Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Bewegungsmelder?
  2. Was für unterschiedliche Bewegungsmelder gibt es?
  3. Welche Bewegungsmelder passt zu mir?
  4. Welche Bewegungsmelder sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Bewegungsmelder?
  6. Wie lautet das Fazit für Bewegungsmelder?

Bewegungsmelder sind vielseitig einsetzbar und decken weit mehr als nur den Sicherheitsaspekt ab: So steuern sie beispielsweise die Beleuchtung, dienen als intelligentes Nachtlicht oder können Ihnen dabei helfen, Strom zu sparen. Moderne Bewegungsmelder für den Outdoor-Bereich können Einbrecher zudem nicht nur fernhalten, sondern gleichzeitig Alarm auslösen, Videomaterial aufzeichnen oder Ihnen Benachrichtigungen in Echtzeit auf Ihr Smartphone senden.

Vor einem Verkaufsbereich mit Kabeltrommel steht ein getesteter Bewegungsmelder in einer weißen Verpackung mit grünem Deckel und Sichtfenster.

Auf diesem Bild sehen wir einen intertechno-Funk-Bewegungsmelder “PIR 6000” für den Außenbereich, der verschiedene intertechno-Empfängsgeräte (Leuchten, Funk-Gongs) schalten kann.

Ob aktiver Bewegungsmelder, Infrarot-Bewegungsmelder oder Kamerasystem – gute Modelle sollten über genug Reichweite verfügen sowie robust verarbeitet und einstellbar sein. Welches Gerät für welchen Einsatzbereich geeignet ist, welche Modelle in Tests überzeugen können und wie teuer ein hochwertiger Bewegungsmelder sein sollte, erfahren Sie in unserem ausführlichen Kaufratgeber.

Wie erkenne ich gute Bewegungsmelder?

Der Markt an Bewegungsmeldern ist groß – die häufigste Art sind jedoch Automatik- oder Funk-Bewegungsmelder, die für gute Sicht in der Dunkelheit sorgen und gleichzeitig als Abschreckung für Einbrecher dienen können. Diese Kaufmerkmale gelten jedoch in Bezug auf alle Varianten:

Einsatzbereich

Die meisten Bewegungsmelder nutzen die Passiv-Infrarot-Technologie. Zusätzlich lassen sich noch diese Einsatzgebiete unterscheiden:

  • Automatikschalter: Dabei handelt es sich in der Regel um einfache PIR-Sensoren (passive Infrared), die hauptsächlich zur Steuerung der Beleuchtung im Innen- und Außenbereich gedacht sind
  • Funk-Bewegungsmelder: Sie eignen sich besonders für den Außenbereich, da sie nicht verkabelt werden müssen, sondern drahtlos funktionieren. Oft sind Funk-Bewegungsmelder auch Teil eines Alarmsystems. Registrieren sie eine Bewegung im Erfassungsbereich, geben sie ein Signal an die angeschlossene Alarmzentrale weiter. Beachten Sie, dass solche Alarmanlagen-Bewegungsmelder eine Notstromversorgung benötigen, um nicht sabotiert werden zu können
  • Smart-Home-Bewegungsmelder: Sie funktionieren meist per KNX-Standard und lassen sich in Ihr Smart-Home-System integrieren. Beliebte Einsatzbereiche sind die Steuerung von Licht, die Automatisierung von Wasserhähnen oder Spülungen oder als Bewegungsmelder-Nachtlicht

Montageart und -ort

Selbst günstige Modelle sind dank Schutzart oft spritzwassergeschützt und robust verarbeitet und somit für den Innen- und Außenbereich geeignet. Outdoor-Bewegungsmelder sollten mindestens über die Schutzart IP44 oder höher verfügen. Besonders unauffällig sind Bewegungsmelder, die im Unterputzverfahren montiert werden können. Da ihr größtmöglicher Erfassungswinkel durch den Einbau in die Wand bei maximal 180° liegt, eignen sie sich jedoch hauptsächlich für den Innenbereich.

Aufputz-Bewegungsmelder bieten dagegen einen größeren Erfassungsbereich und kommen oft in verwinkelten Räumen oder Ecken zum Einsatz. Ist der Sensor zusätzlich mit einem Unterkriechschutz ausgestattet, funktioniert die Bewegungserkennung direkt unter dem Bewegungsmelder – was sich zur Montage über der Haustür anbietet. Während der Erfassungswinkel von Wand-Bewegungsmeldern begrenzt ist, bieten Decken-Bewegungsmelder einen Rundum-Erfassungsbereich von bis zu 360° ohne toten Winkel. Allerdings nimmt ihre Empfindlichkeit bei hohen Decken ab, da die optimale Montagehöhe bei circa 2,50 m liegt.

