Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Elektroherde?
  2. Was für unterschiedliche Elektroherde gibt es?
  3. Welche Elektroherd passt zu mir?
  4. Welche Elektroherde sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Elektroherde?
  6. Wie lautet das Fazit für Elektroherde?

Moderne Elektroherde bieten unzählige Funktionen und Programme, die Ihnen das Kochen und Backen erleichtern oder komplett abnehmen. Ob autarker Elektroherd, Einbau- oder Standherd: Ein gutes Modell sollte sich optimal in Ihre Küche integrieren lassen, energiesparend sein und wichtige Sicherheitsmerkmale aufweisen. Auch das Fassungsvermögen des Einbaubackofens darf nicht zu klein sein. Welche Kaufmerkmale außerdem wichtig sind, welcher Elektroherd zu Ihnen passt und wie viel ein gutes Gerät kosten darf, verrät Ihnen der folgende Kaufratgeber.

Wie erkenne ich gute Elektroherde?

Elektroherde brauchen meist etwas länger als ein Herd mit Gas, bis sie auf der gewünschten Temperatur sind. Moderne Geräte mit Induktionsplatten arbeiten dafür aber sehr innovativ und vergleichsweise energiesparend. Das sind die wichtigsten Kaufmerkmale:

Kochfeld: Das Material macht den Unterschied

Die Wahl des richtigen Kochfelds ist das wohl wichtigste Kaufkriterium. Besonders beliebt sind Glaskeramik-Kochfelder, da sie ein ausgezeichneter Wärmeleiter sind. Unter der Glaskeramik befinden sich Heizspiralen, die die Hitze per Wärmestrahlung nach oben transportieren. Auch bei modernen Induktionskochfeldern besteht die Oberfläche aus Glaskeramik. Allerdings entsteht die Wärme dort durch Infrarotstrahlung. Mittlerweile weniger verbreitet sind Kochfelder aus Gusseisen. Alle drei Varianten haben eigene Vor- und Nachteile:

  • Glaskeramik-/Cerankochfeld: Übergangslose und glatte Kochfläche zum Kochen und Braten, sehr sichere Bedienung, leicht zu reinigen
  • Induktionskochfeld: Ohne lange Aufheiz- oder Abkühlzeiten, deutlich energieeffizienter als andere Herdplatten, kommt schnell auf die gewünschte Temperatur, funktioniert nur in Kombination mit induktionsgeeigneten Töpfen und Pfannen
  • Kochfeld aus Gusseisen: Edelstahl-Kochfeld mit erhöhten Gusseisen-Platten, sehr robust und zerkratzt nicht, eingebrannte Speisereste lassen sich nur schwer entfernen

Kochzonen: Klassisch oder flexibel

Der klassische Elektroherd verfügt über vier Kochzonen oder -felder. Kleinere Modelle mit 2 oder 3 Feldern sind gut für Singles oder kleine Haushalte geeignet. Moderne Elektroherde mit Ceranfeld sind in der Regel mit einer Schnellkochplatte ausgestattet. Sie wird innerhalb kürzester Zeit heiß und Sie können sofort mit dem Kochen beginnen. Je nach Einsatzzweck sollte Ihr Elektroherd auch über folgende Kochzonen verfügen:

  • Zweikreis- und Dreikreiskochzone: Die Heizzone können Sie entsprechend des Topfboden-Durchmessers wählen – Topf oder Pfanne werden so optimal und ohne Wärmeverlust erhitzt
  • Bräterzone: Speziell für ovale Töpfe oder Pfannen geeignet
  • Vario-Kochzone: Häufig bei Induktionskochfeldern, erkennt Kochtöpfe oder Pfannen dank intelligenter Sensortechnologie
Im Test: Ein Elektroherd von schräg oben, Nahaufnahme der Kochplatten.

Dieser Elektroherd von Gorenje besitzt verschiedene Herdzonen, die Sie entsprechend dem Kochgeschirr auswählen können.

Backofen: Funktionen und Reinigung

Das Herzstück Ihres Elektroherds ist der Backofen. Zu seinen Standardfunktionen gehören Ober- und Unterhitze, Heißluft und Umluft. Moderne Backöfen bieten jedoch weitaus mehr: Von einer Grillfunktion über Auftaufunktion und Pizzastufe bis hin zur Schnellaufheiz-Funktion. Besonders praktisch ist ein Teleskop- oder Vollauszug, mit dem Sie die Speisen schnell und sicher herausnehmen können. Leben Kinder in Ihrem Haushalt, sind versenkbare Regler und Knöpfe empfehlenswert. Weitere nützliche Features sind:

Die Reinigung des Backofens kann Zeit und Nerven rauben. Daher sind moderne Backöfen selbstreinigend, in Form von Pyrolyse, Katalyse oder Hydrolyse. Bei der Pyrolyse wird der Backofen-Innenraum stark erhitzt und Speiserückstände zerfallen. Bei Katalyse-fähigen Backöfen ist der Innenraum speziell beschichtet und Fettpartikel zerfallen ebenfalls. Hydrolyse benötigt nur Wasser und Spülmittel, da der Innenraum mittels Wasserdampf gereinigt wird.

