Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Einbauherde?
  2. Was für unterschiedliche Einbauherde gibt es?
  3. Welche Einbauherd passt zu mir?
  4. Welche Einbauherde sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Einbauherde?
  6. Wie lautet das Fazit für Einbauherde?

Ganz gleich, ob Sie ein begeisterter Koch sind oder eher selten zum Kochlöffel greifen, der Kauf eines Einbauherds sollte gut überlegt sein. Denn bei einem Herdset mit Backofen und Kochstelle gibt es viel zu beachten. Schon bei den Kochfeldern gibt es die unterschiedlichsten Arten: Mit Ceranfeld, Gas, Induktion oder klassischen Kochplatten aus Gusseisen. Die 4 Arten unterscheiden sich deutlich in Preis, Reinigungsaufwand und Aufwärmgeschwindigkeit.

Doch auch beim Backofen sollten Sie nicht nur auf die Backfunktionen achten. Auch die Funktionen für Reinigung und Sicherheit sowie eine einfache Bedienung sind wichtig. Viele Herdsets werden außerdem in Einzelteilen verkauft: Kochfeld und Backofen können günstiger zusammen gekauft werden, lassen sich aber oft dennoch getrennt in der Küche einbauen. Diese Sets gibt es dann auch mit Mikrowelle und passender Dunstabzugshaube. Auf was Sie beim Kauf eines Einbauherds achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Wie erkenne ich gute Einbauherde?

Der richtige Einbauherd muss zu Ihren Bedürfnissen passen. Dabei sollte die Sicherheit eine genauso große Rolle spielen wie Preis und Energieeffizienz. Neben den verschiedenen Möglichkeiten bei den Kochstellen sollten Sie auch auf die zusätzlichen Funktionen des Herds und des Backofens achten.

Maße und Farbe: Der Einbauherd muss in Ihre Küche passen

Einbauherde mit 4 Kochplatten orientieren sich für gewöhnlich an den Standardmaßen von 60 x 60 cm in der Breite und der Tiefe. So können sie problemlos in die Arbeitsplatte eingebaut und wenn nötig ausgetauscht werden. Bei mehr als 4 Kochplatten kann der Einbauherd deutlich breiter ausfallen, was zugleich auch mehr Platz im Backofen ermöglicht. Schmalere Modelle sind manchmal aber auch nur 50 cm breit, was gerade in kleinen Küchen von Vorteil ist. Kleinere Maße bedeuten aber auch ein geringeres Innenraumvolumen für Ihren Backofen.

Die meisten Einbauherde sind weiß, weil sie sich so problemlos in jeden Küchenstil einfügen können. Modelle in Edelstahl und Schwarz passen sich genauso einfach an und sehen sehr edel aus.

Energieverbrauch: Mit Klasse A+ schneiden Sie am besten ab

Bei Elektroherden sollten Sie auf einen möglichst niedrigen Energieverbrauch achten. Wie bei jedem anderen Elektrogerät können Sie auch hier an einer Energiewerteskala ablesen, welche Energieeffizienzklasse der Einbauherd hat und wie viel Strom Backofen und Kochfeld pro Heizvorgang verbrauchen. Der Einbauherd sollte am besten unter die Energieeffizienzklasse A+ fallen. Einbaugasherde verbrauchen weniger Strom im Jahr, sind aber meistens mit einem elektrischen Backofen gekoppelt. Daher sollten Sie auch hier auf den Energieverbrauch achten.

Bedienelemente: Einfach zu handhaben und sicher für Kinder

Die typischen Elemente, um Einbauherde zu bedienen, sind Drehknöpfe. Damit regulieren Sie Herd und Backofen gelichermaßen und sie befinden sich über der Backofenklappe. Es gibt aber auch sogenannte Funktionen mit Touch-Control, die direkt in die Kochplatte integriert sind. Diese können Sie besonders einfach mit den Fingerkuppen bedienen. Besonders in Haushalten von Familien mit Kindern empfehlen sich Einbauherde mit versenkbaren Drehknöpfen oder eine Touch-Control-Funktion als Kindersicherung.

Für sehschwache Menschen sind außerdem Kontrast und Größe der Schalterbeschriftung von Bedeutung. Für Blinde empfehlen sich einrastende Drehknöpfe mit fühlbaren Markierungen für die verschiedenen Einstellungsstufen.

Sicherheit: Damit Sie sich nicht am Backofen verbrennen

Ein Einbaubackofen sollte heutzutage mindestens mit Umluft und Ober- und Unterhitze ausgestattet sein und Mahlzeiten gleichmäßig durchbacken und bräunen können. Informieren Sie sich außerdem über die Wärmeabgabe durch die Außenelemente wie Tür, Türgriff und Bedienung. Denn manche Backöfen werden auch von außen heiß, was zu Verbrennungen führen kann.