Reichweite

Getesteter Bewegungsmelder in einer weißen Verpackung, inklusive Bild von einem Einbrecher, mit grünem Deckel von hinten steht vor einem Verkaufsbereich mit Kabeltrommeln.

Laut unserer Recherche hat dieser intertechno-Funk-Bewegungsmelder “PIR 6000” einen Erfassungsbereich von ca. 10 m.

Die meisten Bewegungsmelder bieten eine Reichweite zwischen 10 m und 20 m. Beachten Sie, dass Fehlalarme bei einer großen Reichweite wahrscheinlicher sind, da der Sensor an Sensibilität verliert und schneller bei Bewegungen von Tieren oder Bäumen reagieren kann. Um dies auszuschließen, sollten Sie vor dem Kauf den Bereich abmessen, welchen der Bewegungsmelder abdecken soll.

Stromverbrauch

Ob als Bestandteil eines Sicherheitssystems oder als praktische Lichtquelle – nichtsdestotrotz benötigt der Bewegungsmelder selbst rund um die Uhr Energie. Achten Sie daher auf den vom Hersteller angegebenen Stromverbrauch und stellen Sie kurze Aktivitätsintervalle ein. Solarbetriebene Bewegungsmelder für den Außenbereich sind daher besonders nachhaltig. Nachteil: Sie können dank fehlender Verkabelung zwar frei positioniert werden, haben dafür aber oft eine begrenzte Akku-Kapazität.

Handhabung

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Bewegungsmelder zeitlich programmieren können – oft gibt es ein großes, wählbares Zeitfenster zwischen 5 s und 15 min. Auch eine Funksteuerung kann je nach Einsatzbereich praktisch sein, da sie vor Sabotage und Fremdeinwirkung schützen kann. Modernste Smart-Home-Bewegungsmelder lassen sich teilweise sogar über Apps steuern. Sie schicken Ihnen bei auffälligen Bewegungen auf dem Grundstück eine Nachricht auf Ihr Smartphone.

Was für unterschiedliche Bewegungsmelder gibt es?

Das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung von Bewegungsmeldern sind die verbauten Sensortypen. Erfahren Sie daher jetzt mehr über die 3 beliebtesten Varianten:

Aktive Bewegungsmelder (Dopplerradar/HF oder Ultraschall)

Aktive Bewegungsmelder senden elektromagnetische Wellen oder Ultraschall aus, die in der näheren Umgebung reflektiert und zurückgesendet werden. Sind die zurückgesendeten Signale verändert, erkennt der Bewegungsmelder diese Veränderungen, indem er die zeitliche Differenz der Entfernungen misst. Arbeitet der Bewegungsmelder mit Ultraschallwellen, registriert er Frequenzverschiebungen zwischen dem Sende- und Empfangssignal.

    Vorteile
  • Bewegungen können auch durch Fremdmaterialien wie Holz, Glas oder Kunststoff hindurch wahrgenommen werden
  • Sie arbeiten temperaturunabhängig
  • Unterscheiden Personen und Gütern
  • Es können selbst Räumlichkeiten überwacht werden, die um die Ecke gehen (Flure)
    Nachteile
  • Stillstehende Objekte werden in der Regel nicht erfasst
  • Es können Fehlfunktionen durch Störquellen auftreten
  • Der Erfassungsbereich ist teilweise ungenau
  • Sie reagieren sehr empfindlich und erfassen daher beispielsweise auch Bewegungen von Sträuchern im Wind
  • Ungeeignet, wenn starke Schallquellen, Lüftungen oder Heizkörper in der Nähe sind

Passive Bewegungsmelder (Infrarot)

Beim Großteil der Bewegungsmelder, die im privaten Umfeld zum Einsatz kommen, handelt es sich um passive Bewegungsmelder. Sie sind auch unter dem Namen PIR-Bewegungsmelder bekannt (passive Infrared). Die Geräte selbst geben keine Strahlen ab, sondern empfangen lediglich die Wärmestrahlung von Objekten in einem bestimmten Erfassungsbereich. Der Bewegungsmelder löst aus, sobald er einen Temperaturwechsel zwischen Oberflächen beziehungsweise der Körpertemperatur von Menschen und Tieren wahrnimmt.

