Ratgeberübersicht
  1. Wie erkenne ich gute Audio Interfaces?
  2. Was für unterschiedliche Audio Interfaces gibt es?
  3. Welche Audio Interface passt zu mir?
  4. Welche Audio Interfaces sind laut Tests am besten?
  5. Was kosten Audio Interfaces?
  6. Wie lautet das Fazit für Audio Interfaces?

Die Audio-Schnittstelle ist der wichtigste Teil des Home Studios. Jedes Audio Interface verfügt über mindestens 2 Eingänge (Inputs) für Mikrofon und Instrumente. Regler ermöglichen die direkte Konfiguration der Akustik. Zur unmittelbaren Überprüfung der Aufnahme gibt es Ausgänge (Outputs) für Lautsprecher, Headset, Stereoanlage oder Kopfhörer. Die Verbindung des Sound Interfaces mit dem Computer erfolgt über USB, Firewire und Thunderbolt.

Die Unterschiede zwischen einzelnen Modellen bestehen vorrangig in der Ausstattung. Neben den Ein- und Ausgängen verfügen bestimmte Audiogeräte über eine MIDI-Schnittstelle. Die Audioqualität hängt von dem verwendeten Mikrofonverstärker ab. Falls sie ein Audio Interface erwerben möchten, sollten sie wissen, welche Verbindungsmöglichkeiten Sie benötigen.

Wie erkenne ich gute Audio Interfaces?

Anschlüsse von einem Audio-Interface.

Wie wir feststellen, kommt es bei Audio Interfaces (hier von AVID) vor allem auch auf die Zugänge und Schnittstellen an.

Eine Audio-Schnittstelle ist eine externe Soundkarte und das Herzstück Ihres Musikstudios. Welche Merkmale sie haben muss, hängt davon ab, welche Funktionen Sie für Ihre Projekte benötigen. Um Ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern, finden Sie im folgenden Erklärungen zu den technischen Aspekten und wichtigsten Ausstattungsmerkmalen.

Was ist ein Audio Interface?

Musik entsteht größtenteils am digitalen Mischpult, der Digital Audio Workstation (DAW). Die Software dieser Arbeitsplätze gibt dem Musikproduzenten mehr Handlungsspielraum als ein vollständig ausgestattetes analoges Studio. Jedoch bringt eine gute Software noch keine herausragende Klangqualität. Erst das Sound Interface, das analoge Signale und digitales Tonstudio verbindet, schafft ein professionelles Endprodukt. Fast jeder PC oder Laptop lässt sich mit einer geeigneten Audio-Schnittstelle zur Musikproduktion nutzen.

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Ist Ihr PC oder Laptop kompatibel?

Ihr Endgerät muss über USB, Firewire oder Thunderbolt verfügen, damit es mit dem Autio Interface kompatibel ist.

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Anschlüsse: Analog, digital und MIDI

Jedes Interface verfügt über mindestens 2 Ein- und Ausgänge für Instrumente, Mikrofone, Studio-Kopfhörer oder DJ Controller. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Eingängen um Combo-Inputs. Diese eignen sich sowohl für XLR-Kabel, die bei Mikrofonen zum Einsatz kommen, als auch für Line-Kabel, über die sich Instrumente anschließen lassen. Viele Modelle haben eine MIDI-Schnittstelle für digitale Controller und Keyboards. Pauschal lässt sich sagen, dass der Preis des Sound Interfaces mit der Anzahl der Anschlüsse steigt.

Klangqualität: Potente Wandler und schnelle Abtaster

Die Tonqualität hängt nur minimal vom verwendeten Mikrofon ab. Viel wichtiger ist der im Interface integrierte Vorverstärker und die Wandler-Bandbreite des Prozessors. Die gängigsten Geräte verfügen über einen A/D-Wandler von 24 bit. Weiterhin ist die Sampling-Rate für die Klangqualität wichtig. Die Abtastrate gibt die Frequenz an, mit der das Interface das analoge Signal abtastet und in ein digitales umwandelt. Die meisten Interfaces arbeiten mit einer Abtastrate von 96 bis 192 kHz. Je höher diese Zahl, desto besser der Klang und desto größer die Datei.