Nicht zu vergessen: Energieeffizienz und Maße

Elektroherde müssen wie alle größeren Elektrogeräte mit dem Label zur Energieeffizienz gekennzeichnet werden. Berücksichtigen Sie, dass es für das Kochfeld selbst keine Kennzeichnung gibt. Sie bezieht sich auf den Energieverbrauch des Backofens. Besonders energiesparend sind Modelle ab Energieeffizienzklasse A+.

Ein Einbau-Elektroherd muss unbedingt mit den Maßen Ihrer Küche kompatibel sein. Die meisten Modelle sind zwischen 85 und 90 cm hoch und zwischen 50 und 60 cm tief. Freistehende Standherde können auch deutlich größer sein.

Praktische Features: Von Temperaturregelung bis WLAN

Neben Schnellaufheiz-Funktion und Co. gibt es zahlreiche andere Features, die Ihnen das Kochen und Backen so komfortabel wie möglich machen. Einige Geräte sind sogar mit WLAN ausgestattet, um ein smartes Kochen zu ermöglichen. So können Sie Ihren Backofen-Gasherd bereits von unterwegs aus vorheizen. Andere beliebte Zusatzfeatures sind:

  • Startzeitvorwahl
  • Temperaturvorschlag
  • Elektronische Temperaturregelung
  • Kurzzeitwecker
  • Automatikprogramme
  • Restwärmeanzeige
  • Automatische Topferkennung
Elektroherd getestet: Ein Gerät von vorne mit Bedienelementen und einer geöffneten Klappe.

Elektroherde mit Backofen, wie dieses Modell von Gorenje, lassen sich platzsparend aufstellen und über nur einen Elektroanschluss betreiben.

Was für unterschiedliche Elektroherde gibt es?

Ob autark, klassisch oder freistehend: Die 3 beliebtesten Varianten unterscheiden sich grundlegend in Aufbau und Anschluss. Für welchen Elektroherd Sie sich entscheiden, hängt dabei von Ihren Vorlieben, dem Aufbau, der Größe Ihrer Küche und den vorhandenen Anschlüssen ab:

Der autarke Elektroherd: Modern und flexibel

Bei einem autarken Elektroherd können Sie das Kochfeld unabhängig vom Backofen betreiben. Während Sie das Kochfeld in Ihre Kücheninsel integrieren, findet der Backofen seinen Platz beispielsweise auf Augenhöhe in der Küchenzeile. Ihr autarkes Kochfeld können Sie an jeder beliebigen Stelle in der Küche einbauen. Meist sind autarke Kochfelder mit Display oder Touch-Oberfläche ausgestattet – ein großer Vorteil in Hinblick auf die Kindersicherung.

    Vorteile
  • Sie können Kochfeld und Backofen unabhängig voneinander platzieren
  • Backofen kann in ergonomischer Höhe integriert werden – kein Bücken
  • Beide Komponenten können unabhängig voneinander ausgetauscht werden
  • Größerer Gestaltungsspielraum bei der Küchenplanung
  • Meist ansprechende Optik
  • Ideal für Kücheninseln geeignet
  • Töpfe, Pfannen und mehr können direkt unter dem Kochfeld verstaut werden
    Nachteile
  • Es sind 2 Anschlüsse nötig
  • Meist teurer in der Anschaffung
  • Bei kleinen Küchen eher ungeeignet

Der Einbauherd: Klassisch und praktisch

Der klassische Einbauherd gilt als praktische Komplettlösung. Den Einbau-Elektroherd integrieren Sie in die Schränke unter der Arbeitsplatte und das passende Kochfeld befindet sich unmittelbar darüber. Dadurch erhalten selbst kleine Küchen ein einheitliches Erscheinungsbild.

