Ferngläser sind Optik-Instrumente, die es Ihnen ermöglichen, Objekte vergrößert zu betrachten. Je nach Einsatzgebiet sollten Sie unterschiedliche Kaufkriterien priorisieren, wie diverse Online-Tests von Ferngläsern schreiben.

Für Naturbeobachtungen eignen sich Ferngläser, die sich einfach transportieren lassen.
Als nützlich erweisen sich hier unter anderem die Testergebnisse der Stiftung Warentest, die im Jahr 2022 einen Testbericht zu Ferngläsern veröffentlichten. Für diesen Testbericht wurden diverse Ferngläser getestet.
Um den Fernglas-Testsieger zu küren, wurden unterschiedliche Merkmale näher betrachtet. Hierzu gehörten die Vergrößerung, Objektivöffnung, lichtspezifische Eigenschaften sowie Praktikabilität.
Laut der Verbraucherschutzorganisation wurden jene Ferngläser als Testsieger gekürt, die vor allem mit einer guten Qualität überzeugen konnten. Entscheidend für den Sieg waren unter anderem hochwertig verarbeitetes Glas sowie exakt aufeinander abgestimmte Feinmechaniken. Der Preis allein war zudem nicht immer ausschlaggebend für die Qualität. So befinden sich auf den hinteren Rängen auch teure Modelle namhafter Marken.
Darüber hinaus geht aus dem Fernglas-Testbericht hervor, dass die Produkte auch auf ihre Haltbarkeit und die Schadstoffbelastung getestet wurden. Hierbei schnitten einige Modelle besonders schlecht ab.
Demnach enthielten sie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Phthalate. Kommt die Haut mit diesen Kohlenwasserstoffen in Kontakt und nimmt sie auf, besteht die Möglichkeit, dass diese das Erbgut verändern und der Fortpflanzungsfähigkeit schaden. Sogar Krebs können sie auslösen. Ebenso sorgten beschlagene Gläser nach dem Wassertest sowie abfallende Okulare für mangelhafte Ergebnisse.
Im Folgenden stellen wir Ihnen die zuvor erwähnten Kaufmerkmale genauer vor und erweitern diese zudem um weitere relevante Kriterien.
3.1. Welche Vergrößerung sollte ein gutes Fernglas haben?
Vergrößerungsfaktor
Was bedeutet beim Fernglas 10×50? Die Maße für den Vergrößerungsfaktor ergeben sich aus den Ziffern der wahrgenommenen Vergrößerung (10) und dem Objektiv (50).
Wird von einem 10×50-Fernglas gesprochen, sehen Sie die Dinge zehnmal näher und nutzen hierbei ein 50-mm-Objektiv.
Ein 10×42-Fernglas hingegen hat einen zehnfachen Vergrößerungsfaktor und ist mit einem 42-mm-Objektiv ausgestattet.
Kleinere Ferngläser bieten oft eine 10-fache-Vergrößerung, während professionelle Ferngläser mitunter eine 1.000-fache-Vergrößerung ermöglichen.
Hinweis: Je höher die Vergrößerung, desto besser das Fernglas? Das kann man so nicht sagen. Oft lässt bei einer starken Vergrößerung die Detailgenauigkeit nach. Gründe hierfür können eine schlechte Qualität der Abbildung sein sowie unruhige Haltebewegungen.
» Mehr Informationen 3.2. Welche Rolle spielt der Objektivdurchmesser?
Der Objektivdurchmesser gibt an, wie groß das Objektiv ist. Also: Je größer der Objektivdurchmesser ist, desto größer ist somit der Einfall des Lichtes.
Für Beobachtungen bei Tag reicht laut Online-Tests ein Fernglas mit einem 21-mm-Objektiv bereits aus. Möchten Sie hingegen Objekte bei der Dämmerung oder Nacht beobachten, sollten Sie einen Objektdurchmesser von mindestens 50 Millimetern wählen. Welches Objektiv Sie also benötigen, kann sich in Abhängigkeit der Lichtverhältnisse schnell ändern.
Die nachfolgende Tabelle bietet Ihnen einen Überblick gängiger Objektiv-Größen:
| Objektiv-Durchmesser | Verwendung |
| 25 mm, 26 mm, 32 mm | tagsüber bis in die Dämmerung |
| 42 mm, 45 mm | tagsüber bis in die späte Dämmerung |
| 50 mm, 56 mm, 60 mm, 70 mm | Astronomie, bei dunklen Lichtverhältnissen, abends und nachts |
» Mehr Informationen 3.3. Was gilt es bei der Austrittpupille zu beachten?
An der Austrittspupille trifft das Licht auf Ihr Auge oder einfach gesagt: Hier schauen Sie durch das Fernglas. Um die Größe der Austrittspupille zu ermitteln, teilen Sie den Objektivdurchmesser durch den Vergrößerungsfaktor.