Außenmaterial: Leichte Metalle und robuste Gehäuse

Eine Audioschnittstelle kann aus Metall, Stahl oder Aluminium gefertigt sein. In den seltensten Fällen besteht sie aus Kunststoff. Welches Material Sie wählen, hängt vorrangig von Ihrem Geschmack ab. Aluminium-Gehäuse sind üblicherweise leichter zu transportieren, während solche aus Stahl robuster sind und eine längere Lebensdauer aufweisen.

Was für unterschiedliche Audio Interfaces gibt es?

Rückseite von einem Audio-Interface mit Warnhinweisen.

Dieses kleine AVID-Audio-Interface bietet alles, was nötig ist, um das eigene Instrument inklusive Gesang für die weitere Be- und Verarbeitung aufzunehmen.

Retailer wie Thomann vertreiben eine Vielzahl verschiedener Arten von Audio Interfaces. Eine der gängigsten Einteilungen der Modelle geschieht anhand der Verbindung, mit der Sie das Gerät an die digitale Arbeitsumgebung koppeln.

USB Audio Interfaces

USB 2.0 ist die unangefochtene Nummer eins, wenn es um den Standard für Anschlüsse von Audiohardware geht. Immer häufiger kommen auch USB-C-Anschlüsse zum Einsatz. USB-3.0-Verbindungen sind hingegen noch nicht so weit verbreitet.

    Vorteile
  • Preisgünstig
  • Plug’n’Play: im laufenden Betrieb anschließbar
  • Bus-Powered: keine externe Stromquelle notwendig
  • Funktioniert mit Mac und PC
    Nachteile
  • Probleme beim Datenversand, wenn zu viele Geräte gleichzeitigt verbunden sind

Firewire Interfaces

Firewire oder iLink ist eine von Apple initiierte Verbindungsmöglichkeit, die deutlich schnellere Verbindungen zwischen verschiedenen Elektrogeräten ermöglicht.

    Vorteile
  • Konstant hohe Transferraten und lange Übertragungsstrecken
  • Stromversorgung über das Endgerät
  • An- und Abstecken im laufenden Betrieb
    Nachteile
  • Zur Stromversorgung ist ein 6-poliger Anschluss notwendig, den Windows nicht und Mac nur selten hat.
  • Die Stromversorgung des Sound Interfaces belastet die Akkulaufzeit des Computers und kann Störsignale generieren.
  • Interfaces mit Firewire weisen gelegentlich Kompatibilitätsprobleme mit Chipsätzen auf.

Thunderbolt Interfaces

Diese von Apple und Intel entwickelte Verbindungsmöglichkeit kann verschiedene Arten von Daten gleichzeitig übertragen. Im Einsteigerbereich spielt sie eine untergeordnete Rolle.

    Vorteile
  • Deutlich schnellere Datenübertragung.
    Nachteile
  • Nur wenige Endgeräte sind mit Thunderbolt ausgestattet
  • Ausschließlich im gehobenen Preissegment.

Welche Audio Interface passt zu mir?

Verpackung von einem Audio-Interface.

Wir stellen fest, dass der der Hersteller AVID hier bereits auf der Verpackung deutlich macht, dass dieses Audio-Interface nur für den privaten Gebrauch, etwa für Gitarre und Gesang gedacht ist.

Nicht jede Audioschnittstelle ist für die gleichen Aufgaben im Einsatz. Je nach benötigten Funktionen kommen unterschiedliche Modelle infrage. Prinzipiell lohnt es sich, etwas Luft nach oben zu lassen. Vielleicht benötigen Sie jetzt gerade nicht mehr als 2 Eingänge, aber geben Sie sich etwas Raum zum Wachsen.

Einsteiger-Modelle für Sänger und Liedermacher

Falls nur eine Stimme und der Klang von maximal einem Instrument in digitale Signale umzuwandeln sind, reicht ein einfaches 2×2-Interface mit 2 Eingängen und 2 Ausgängen. Ein Mikrofonverstärker ist ausreichend. Abhören können Sie direkt über einen Lautsprecher oder Studio-Kopfhörer. Als Verbindungsstelle reicht ein USB-Anschluss. Falls MIDI-Equipment zum Einsatz kommt, welches sich nicht über USB verbinden lässt, muss ein entsprechender Eingang vorhanden sein.