    Vorteile
  • Große Auswahl am Markt
  • Meist gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kann der Küche optimal angepasst werden
  • Passt auch in kleinere Küchen – platzsparend
  • Unschöne Lücken und Ritzen fallen weg
  • Nur ein Anschluss nötig
    Nachteile
  • Backofen befindet sich nicht auf ergonomischer Höhe – Bücken nötig
  • Meist in Standardmaßen erhältlich
  • Muss in einen Herdumbauschrank integriert werden

Der Standherd: Unkompliziert und günstig

Auch der flexible Standherd ist weiterhin ein großes Thema, da Sie ihn an jedem beliebigen Ort in Ihrer Küche platzieren können und nur ein Anschluss nötig ist. Außerdem ist er in vielen verschiedenen Breiten und mit bis zu 8 oder mehr Kochfeldern erhältlich. Einige Hersteller bieten auch kleine Single-Modelle mit 2 oder 3 Kochfeldern.

    Vorteile
  • Optimal, wenn keine feste Einbauküche vorhanden ist
  • Oft günstig in der Anschaffung
  • In fast jeder erdenklichen Größe erhältlich
  • Ist nicht auf eine bestimmte Küche angepasst
  • Benötigt nur einen Anschluss
    Nachteile
  • Die Küchenzeile bildet keine Einheit
  • Passt oft optisch nicht zur Küche
  • Lücken oder Ritzen zu nebenstehenden Geräten

Welche Elektroherd passt zu mir?

Als Single, der nur selten kocht und backt, benötigen Sie einen anderen Elektroherd als ein passionierter Hobbykoch. Das sind die 3 häufigsten Typen und passende Geräte:

Klassische Einbauherde für Jedermann

Wenn Sie viel und gerne für Ihre gesamte Familie kochen und backen und einen Elektroherd suchen, der sich optimal in Ihre Küchenzeile einfügt, lohnt sich ein Blick auf klassische E-Herde. Einbau-Kochfelder und Elektroofen gibt es in jedem erdenklichen Design und sowohl in einfacher Ausführung als auch mit zahlreichen Zusatzfunktionen. Außerdem benötigen Sie nur einen Anschluss. Das Anschließen sollte dennoch ein Fachmann übernehmen.

Autarke Elektroherde für Fans von Design und Optik

Wenn Sie großen Wert auf das Design Ihrer Küche legen, Kochfeld und Backofen trennen und sich nicht zum Öffnen des Backofens bücken möchten, kommt ein autarker Elektroherd mit Backofen in Frage. Ob mit Ceranfeld oder Induktionsplatte: Die autarke Lösung wertet Ihre Küche nicht nur optisch auf, sondern kann auch unabhängig vom Backofen gewählt werden.

Standherde für Unkomplizierte und Koch-Profis

Wenn Sie einen besonders kleinen oder extrem großen Elektroherd benötigen, der sich flexibel platzieren lässt, oder Sie sich echtes Kochprofi-Feeling in die heimische Küche wünschen, sollten Sie einen Elektro-Standherd kaufen. Viele hochwertige Geräte von Gaggenau oder Miele sind mit modernsten Technologien wie Induktion oder Dampfbackofen ausgestattet.

Ein getesteter Elektroherd von schräg vorne neben einem anderen Produkt.

Übersichtliche Bedienelemente für jedes Kochfeld und den Backofen erleichtern die Bedienung dieses Elektroherdes von Gorenje.

Welche Elektroherde sind laut Tests am besten?

Stiftung Warentest vergleicht regelmäßig Backöfen, Herde und Kochfelder. Einen speziellen Elektroherd-Test gibt es nicht. Dafür testete das Verbrauchermagazin 2019 13 elektrische Einbaubacköfen. 2015 kamen 22 Glaskeramikkochfelder auf den Prüfstand.

Die Ergebnisse von Stiftung Warentest

Die Tester nahmen 13 Einbaubacköfen unter die Lupe, von denen ganze 11 Modelle mit dem Qualitätsurteil „gut“ abschneiden konnten. Im Test mussten sich die Geräte in Hinblick auf ihre Funktionsweise, Aufheizzeit, Handhabung, Sicherheit und Reinigung beweisen. Gleich 3 Modelle teilen sich hier den ersten Platz: Sie erhalten alle das Testurteil „gut“ (1,8). Die 3 Backöfen von Bosch, Neff und Siemens unterscheiden sich nur geringfügig.

Während das Modell von Bosch sehr gute Ergebnisse beim Backen und Grillen liefert, punktet der Backofen von Neff mit seinem Teleskopauszug und der gründlichen Pyrolyse-Reinigung. Auch das Gerät von Siemens erfüllt alle getesteten Standards. Der einzige Nachteil bei allen 3 Geräten: Die Edelstahloberflächen sind sehr anfällig für Fingerabdrücke.

