Was bedeutet es, wenn eine Maus ergonomisch ist?
Der Begriff “Ergonomie” leitet sich von den griechischen Wörtern “ergon” (Arbeit) und “nomos” (Gesetz) ab und bezieht sich auf die Wissenschaft von der Anpassung der Arbeitsumgebung an den Menschen. Im Kontext von Computermäusen bedeutet Ergonomie, dass diese Geräte nicht nur als Werkzeug zur Cursorsteuerung dienen, sondern auch darauf ausgelegt sind, die natürlichen Bewegungen und die Anatomie der Hand zu berücksichtigen.
Ergonomische Mäuse können das Arbeiten am Computer angenehmer machen. Sie sind hilfreich bei Schmerzen im Handgelenk, in der Schulter, im Nacken sowie bei Sehnenscheidenentzündungen. Darüber hinaus bringt eine ergonomische Maus weitere Vorteile, solange das richtige Modell für die individuellen Bedürfnisse ausgewählt wird.
Laut verschiedenen Tests von ergonomischen Mäusen ist das Wichtigste, dass diese gut in der Hand liegt. Neben der Form sollten Sie allerdings auch die technischen Kennzahlen einer ergonomischen Maus nicht vernachlässigen. Schließlich soll die Maus genau und zuverlässig arbeiten.
In den folgenden Kapiteln gehen wir auf unterschiedliche Eigenschaften der besten ergonomischen Mäuse ein und stellen Ihnen außerdem verschiedene Zusatzfunktionen vor.
1.1. Die richtige Größe ist entscheidend
Eine ergonomische Maus muss die richtige Größe haben und gut in der Hand liegen. Andernfalls besteht die Gefahr von Krämpfen oder sogar andauernden Beschwerden am Handgelenk.
Ihre Finger sollten die Maustasten bequem erreichen können, während die Hand auf der dafür vorgesehenen Stelle aufliegt. Kommen Sie nicht gut an die Steuerungselemente heran, ist die ergonomische Maus zu groß. Müssen Sie hingegen die Finger stark krümmen, ist sie zu klein und deshalb ebenfalls nicht geeignet.
Hinweis: Es gibt extra ergonomische Mäuse für kleine oder große Hände, die jeweils gut in der Hand liegen sollten, ohne dass Sie den Arm verdrehen oder anspannen müssen. Ergonomische Mäuse für große Hände sind oft mit einer höheren Kurve in der Mitte ausgestattet, damit Ihr Ringfinger, die Handfläche und der kleine Finger nicht ständig auf dem Tisch reiben.
Um die richtige Größe Ihrer Maus zu wählen, sollten Sie Ihre Handgröße kennen oder schnell selbst bestimmen. Dafür messen Sie sowohl die Länge als auch die Breite Ihrer inneren Handbreite.
Die Länge ermitteln Sie, indem Sie den Abstand von der Fingerspitze des Mittelfingers bis zum Ende des Handballens messen. Die Breite erstreckt sich über die Handfläche vom äußeren Daumenrand bis zum Gelenk unter Ihrem kleinen Finger.
Anschließend können Sie die richtige Größe Ihrer ergonomischen Maus anhand der Messdaten aus der folgenden Tabelle ablesen:
| Mausgröße | Handbreite | Handlänge |
| klein | 70 – 80 mm | 165 – 178 mm |
| mittel | 75 – 90 mm | 179 – 198 mm |
| groß | 85 – 100 mm | 198- 220 mm |
1.2. Mehr Tasten sorgen für erweiterte Funktionen
Viele ergonomische Mäuse verfügen neben den üblichen zwei Maustasten plus Scrollrad noch über weitere praktische Tasten. Das können einerseits Tasten sein, die Sie mit dem Daumen bedienen und die meist die Funktionen Vor und Zurück haben. Bei vielen verschiedenen Modellen sind die Tasten problemlos erreichbar.