Ein weiterer Sicherheitspunkt betrifft die Backbleche und Schienen. Viele Backbleche besitzen kleine Vorsprünge an einer Seite, die sich in den Führungsschienen des Backofens verhaken und so ein Hinausrutschen oder Kippen des Blechs verhindern. Außerdem gibt es Backöfen mit Teleskopschienen, die es Ihnen ermöglichen, das Blech samt Schiene hinauszuziehen und dann auf sichere Weise herauszuheben.

Reinigung: Selbstreinigende Backöfen nehmen Ihnen die Arbeit ab

Um die Reinigung zu erleichtern, sind manche Backöfen mit Emaille beschichtet. Das verhindert das Verbrennen von heruntergefallen Speiseresten. Andere haben sogar eine Funktion zur Selbstreinigung. Ein Einbauherd mit der sogenannten Pyrolysefunktion verbrennt Rückstände bei sehr hohen Temperaturen. Die übrigbleibende Asche können Sie dann später leicht per Hand auswischen. Andere Modelle reinigen sich nach Zugabe von etwas Wasser mit Dampf selbst. Das weicht die Rückstände auf, diese lassen sich dann leichter lösen.

Was für unterschiedliche Einbauherde gibt es?

Der wichtigste Punkt bei der Anschaffung Ihres Einbauherds ist die Kochstelle. Während gusseiserne Kochplatten, Gas und Glaskeramik preiswerte Alternativen sind, überzeugt das Induktionsherd-Einbauset durch seine funktionalen Vorteile.

Der Einbauherd mit gusseisernen Kochplatten

Kochplatten aus Gusseisen sind langlebig und sehr preisgünstig. Die Kochstelle verbraucht allerdings viel Energie und benötigt Zeit, um warm zu werden und wieder abzukühlen.

    Vorteile
  • Preiswert
  • Widerstandsfähige Oberfläche
  • Langlebig
  • Langes Warmhalten von Mahlzeiten möglich
    Nachteile
  • Hoher Energieverbrauch
  • Langsames Kochen und Regulieren der Temperatur
  • Hohe Verbrennungsgefahr
  • Platten bleiben nach dem Abschalten lange warm
  • Oft unebene Oberflächen: Erschwerte Reinigung und mögliches Kippen von Töpfen
  • Eingebrannte Essensreste erschweren die Reinigung

Das Einbau-Set mit Backofen und Gasherd

Bei Gaskochfeldern können Sie sofort mit maximaler Hitze kochen, ohne auf das Aufwärmen der Kochplatten warten zu müssen. Moderne Modelle haben einen integrierten Anzünder und müssen nicht per Hand entzündet werden. Diese Varianten verlieren aber viel Wärme durch die offene Flamme.

    Vorteile
  • Preiswert
  • Geringe Energiekosten
  • Schnelles Kochen
  • Einfach zu dosierende Hitze
  • Kochfelder sind sofort heiß beim Anstellen
  • Keine Wärmeabgabe mehr nach dem Ausschalten
    Nachteile
  • Separater Gasanschluss nötig
  • Großer Wärmeverlust durch Kochen mit offener Flamme
  • Erhöhtes Verbrennungsrisiko durch die offene Flamme
  • Unebene Oberfläche: komplizierte Reinigung und mögliches Kippen von Töpfen

Der Glaskeramikherd

Ein Glaskeramikherd (oft Ceranfeld nach dem Marktführer genannt) besteht aus Heizstäben, die durch eine ebene Glasplatte Hitze an die Töpfe weitergeben. Diese Kochstelle ist weit verbreitet und preiswert, verbraucht aber auch viel Energie.

    Vorteile
  • Preiswert
  • Längeres Warmhalten nach dem Kochen
  • Ebene Oberfläche: einfache Reinigung und kein Kippen von Töpfen
    Nachteile
  • Hoher Energieverbrauch
  • Braucht Zeit, um warm zu werden und abzukühlen
  • Verbrennungsgefahr durch warmbleibende Kochplatten

Der Einbauherd mit Induktionsfeld

Eine Induktionskochstelle aus Glaskeramik arbeitet nicht mit direkter Hitze, sondern überträgt ein magnetisches Wechselfeld durch das kalte Induktionskochfeld in den Boden des Kochtopfes, wo es in Wärme umgewandelt wird. Beim Kochen mit einer Induktionsplatte müssen die Kochfelder also nicht erst erhitzt werden. Das spart Zeit und Energie, erfordert aber auch spezielles Kochgeschirr.