    Vorteile
  • In der Regel die günstigste Variante
  • Können exakt eingestellt werden
  • Sehr genaue Erfassungsbereiche
  • Reagieren auf die Wärmestrahlung von Menschen und Tieren und eignen sich daher auch für Wildkameras
    Nachteile
  • Arbeiten temperaturabhängig und können daher bei Haut besser auslösen als bei Kleidung
  • Sehr langsame Bewegungen und stillstehende Objekte werden nicht erkannt
  • Geräte oder Anlagen wie beispielsweise eine Fußbodenheizung können die Funktion beeinträchtigen
  • Können keine Fremdkörper wie Glas oder Holz durchdringen

Kamera-Bewegungsmelder

Kamera-Bewegungsmelder kommen meist in Sicherheitstechnik und in Verbindung mit professionellen Alarmanlagen zum Einsatz. Wird der Bewegungsmelder der Kamera ausgelöst, startet sie sofort mit der Aufnahme. Bewegungsmelder mit Videoüberwachung sind zwar teuer und nur bedingt für den privaten Gebrauch geeignet, liefern dafür aber wertvolles Videomaterial, zum Beispiel als Beweis für die Polizei.

    Vorteile
  • Sind in der Regel optimal vor Nässe geschützt
  • Aufnahmen können als Beweismaterial dienen und Täter überführen
  • Sehr praktisch und sparsam, da nur aufgezeichnet wird, wenn Veränderungen im Bild zu erkennen sind
    Nachteile
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Leute fühlen sich in Privaträumen mit Kameras oftmals beobachtet
  • Dürfen aus datenschutzrechtlichen Gründen nur Bilder des eigenen Grundstücks oder Hauses aufzeichnen, ansonsten können rechtliche Konsequenzen drohen

Welche Bewegungsmelder passt zu mir?

Ein Kamera-Bewegungsmelder in den eigenen 4 Wänden macht nur selten Sinn – genauso wenig wie ein schwacher Automatikschalter zur Überwachung eines großen Außenbereichs. Daher sollten Sie vorher genau überlegen und abwägen, wo der Bewegungsmelder zum Einsatz kommen soll:

Automatikschalter für die einfache Lichtsteuerung

Wenn Sie sich eine komfortable Lichtsteuerung wünschen, um Stolperfallen in der Garage, im Keller, auf Treppen oder in dunklen Gängen zu vermeiden, eignen sich einfache Automatikschalter für den Innen- und Außenbereich. Erfolgt der Einbau per Unterputzverfahren, sind lediglich die kleinen Infrarot-Sensoren sichtbar. Haben Sie Ihr Zuhause bereits Smart-Home-fähig gemacht, können auch intelligente Smart-Home-Bewegungsmelder wie der Philips Hue infrage kommen.

Präsenzmelder für Komfort und verbesserte Energieeffizienz

Wenn Sie große Räume haben, die Sie möglichst energieeffizient beleuchten möchten, ohne ständig den Lichtschalter betätigen zu müssen, lohnt sich ein Blick auf sogenannte Präsenzmelder. Sie werden in der Regel als Aufputz- oder Decken-Bewegungsmelder installiert und schalten das Licht automatisch aus, sobald es nicht mehr benötigt wird.

Bewegungsmelder mit Kamera oder Alarmsystem für mehr Sicherheit

Wenn Sie Ihr Haus und/oder Grundstück besonders effizient schützen möchten, sollten Sie sich hochwertige Systeme mit Kamera oder angeschlossenem Alarmsystem genauer ansehen. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die richtige Schutzart für den Außenbereich und den passenden Erfassungsbereich. Beachten Sie aber, dass der Alarm auch durch Tiere oder sich bewegende Gegenstände ausgelöst werden kann.

Tipp: Sie verwenden den Bewegungsmelder als Sicherheitseinrichtung für Ihr zu Hause? Dann denken Sie auch an das passende Türschloss oder Fenstersicherung.

Welche Bewegungsmelder sind laut Tests am besten?

Stiftung Warentest hat bislang keinen Test zu Bewegungsmeldern durchgeführt. Dafür testete das Verbrauchermagazin Alarmanlagen – unter anderem einige Modelle mit integrierter Kameraüberwachung. Die Redaktion des Testportals Sei-sicherer.de führte hingegen aktuell einen Test mit 7 Modellen zu Merkmalen wie Handhabung, Montage, Robustheit und Reichweite durch.

Sei-sicherer.de

Testsieger wurde der Bewegungsmelder der Marke Mr Beams. Da zum Gebrauch keine Verkabelung, sondern lediglich eine 4D-Zellen-Batterie benötigt wird, eignet er sich für den Innen- und Außenbereich. Er verfügt über 2 integrierte Power-LEDs, die alles im Radius von 7,62 m ausleuchten konnten. Tagsüber ist das Gerät besonders stromsparend, da der Dämmerungsschalter dafür sorgt, dass der Stand-by-Modus am Tag eingeschaltet wird. Außerdem ist der Bewegungsmelder dank Schutzart IP44 von allen Seiten abgedichtet und witterungsgeschützt.

