen wie HDD-Festplatten

Welche Festplatte passt zu mir?

Schnelligkeit ist gut, aber nicht für jeden Nutzer gleichermaßen bedeutend. Zuverlässigkeit, Preis und Haltbarkeit sind vielen Personen wichtiger. Daher lässt sich keine einheitliche Antwort auf die Frage „Welche ist die beste Festplatte?“ geben. In diesem Abschnitt liegt der Fokus also auf den verschiedenen Nutzen.

Schnelle SSD-Festplatten für Video-, Musik- und Bildbearbeitung

Hier wird mit großen Dateien gearbeitet, die den gesamten Prozess verlangsamen können. Die schnellen Schreib- und Lesegeschwindigkeiten von SSDs machen die Bild-, Video- und Musikbearbeitung jedoch wesentlich zügiger und angenehmer. Die Platten sorgen auch dafür, dass Rechner schneller hochfahren. Spiele haben zudem kürzere Ladezeiten.

HDD-Festplatten und externe Speichermedien für Backups

Regelmäßige Sicherungskopien verringern die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem endgültigen Datenverlust kommt. Sie können wichtige Dateien oder sogar Ihr ganzes System täglich, wöchentlich oder stündlich sichern. Hierfür ist viel Speicher notwendig und den bekommen Sie mit einer HDD-Festplatte günstiger. Für Backups empfehlen sich außerdem externe Platten besonders gut, denn die können an einem anderen Ort aufbewahrt werden. Bei einem Brand, Wasserschaden oder Diebstahl gehen Ihre Daten also nicht verloren.

Um die Sicherung zu vereinfachen, lassen sich große Festplatten partitionieren. So verschwenden Sie den wertvollen Speicherplatz z. B. nicht für die Sicherung Ihrer Spiele, die Sie jederzeit wieder installieren können. Eine andere Methode zum Sichern von Daten ist das Spiegeln. Dabei beschreibt der Computer gleichzeitig 2 Festplatten mit identischen Informationen. Falls eine Festplatte ausfällt, gibt es also eine zweite Kopie.

Externe und mobile Laufwerke für unterwegs

Wer mobil arbeitet und wem die Speicherkapazität seines Laptops nicht ausreicht, braucht kleine und robuste externe Laufwerke. Die sind als Solid State sowie Hard Disk Drive erhältlich und funktionieren mit allen Betriebssystemen. Es ist also egal, ob Sie einen Windows-PCs oder einen Mac von Apple nutzen.

Externe Platten müssen Sie normalerweise nicht formatieren oder initialisieren, sondern können sie sofort nutzen, nachdem Sie sie über USB angeschlossen haben. Moderne Modelle haben fast immer Stecker des Typs USB-C. Falls es Ihnen an Steckplätzen mangelt, können Sie mit einem USB-Hub nachhelfen. Doch achten Sie darauf, dass dieser eine externe Stromversorgung hat, ansonsten stoßen Sie auf ein bekanntes Phänomen: Die Festplatte wird nicht erkannt.

Laufwerke für Serienfans

Wer nie wieder Serien verpassen möchte, kann die Folgen mit einem Festplattenrecorder aufnehmen. Die haben aber oftmals nur eine geringe Kapazität. Moderne Fernseher verfügen im Normalfall über USB-Anschlüsse, sodass Sie alternativ auch externe Laufwerke anschließen können.

NAS-Festplatten für Server

NAS steht für Network Attached Storage. Festplatten, die ein Teil eines NAS-Servers sind, müssen nicht über ein Kabel direkt mit dem eigenen Rechner verbunden werden. Ein Zugriff ist über WLAN oder das Internet möglich. Da die Geräte oftmals Kapazitäten von 8 TB und mehr haben, sind sie ideal für Firmen oder Familien, die größere Datenmengen miteinander teilen möchten.

Welche Festplatten sind laut Tests am besten?

Fachwissen ist die eine Sache, aber ohne Praxis kommen Sie beim Kauf auch nicht weit. Doch selbstverständlich ist es nahezu unmöglich, alle Festplatten, die für einen persönlich infrage kommen, selbst zu testen. Deswegen gibt es Organisationen wie die Stiftung Warentest. Erst 2019 hat sich die Stiftung einige Netzwerkfestplatten genauer angeschaut. Lesen Sie hier nach, welche Erfahrungen die Prüfer der Stiftung Warentest mit den Produkten gemacht haben.

Festplatten im Test bei der Stiftung Warentest

2019 veröffentlichte Stiftung Warentest den Festplatten Test. Es ging um „Die besten Festplatten für die private Cloud“. Auf dem Seziertisch lagen 8 unterschiedliche Produkte, darunter von Herstellern wie Buffalo, Qnap, Synology und WD. Laut der Tester punkten die Produkte von Qnap und Synology vor allem durch ihre große Vielfalt an Funktionen. WD hat die Nase beim Thema Cloud vorne.

Alle Festplatten seien zur Speicherung von Fotos, Videos, Musik und vielerlei anderer Dokumente geeignet. Mithilfe zusätzlicher Apps sei oftmals auch ein Zugriff aus der Ferne möglich. Doch die Tester im Festplatten Test warnen: Die Einrichtung der persönlichen Cloud sei nicht ganz einfach.

Fehler bei der Einrichtung könnten zu Sicherheitslücken führen. Außerdem sind die Nutzer laut der Stiftung Warentest teilweise auf die Server der Anbieter angewiesen. Die AGB lassen mitunter zu wünschen übrig, so die Tester. Eine App für Android-Smartphones sendet beispielsweise Standortinformationen.