    Vorteile
  • Schnelles Kochen
  • Schnelle Temperaturregulation
  • Hohe Energieeffizienz durch geringe Wärmeabgabe
  • Niedrige Verbrennungsgefahr durch kaltbleibende Kochfelder
  • Ebene Oberfläche: einfache Reinigung und kein Kippen von Töpfen
  • Keine eingebrannten Essensreste auf der Kochstelle
    Nachteile
  • Teuer
  • Spezielles Kochgeschirr nötig
  • Kein Warmhalten von Mahlzeiten sobald der Herd aus ist

Welche Einbauherd passt zu mir?

Der richtige Einbauherd passt nicht nur optisch gut in Ihre Küche, er bedient vor allem Ihre Kochgewohnheiten und Bedürfnisse.

Ein Induktionsherd für die Familie

Gerade wenn Sie Kinder haben, geht die Sicherheit in Ihrer Küche vor. Die meisten Herde mit Glaskeramik zeigen nach dem Kochen in einem kleinen Feld am Rand an, welche Platten noch heiß sind. Ein Induktionsherd ist aber die beste Lösung. Die Verbrennungsgefahr ist niedrig dank kalter Kochplatten. Eine Kindersicherung ist sogar oft in die Touch-Control integriert. Eine Alternative ist ein Einbauherd mit einrastenden Drehschaltern, die ganz einfach von neugierigen Kinderhänden ferngehalten werden können. Auch für die Backofenklappe gibt es Modelle mit Kindersicherung.

Der Gasherd für experimentierfreudige und passionierte Köche

Obwohl der Gasherd ein höheres Verbrennungsrisiko und einen größeren Wärmeverlust beim Kochen mit sich bringt, ist er ungeschlagen, wenn es um experimentelles Kochen und die Profi-Küche geht. Dazu gehört zum Beispiel das Hantieren mit dem Wok. Dank der offenen und leicht regulierbaren Flamme können Sie viel mehr mit dem Herd interagieren und Ihnen brennt nichts so schnell an.

Gusseiserner Kochstellen für die Traditionsliebhaber

Einbauherde mit gusseiserner Kochstelle oder Glaskeramikplatte kühlen nach dem Kochen nur sehr langsam ab. Damit können Sie Ihr Essen also einfach auf dem Herd stehen lassen und so über einen gewissen Zeitraum warmhalten. Das mag in den meisten Tests die größte Schwachstelle dieser Herde sein, ist aber besonders dann hilfreich, wenn Sie regelmäßig Ihre Mahlzeiten noch einmal aufwärmen wollen oder öfter Eintöpfe kochen.

Welche Einbauherde sind laut Tests am besten?

Bisher hat Stiftung Warentest Backöfen und Kochstellen nur unabhängig davon geprüft, ob diese Teil eines Einbauherds waren. Bei dem ETM Testmagazin liegen ausschließlich Testergebnisse für Backöfen vor. Bei vielen Herdsets werden aber ohnehin Kochstelle und Backofen getrennt voneinander eingebaut.

Stiftung Warentest über Backöfen

Bei dem Backofen Test von 2019 empfiehlt Stiftung Warentest die hochwertigen Modelle von Bosch, Siemens, Miele und Neff, während Modelle von Amica und BEKO zwar nicht in ihrer Qualität mithalten können, dafür aber durch deutlich niedrigere Preise punkten.

Worauf Sie laut Stiftung Warentest bei Ihrem Ofen achten sollten, ist neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem der Sicherheitsfaktor. Informieren Sie sich, wie sich die Temperaturen auf die Außenteile des Ofens wie Tür, Türgriff und weitere Bedienelemente auswirkt. Gerade für Kinder entsteht dort ein Sicherheitsrisiko. Stiftung Warentest empfiehlt außerdem, Modelle mit Teleskopschienen oder vergleichbaren Sicherungen auszuwählen, damit Backbleche nicht ins Kippen geraten. Auch das gleichmäßige Braten stand hier auf dem Prüfstand. In diesem Bereich wurde der Backofen von Bauknecht im Test an die erste Stelle gewählt.

ETM Testmagazin über Backöfen

Das ETM Testmagazin untersuchte in ihrem Test Ende 2018 8 Backöfen. Die meisten der getesteten Backöfen verfügen neben einer Innenbeleuchtung über Teleskopschienen und eine Heizluftfunktion. Sie haben ein Fassungsvermögen von rund 70 bis 78 l im Innenraum, was laut dem ETM Testmagazin für die Küche in einem Ein-Familienhaushalt ausreicht. Daneben liegen alle in der Energieeffizienzklasse A bis A +.