Der alltägliche Einsatz einer ergonomischen Maus im Büro bietet sich durchaus an.
Andere ergonomische Mäuse verfügen über zusätzliche Tasten, mit welchen Sie die Empfindlichkeit der Maus oder deren Abtastrate verändern oder programmieren können. Solche Zusatztasten sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn Sie diese im Alltag auch verwenden.
Besonders intelligente Geräte sind sogar mit einer Pausensoftware ausgestattet, die Sie daran erinnert, zwischendurch Unterbrechungen einzulegen und einmal durchzuatmen. Diese Software arbeitet mit Lichtsignalen und gibt Ihnen so auch Feedback zu Ihrer Arbeitsweise.
1.3. Die Verbindungsart beeinflusst das Handling
Wie normale Computermäuse auch erhalten Sie ergonomische Mäuse mit Kabel- oder Funkverbindung. Der Betrieb erfolgt meist mit Batterien oder einem Akku.
Bedenken Sie, dass ergonomische Funk-Mäuse Ihnen zwar mehr Bewegungsfreiheit bieten. Aber bei Funk-Mäusen, vor allem bei ergonomischen Mäusen mit Bluetooth, kann es auch häufiger Probleme mit der Kompatibilität und der Verbindungsstabilität geben.
1.4. Empfindlichkeit und Abtastrate sind wichtige Kenndaten

Typischerweise sind ergonomische Mäuse in weiß, schwarz oder sogar bunten Farben erhältlich, sodass Sie Ihr bevorzugtes Modell in die Ästhetik Ihrer Einrichtung integrieren können.
Die Empfindlichkeit von ergonomischen Mäusen wird in dpi (Dots per Inch) angegeben. Je höher diese Zahl ist, desto mehr Bildpunkte nimmt der Sensor auf der Mausunterseite wahr.
Der eingebaute Chip setzt so die Bewegungen des Cursors feiner um. Bei vielen ergonomischen Mäusen fürs Gaming lässt sich die dpi über eine Taste direkt an der Maus einstellen.
Bei den meisten Mäusen, auch bei der Variante Computermaus ergonomisch, reicht eine Auflösung zwischen 800 und 1.600 dpi aus, um im Internet zu surfen oder normale Arbeiten zu verrichten. Eine gute Vertikale Gaming Maus sollte mindestens über eine Auflösung von 2.000 dpi verfügen. Hier kommt es auf schnelle Reaktionen und präzise Klicks an.
Die zweite wichtige Kennzahl ist die Abtastrate in Hz (Hertz). Sie gibt an, wie oft die ergonomisch geformte Maus die gesammelten Sensor- und somit Bewegungsdaten an den Computer überträgt. Ist sie zu niedrig, können die Zeigerbewegungen abgehackt oder verzögert erscheinen.
1.5. Die Maus sollte auf einer geeigneten Unterlage liegen und mit Sensoren ausgestattet sein
Für eine optimale Bewegungsfreiheit sollte der Tisch, auf dem Sie die Maus benutzen, aus dem richtigen Material hergestellt sein. Herkömmliche Mäuse funktionieren auf vielen Oberflächen, doch bei Glas kommt die Sensorik an ihre Grenzen. Inzwischen gibt es jedoch einige ergonomische PC-Mäuse, die Sie auch auf einer Glasoberfläche verwenden können.
Diese Mäuse arbeiten mit innovativen optischen Sensoren, die den Einsatzbereich erweitern. Der Hersteller Logitech setzt auf die Darkfield-Tracking-Technik, die auf mindestens 4 mm dicken Glasscheiben funktioniert.
Tipp: Für eine bessere Haptik können Sie auch auf eine Mausunterlage oder eine Auflage zurückgreifen. Die Auswahl einer Handauflage richtet sich dabei danach, welche Maus Sie verwenden.
Bei einer horizontalen Maus verhindert die Auflage das Abknicken des Handgelenks. Zu diesem Zweck sollte die Auflage die gleiche Höhe haben wie das hintere Ende der Maus. Zudem muss die Auflagefläche groß genug sein, damit Sie den ganzen Handballen ablegen können.
1.6. Form
Ergonomische Mäuse sind in unterschiedlichen Formen und Farben erhältlich. Durch Ausprobieren können Sie selbst entscheiden, welche Form sich am besten in Ihrer Hand anfühlt.
Einerseits können eher flache, an traditionelle Computermäuse angelehnte Modelle so geformt sein, dass sie die Hand effektiv entlasten. Es gibt aber auch sogenannte Vertikalmäuse, die deutlich höher sind. Dadurch liegen Hand und Unterarm beim Verwenden in einem anderen Winkel. Dieser belastet Sehnen weniger und kann so Sehnenscheidenentzündung vorbeugen.

Oft werden ergonomische Mäuse bei Tennisarm-Symptomen oder anderen Beschwerden eingesetzt.
Außerdem gibt es ergonomische Mäuse auch in Form von Joysticks oder Trackpads. Auf die Eigenschaften der verschiedenen ergonomischen Mäuse und mögliche Alternativen gehen wir im folgenden Kapitel näher ein.