Die Preise der besten Festplatten

Die Tester stellten auch fest, dass die teureren Modelle im Allgemeinen mehr Sicherheit für Ihre Daten bieten würden. Die Festplatten für 230 bis 340 Euro bestanden nämlich aus mindestens 2 Speichermedien. Bei den günstigeren Modellen, die 150 bis 215 Euro kosteten, kam nur eine Festplatte zum Einsatz.

Für die Experten der Stiftung Warentest haben alle Modelle aber 3 wichtige Vorteile gegenüber rein webbasierten Cloud-Speicher-Lösungen. Erstens bliebe die Kontrolle über die Daten bei den Nutzern, zweitens würden keine Extrakosten durch Abos anfallen und drittens ließen sich mit den Netzwerkfestplatten große Datenmengen speichern. Nachteile entstehen laut der Tester durch die komplizierte Einrichtung und die zentrale Lagerung der Daten. Bei einem Brand würden diese verloren gehen.

Andere Festplatten Tests sind zurzeit nicht vorhanden bzw. gibt es von der Stiftung Warentest lediglich ältere Artikel zum Thema. Da die Branche jedoch sehr schnelllebig ist, haben die Ergebnisse dieser Tests keinen wirklichen Mehrwert mehr.

Was kosten Festplatten?

Sie bekommen Speichermedien schon für niedrige zweistellige Beträge. Sie können aber auch bis zu 10.000 Euro ausgeben, wenn Sie sehr viel Platz brauchen und viel Wert auf Geschwindigkeit legen.

Laufwerke im unteren Preissegment: Ab 20 bis 80 Euro

Für nur rund 20 Euro gibt es schon SSDs mit 128 GB von Intenso. Die HDDs dieser Kategorie haben wesentlich mehr Kapazität. 1 TB von Toshiba oder WD kostet hier nur etwa 40 Euro. Für den gleichen Preis bekommen Sie auch praktische Dockingstationen, in die Sie Ihre internen Festplatten stecken können.

SSDs und HDDs der Mittelklasse: Ab 80 bis 500 Euro

Diese Kategorie ist voller Produkte von namhaften Herstellern wie Seagate, LaCie, Toshiba, Samsung oder von HGST bzw. WD. Für ca. 90 Euro können Sie sich eine portable SSD mit 500 GB und IP55 kaufen. Externe Speichermedien mit 2 Solid State Drives und insgesamt 2 TB Speicher gibt es für rund 140 Euro. Auch die besonders kompakten Festplatten des Typs M2 sind Teil dieser Kategorie.

Die externen Festplatten eignen sich übrigens nicht nur für Computer, sondern auch für Konsolen. Wer seine Xbox, Xbox One, PS4 oder PS5 mit mehr Speicher versorgen möchte, kann sich also eine externe Festplatte mit USB 3.0 holen.

Speichermedien der Luxusklasse: Ab 500 Euro

Brauchen Sie eine NAS-Festplatte mit 16 TB? Dann müssen Sie mit einem Preis von ungefähr 500 Euro rechnen. Für den gleichen Preis bekommen Sie auch eine schnelle SSD mit 4 TB. Im Preisbereich von 8.000 Euro warten dann RAID-fähige Modelle mit großen Gehäusen aus Aluminium auf Sie, die 120 TB auf mehreren Laufwerken lagern können.

Im Test: Nahaufnahme des USB-Anschlusses einer Festplatte.

Diese Festplatte von Intenso ist mit einem Anschlusskabel versehen und kann mit dem Endgerät verbunden werden.

Wie lautet das Fazit für Festplatten?

Jetzt kennen Sie sich mit dem Thema aus. Sie wissen, was der Unterschied zwischen einer HDD- und einer SSD-Festplatte ist. Die Vor- und Nachteile beider Modelle sind Ihnen bekannt und daher sollte es Ihnen nun leichter fallen, eine Festplatte auszusuchen. Bevor Sie den letzten Schritt tätigen, können Sie sich aber hier noch einmal kurz alle Fakten zum Thema durchlesen.

  • SSDs mit 128 GB erhalten Sie bereits ab 20 Euro
  • 1 Terabyte kostet bei HDDs ungefähr 40 Euro
  • Bei SSDs kostet 1TB rund 90 Euro
  • SSDs sind die schnellsten Modelle, haben aber eine geringere Lebensdauer
  • HDDs können dafür durch Stöße beschädigt werden
  • Hybride SSHDs sind teilweise so schnell wie SSDs, können aber bei großen Dateien genauso langsam wie HDDs sein
  • NAS-Festplatten sind optimal für die private Cloud
  • Externe Festplatten eignen sich gut für Backups und sind ideal für unterwegs

Ihrem Kauf steht nun nichts mehr im Weg. Finden Sie jetzt Ihre neue Festplatte in der Auswahl und schaffen Sie somit endlich wieder Platz auf Ihrem Computer.

Im Video vorgestellt: Festplatte

In diesem YouTube-Video “Worin liegt der Unterschied? | HDD vs. SSD” erfahren Sie alles über die grundlegenden Unterschiede zwischen herkömmlichen Festplatten (HDD) und Solid State Drives (SSD). Tauchen Sie ein in die Technologie hinter beiden Speichermedien und lassen Sie sich von den Vor- und Nachteilen überraschen. Entdecken Sie, welche Festplatte für Ihre individuellen Bedürfnisse am besten geeignet ist und wie sich der digitale Speichermarkt weiterentwickelt.