Dieser Wert ist besonders relevant, wenn Sie das Fernglas bei dunklen Lichtverhältnissen nutzen möchten. Hier gilt: Je größer der Wert ausfällt, desto besser eignet sich das Fernglas für die Dämmerung. Ein Mindestmaß von 6 mm ist hier empfehlenswert.

Ein klassisches Fernglas ist oft schwarz und wird mit beiden Händen gehalten.
» Mehr Informationen 3.4. Welches Merkmal trägt dazu bei, dass das Fernglas ruhig in der Hand liegt?
Ferngläser gibt es in diversen Größen: vom sehr kleinen Modell bis hin zum größeren Fernglas. Die besonders leichten und kleinen Ferngläser eignen sich für Einsteiger und Kinder. Wenn Sie höhere Ansprüche an die Vergrößerung und Qualität haben, bietet sich ein größeres Fernglas an.
Das Gewicht spielt bei Online-Tests von Ferngläsern immer wieder eine zentrale Rolle, denn sie sollten weder zu leicht noch zu schwer sein. So lassen sich leichte Ferngläser zwar gut transportieren, liegen während der Beobachtung aber mitunter unruhig in der Hand. Ist das Fernglas jedoch zu schwer, kann es beim Wandern und anderen Aktivitäten schnell zur Last werden.
Für den Freizeitgebrauch empfiehlt sich ein Fernglas mit einem Gewicht zwischen 200 und 1.000 Gramm. Modelle dieser Art vereinen eine hohe Stabilität mit einem guten Tragekomfort.
Tipp: Neigen Sie zu einer unruhigen Haltung bzw. zu zittrigen Händen? Dann empfehlen wir Ihnen ein Fernglas mit Bildstabilisator.
» Mehr Informationen 3.5. Aus welchen Materialien sind robuste Ferngläser?
Die Qualität des Glases sowie dessen Verarbeitung sollten stets hochwertig sein. Hochwertiges Glas minimiert nicht nur Reflexionen, sondern verspricht eine lange Lebensdauer und kann im Zweifelsfall repariert werden. Auch die Beschichtungen auf den Linsen und Prismen spielen für die Bildqualität eine wichtige Rolle.
Weiterhin haben hochwertige Ferngläser oft eine Magnesium- oder Aluminiumlegierungen. Diese trägt dazu bei, dass das Gehäuse leicht bleibt, aber dennoch stabil und langlebig ist.
» Mehr Informationen 3.6. Welche Ausstattungsmerkmale bieten weitere praktische Vorteile?
Möchten Sie möglichst lange etwas von Ihrem Fernglas haben und wünschen sich neben einer guten Qualität und den grundlegenden Funktionen noch weitere Ausstattungsmerkmale? Nachfolgend stellen wir Ihnen einige vor, ebenso wie weitere spezifische Fernglas-Varianten:
- Fernglas mit Kamera: Mit einem Fernglas mit Kamera haben Sie die Option, Bilder und Videos Ihrer Beobachtungen aufzunehmen. Eine interessante Funktion für passionierte Naturbeobachter.
- Fernglas mit Vergrößerung/Zoom: Einige Modelle ermöglichen durch ein Drehen eines Rades oder Einstellen eines kleinen Hebels eine Vergrößerung von Objekten.
- Wasserdichtes Fernglas: Sie möchten Ihr Fernglas auf dem Wasser oder bei ungünstigen Wetterlagen nutzen? Dann sollte das Fernglas Ihrer Wahl auf jeden Fall wasserdicht sein. Um für jede Wetterlage gewappnet zu sein, sind wasserdichte Ferngläser häufig mit Stickstoff befüllt. So wird ein Beschlagen bei größeren Temperaturunterschieden vermieden.
- Fernglas für Brillenträger: Ein Fernglas für Brillenträger kommt bestenfalls mit Dioptrienausgleich. Dabei können Sie mithilfe von Einstellungsringen am Okular einen Ausgleich schaffen, um das Fernglas ohne Brille zu nutzen.
- Monokular-Fernglas: Ein solches Fernglas nutzen Sie lediglich mit einem Auge. Es ist wie eine Art Teleskop zu beschreiben und daher etwas kompakter als das klassische Modell.
- Fernglas mit Kompass: Ein solches Fernglas sollten Sie kaufen, wenn Sie beispielsweise zum Wandern aufbrechen und sich zwischendurch orientieren müssen. Oft wird es überdies auch auf Boots- und Schifffahrten von Kapitänen oder Rettungsdiensten genutzt.
- Fernglas mit Entfernungsmesser: Durch das Aussenden eines Laserstrahls kann die Entfernung gemessen werden. Der von dem Fernglas mit Entfernungsmesser entsandte Strahl wird von dem zu messenden Objekt zurückgeworfen.
- Fernglas mit Nachtsicht: Ein solches Fernglas kann bei Nacht oder bei Dämmerung verwendet werden. Genutzt wird es unter anderem von Outdoor-Enthusiasten, aber auch von Sicherheitspersonal.
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