Zusätzliche Gadgets für Podcaster

Podcaster kommen bei einfachen Formaten ebenfalls mit Einsteigermodellen aus. Falls sie jedoch regelmäßig viele Gäste einladen, wird eine entsprechend höhere Anzahl an Mikrofoneingängen und Kanälen für mehr als einen Kopfhörer oder Headset notwendig. Interessant für Podcaster ist weiterhin die direkte Einbindung von Telefonaten. Interviewpartner können an einer Sendung teilnehmen, ohne im gleichen Raum zu sein.

Universal-Modelle für virtuelle DJs

Die Zeiten, in denen DJs Platten und CDs in den Club trugen, sind lange vorbei. Die DJs von heute finden ihr Mischpult auf dem Laptop, Tablet oder iPhone. In diesem Fall sind wenige Eingänge und Ausgänge ausreichend. Zum Auflegen mit dem iPad reichen meist 2 Stereo-Pfade für die Stereoanlage und die Noise-Cancelling-Kopfhörer. Kommen digitale Turntablisten, DJ Controller und DVS-User zum Einsatz, werden weitere Phono-Eingänge notwendig, die Timecode-Signale über das Interface schicken können.

DJs, die mit iOS oder Android arbeiten, müssen vor dem Kauf sicherstellen, dass ihr Sound Interface mit dem eigenen Laptop oder Tablet kompatibel ist. Außerdem sollte die Stromversorgung gesichert sein. Falls es nicht möglich ist, diese über das Sound Interface aufrechtzuerhalten, müssen Sie zusätzlich noch in Adapter und Netzteile investieren.

Bestes Audio Interface für Bands mit vielen Instrumenten

Hier hängt die Wahl des richtigen Geräts auch vom Musikstil ab. Je umfassender die Ausstattung der Musiker, desto größer wird der Anspruch an die Audio-Schnittstelle. Bei Rock-Bands braucht allein das Schlagzeug eine Vielzahl von Mikrofonen und entsprechenden Vorverstärkern, um den Rhythmus störungsfrei aufzunehmen. Bei Live-Aufnahmen kommt es auf ein gutes Monitoring und Noise-Cancelling-Kopfhörer für alle Musiker an.

Empfehlenswert ist für größere Musikgruppen ein Modell mit mindestens 8 Vorverstärkern und Phantomspeisung. Für größere Gruppen und höhere Ansprüche an das Schlagzeug sollten mindestens 10 bis 12 Eingangskanäle vorhanden sein. Allerdings bieten nur die wenigsten Interfaces standardmäßig mehr als 8 Vorverstärker. Hochprofessionelle Modelle mit bis zu 32 Vorverstärkern wie zum Beispiel von Behringer sind selten und entsprechend teuer.

Welche Audio Interfaces sind laut Tests am besten?

Produkttests liefern wichtige Informationen, die die Wahl der richtigen Audioschnittstelle erleichtern. Im deutschsprachigen Raum durchliefen bisher nur wenige Geräte einen Praxistest. Die auf Musikaufnahmen spezialisierte Seite Homerecording hat jedoch die bekanntesten Marken des Sektors, darunter RME, Steinberg, Focusrite, M-Audio und Behringer, unter die Lupe genommen.

Professionell und kompakt: RME

Ein Modell von RME überzeugte die Homerecording-Redaktion mit vielen digitalen Ein- und Ausgangskanälen, einer visuellen Pegelanzeige und sehr guter Klangqualität. Dank eines Gewindes an der Unterseite lässt sich dieses Interface für Live-Anwendungen auf einem Ständer montieren. Weiterhin positiv fielen die MIDI-Schnittstelle, der D/A-Wandler und das leichte Aluminiumdesign auf.

Preis-Leistungs-Sieger: Native Instruments

Die Soundkarte von Native Instruments überzeugte das Team mit einem umfangreichen Softwarepaket und vielen XLR-Anschlussmöglichkeiten. Das Modell ist aus Aluminium gefertigt, sehr robust und stabil. Es punktete mit einer deutlichen Reduzierung der Latenz und einer reibungslosen Funktionalität im DAW.

Hohe Qualität: Steinberg

Die Audiogeräte von Steinberg überzeugten gleichermaßen mit zahlreichen Anschlussmöglichkeiten, einem Kensington-Lock-Anschluss und der Kompatibilität mit iOS. Die Qualität der Aufnahmen ist durchaus mit der von Profigeräten vergleichbar und dabei für die breite Masse geeignet.