Die schlechteste Note ist ein „befriedigend“ für den Backofen des Herstellers IKEA. Er überzeugt durch seine Grillfunktion und arbeitet sehr stromsparend. Er backt dafür aber nur ausreichend, verteilt die Wärme teils ungleichmäßig und auch die Temperatur schwankt stark.

Kochfelder im Test bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest schickte 19 Elektro-Kochfelder ins Rennen – 9 Cerankochfelder und 10 Induktionsfelder. Bei den Ceranfeldern sichern sich 2 Modelle von Miele und Siemens den Testsieg mit dem Urteil „gut“. Das Glaskeramikkochfeld von Miele verteilt die Hitze besonders gut und lässt sich leicht handhaben. Allerdings ist das Kochfeld von Siemens deutlich günstiger, ebenfalls einfach im Handling und heizt sich etwas schneller auf. Ein kleiner Nachteil: Die Platte lässt sich schwerer reinigen.

Im Bereich der Induktionskochfelder teilen sich 2 Geräte der Hersteller Siemens und Bosch den ersten Platz. Die beiden Kochfelder liegen nicht nur preislich gleichauf, sondern ermöglichen beide eine sehr schnelle Kochzeit und sind leicht zu handhaben. Ein Induktionskochfeld von AEG fällt durch. Beim Kochen mit dem Modell sind deutliche Geräusche hörbar und es verbraucht vergleichsweise viel Strom.

Was kosten Elektroherde?

Die Preisspanne bei Elektroherden ist mindestens genauso groß wie die Auswahl selbst. Der Preis hängt dabei hauptsächlich von Funktionsumfang, Hersteller und Variante ab. Berücksichtigen Sie jedoch nicht nur den Anschaffungspreis: Die Stromkosten bei sehr günstigen Modellen mit schlechter Energieeffizienz summieren sich.

Günstige Elektroherde: 150 bis 400 €

Einfache Elektroherde von Herstellern wie Bomann oder Amica erhalten Sie bereits ab 150 €. Die meisten Modelle sind mit Ceran- oder Gusseisen-Kochfeldern ausgestattet. Auch kleine Elektroherde mit weniger Fassungsvermögen und 2 bis 3 Kochfeldern liegen meist im unteren Preissegment. Abstriche müssen Sie oft in Hinblick auf Design, Verarbeitung und Funktionsumfang machen.

Elektroherde im mittleren Preissegment: 400 bis 1.000 €

Investieren Sie etwas mehr, bekommen Sie hochwertige Elektroherde ab circa 450 €. Hersteller wie Siemens oder Bosch bieten moderne Geräte mit großem Funktionsumfang zum fairen Preis. Die Elektroherde sind meist ansprechend verarbeitet, optisch schön und werden teilweise mit viel Zubehör geliefert. Auch günstige Induktionsherde beginnen preislich bei circa 400 €.

Premium-Elektroherde: 1.000 bis 6.500 €

Hochwertige Induktionsherde, übergroße Standherde und Gastronomie-Herde kosten bis zu 6.500 €. Viele der Geräte verfügen über bis zu 8 Kochfelder und bieten zahlreiche Zusatzfeatures. Auch Elektroherde mit edlen Designs liegen meist im oberen Preissegment, beispielsweise von Herstellern wie Gaggenau.

Wie lautet das Fazit für Elektroherde?

Der Elektroherd ist eine gute Alternative zum Gasherd, da Sie ihn einfach über den Stromanschluss installieren können. Er ist sicher und vergleichsweise günstig und es gibt für jede Küche das passende Design. Heutzutage bieten Elektroherde zahlreiche zusätzliche Features, die Sie sich für mehr Komfort beim Kochen und Backen wünschen. Vor dem Kauf sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Das Ceranfeld können Sie mit allen Arten von Töpfen und Pfannen nutzen – beim Induktionskochfeld ist spezielles Kochgeschirr nötig
  • Eine Selbstreinigungsfunktion spart Ihnen Zeit und Nerven
  • Der Anschluss eines Standherds ist zwar einfacher, birgt aber gleichzeitig ein Sicherheitsrisiko für Kinder und Haustiere
  • Ihr Elektroherd sollte mindestens über die Energieeffizienzklasse A verfügen
  • Einfache Elektroherde erhalten Sie bereits ab 150 €, deutlich mehr Funktionen bieten Modelle zwischen 400 und 900 €
  • Premium- und Design-Herde sowie Gastronomie-Elektroherde können bis zu 6.500 € kosten

Lassen Sie sich gleich von der Bestenliste inspirieren und finden Sie den Elektroherd, der Ihren Ansprüchen gerecht wird. Viel Freude beim Kochen und Backen.