Als Testsieger ging der Samsung Dual Cook aus der Versuchsreihe hervor. Der Backofen verfügt über 50 Automatikprogramme und hat außerdem einen Garraumteiler mit 2 Ventilatoren und 2 Türen. Das ermöglicht es Ihnen, 2 Mahlzeiten gleichzeitig bei unterschiedlichen Einstellungen zuzubereiten. Der Ofen reinigt sich per Pyrolyse selbst.

Stiftung Warentest über Kochstellen

Generell empfiehlt Stiftung Warentest in einem Test von 2004 die Induktionskochstellen aufgrund ihrer Schnelligkeit, hohen Energieeffizienz und Sicherheit. Im Test erhitzte Stiftung Warentest 1,5 l Wasser von 15 °C auf 90 °C. Hierbei brauchte der Induktionsherd nur 6,5 Minuten, während gusseiserne Kochplatten und Gas 10 bis 10,5 Minuten brauchten. Die anderen beiden Varianten aus Glaskeramik (Infrarot und Halogen) benötigten zwischen 7,5 und 8 Minuten. Einzig wenn es um das Warmhalten nach dem Kochvorgang ging, waren Kochstellen aus Glaskeramik besser, da sie langsamer abkühlen.

Was kosten Einbauherde?

Die Preise für Einbauherde variieren stark und sind hauptsächlich von der Art der Kochstelle sowie den Zusatzfunktionen des Backofens abhängig. Herde mit gusseisernen Kochplatten und Einbau-Gasherde fallen dabei am günstigsten aus, Glaskeramikherde nehmen das Mittelfeld ein. Herdsets mit Induktion sind für gewöhnlich am teuersten, da sie im Vergleich als modernere und effizientere Kochstelle gelten.

Günstige Einbauherde: Von 150 bis 350 €

Die günstigsten Einbauherde lassen sich aufgrund ihrer unebenen Kochstelle und mangelnden Beschichtungen an den Innenwänden des Backofens meist schwieriger reinigen. Das mindert ihre Widerstandsfähigkeit und verkürzt ihre Langlebigkeit. Zudem besitzen sie weniger Funktionen im Backofen. Bei auffällig günstigen Modellen sollten Sie immer auf den Energieverbrauch achten. Heutzutage schaffen es aber selbst die günstigen Einbauherde im Regelfall in die oberen Energieeffizienzklassen.

Mittleres Preisfeld: Ab 350 bis 600 €

Im Mittelfeld finden Sie Einbauherde mit gut ausgestatteten und beschichteten Backöfen. Die Maximaltemperaturen des Backofens liegen mit etwa 250 °C zwar unter den teureren Modellen, dafür können Sie hier bereits Einbauherde mit Selbstreinigung und mehreren Teleskopschienen kaufen.

Teure Einbauherde: Ab 600 bis 1.500 €

Dem Preis von Einbauherden ist nach oben hin praktisch keine Grenze gesetzt. Neff und AEG bieten Einbauherde um die 2.000 € an. Einen vollausgestatteten Einbauherd finden Sie aber schon bei 1.000 €. Dieser sollte energieeffizient sein und all Ihren Ansprüchen entsprechen: Optimal ist ein Set mit Backwagen und Pyrolyse, Teleskopschienen, Kindersicherung, vielen verschiedenen Backeinstellungen oder sogar mit einer zusätzlichen Mikrowelle.

Wie lautet das Fazit für Einbauherde?

Wie bei jedem Elektrogerät gilt, es muss nicht das teuerste Modell sein, solange er Ihre wichtigsten Bedürfnisse erfüllt. Ein teurer Einbauherd mag mehr Komfort bieten, wenn er mit Ceranfeld und vielen Zusatzfunktionen ausgestattet sowie selbstreinigend ist. Mit der richtigen Beschichtung können Sie aber ein fast genauso einfach zu pflegendes Einbau-Elektroherd-Set günstig kaufen. Die folgenden Punkte sollten Sie beim Kauf aber auf jeden Fall beachten:

  • Der Einbauherd sollte einen niedrigen Energieverbrauch haben und am besten in der Energieeffizienzklasse A liegen
  • Die Außenelemente des Backofens sowie die Oberfläche um die Kochstellen sollten nicht zu heiß werden
  • Der Backofen sollte sich durch eine ebene Kochfläche, eine gute Backofenbeschichtung oder im besten Falle durch ein Selbstreinigungssystem gut säubern lassen
  • Gute Einbauherde mit vielen Funktionen finden Sie im mittleren Preisbereich von 250 bis 600 €
  • Voll ausgestattete Einbauherde mit Pyrolyse bekommen Sie für etwa 1.000

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