Den 2. Platz belegte ein beweglicher Bewegungsmelder des führenden Herstellers Steinel. Das Einsteigermodell lässt sich an Wänden oder Decken befestigen. Dank 120°-Sichtweite deckte der Bewegungsmelder eine Reichweite von 12 m ab und kann bis zu 180° vertikal bewegt werden. Negativ fiel allerdings die Montage auf. Der drittplatzierte Bewegungsmelder von ChiliTec war mit unter 10 €das günstigste Modell im Vergleich. Er hat eine relativ hohe Reichweite von 15 m, 180°-Blickwinkel und ließ sich schnell montieren. Allerdings beginnt seine Ablaufzeit erst nach der letzten registrierten Bewegung.

Auf dem 3. Platz landete der einzige Indoor-Bewegungsmelder im Test – der Goobay IDA mit Sichtweite von 360°. Er deckte zwar nur eine Reichweite von knapp 6 m ab, punktete dafür aber mit seinem Stromverbrauch unter 1 Watt. Das Schlusslicht bildete ein günstiger Bewegungsmelder des Herstellers REV-Ritter. Er ließ sich zwar einfach montieren und ist dank IP44-Schutzart auch für den Außenbereich geeignet, musste dafür aber mindestens in 2 bis 2,5 m Höhe angebracht werden, um eine optimale Reichweite gewährleisten zu können.

Was kosten Bewegungsmelder?

Die Preisspanne bei Bewegungsmeldern ist groß: Während es einfache Modelle bereits für wenige Euro gibt, sind im Bereich der hochentwickelten Sicherheitstechnik keine Grenzen nach oben gesetzt. Obwohl günstige Modelle nicht zwingend schlecht sein müssen, sollten Sie nicht an der falschen Stelle sparen, wenn Sie auf der Suche nach einem Bewegungsmelder als Einbruchschutz sind.

Günstige Bewegungsmelder: Ab 7 €

Hersteller wie REV-Ritter und ChiliTec bieten sehr günstige Modelle ab circa 7 €. Hierbei handelt es sich in der Regel um einfache Infrarot-Modelle ohne viele Zusatzfunktionen. Als reine Lichtquelle im Innen- oder Außenbereich reichen sie aber meist völlig aus.

Mittelpreisige Bewegungsmelder: 25 bis 80 €

Der Großteil der Bewegungsmelder liegt im Preisbereich zwischen 25 € und 80 €. Die hochwertigeren Automatikschalter, Funk- und Smart-Home-Bewegungsmelder sind in der Regel mit moderner Technik versehen und bieten Zusatzoptionen, wie die frei wählbare Zeiteinstellung oder praktische Solar-Panele als nachhaltige Alternative. Beliebte Hersteller sind hier Steinel, Busch-Jaeger und Esylux.

Teure Bewegungsmelder: Im Schnitt 150 bis 250 €

Besonders teuer sind Bewegungsmelder, die Teil eines Alarmsystems sind, hochwertige Präsenzmelder oder Kamera-Bewegungsmelder für die professionelle Sicherheitstechnik. Für hochmoderne Geräte von Herstellern wie Optex oder Theben können bis zu 1.300 € Kosten anfallen. Gute Kamerasysteme liegen hingegen zwischen 150 € und 250 €.

Wie lautet das Fazit für Bewegungsmelder?

Bewegungsmelder sind funktionell einsetzbar und können nicht nur Ihren Alltag erleichtern, sondern dienen auch dem Sicherheitsaspekt. Hier finden Sie noch einmal alle wichtigen Informationen zusammengetragen:

  • Achten Sie darauf, dass verschiedene Montagearten für unterschiedliche Einsatzgebiete infrage kommen
  • Günstige Modelle mit simpler Infrarot-Technik erhalten Sie bereits ab 7 €
  • Funk- und Smart-Home-Bewegungsmelder namhafter Hersteller verfügen über praktische Funktion wie Zeiteinstellung und Funkschaltung und kosten zwischen 25 € und 80 €
  • Teure, hochmoderne Modelle, die hauptsächlich der Sicherheit dienen, können bis zu 1.300 € kosten
  • Berücksichtigen Sie das Datenschutzrecht, wenn Sie Bewegungsmelder in Form von Kameras oder Wildkameras installieren

Werfen Sie gleich einen Blick auf die Bestenliste und finden Sie den Bewegungsmelder, der am besten zu Ihren Ansprüchen passt.

Im Video vorgestellt: Bewegungsmelder

In diesem Video dreht sich alles um den Homematic IP Bewegungsmelder, Präsenzmelder & Durchgangssensor mit der Produktnummer 156242A0. Ich werde euch meine persönlichen Erfahrungen und einen detaillierten Vergleich zu anderen Modellen präsentieren. Erfahrt alles über die Funktionsweise, die Installation und die praktische Anwendung dieses vielseitigen Geräts.