Bestes Einsteigergerät: Focusrite Scarlett

Die Universal-Geräte aus der 3. Generation der Focusrite Scarlett Reihe zählen auf vielen Plattformen, beispielsweise beim Online Retailer Thomann, zu den Bestsellern. Die Redaktion bescheinigt der Marke ein einfaches, kompaktes Design, das es Einsteigern leicht macht, in die Materie einzusteigen. Zum Lieferumfang gehören ein umfangreiches Softwarepaket, Phantomspeisung und schnelle USB-C-Schnittstellen. Sie lassen sich zügig installieren und sind dank leichtem Aluminium-Design einfach transportabel.

Was kosten Audio Interfaces?

Was ist ein gutes Interface wert? Die Preise einzelner Modelle schwanken sehr, aber nicht immer ist ein hoher Preis gleichbedeutend mit besserer Qualität. Bereits für wenig Geld ist viel Leistung erhältlich. Je nach Projekt lohnt es sich, etwas mehr in Ihre neue Audio-Schnittstelle zu investieren.

Einsteiger-Audio-Interfaces: Unter 100 Euro

Hochwertige Qualitätstechnik ist im untersten Preissegment durchaus zu finden, obwohl die Mittelklasse gelegentlich bei der Klangqualität und der Verarbeitung überlegen ist. Als Einsteigergeräte für Musiker und Podcaster, die mit iPad, iPhone oder Android arbeiten und mit wenigen Kanälen auskommen, sind die Modelle allerdings gut geeignet.

Alle Audioschnittstellen im Einsteigerbereich verfügen über mindestens je 2 Ein- und Ausgänge, funktionieren in der Regel mit USB und sind somit leicht zu transportieren. Bekanntere Marken wie Behringer, M-Audio und Apollo sind in diesem Preissegment mit Audiogeräten unter 50 Euro vertreten. Andere Marken finden Sie für unter 30 Euro.

Audio Interfaces der Mittelklasse: Von 100 bis 250 Euro

Im mittleren Preissegment sind zahlreiche professionelle und hochwertige Geräte für umfangreichere Projekte erhältlich. Hier finden Sie Combo-Inputs mit Schaltern für die Phantomschaltung und zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie MIDI-Schnittstellen, hohe Sampling-Raten, geringere Latenz und Übersteuerungsanzeigen. Mit dem Preis steigt die Anzahl der synchron verwendbaren Ausgänge. Gleichzeitig sind die Audioschnittstellen immer noch äußerst kompakt und leicht zu transportieren. Die mitgelieferten Softwarepakete sind deutlich professioneller.

Oberes Preissegment: Audio Interfaces ab 250 Euro

Ab 250 Euro ist die Soundqualität und Verarbeitung der Audio-Schnittstellen makellos. Die Modelle im High-End-Bereich unterscheiden sich oft nur noch durch die Anzahl der Aus- und Eingänge. Das Equipment in diesem Preissegment kommt in professionellen Studios und bei sehr umfangreichen Projekten zum Einsatz.

Mit Schnittstellen der Profiklasse können Sie eine komplette Band synchron aufnehmen. Bis zu 16 Kanäle stehen beispielsweise bei den Geräten von Apollo gleichzeitig zur Verfügung. Samplingraten von bis zu 96 kHz und bis zu 8 Line-Ein- und Ausgänge sind möglich. Extras wie MicroSD-Karten-Recorder zur Aufnahme der eigenen Werke und Bluetooth zum Audio-Empfang machen an manchen Stellen sogar einen PC überflüssig.

Wie lautet das Fazit für Audio Interfaces?

Qualitativ hochwertige Audio Interfaces renommierter Marken finden Sie in allen Preisklassen. Die Unterschiede bestehen vorrangig in den Ausstattungsmerkmalen, bei denen Ihre Entscheidung wiederum abhängig von Ihrem Nutzungsanspruch ist.

  • Produkte im untersten Preissegment sind für unter 30 Euro erhältlich. Bekannte Marken erhalten Sie bereits ab 50 Euro. High-End-Geräte sind ab 250 Euro erhältlich.
  • Die Anzahl der Anschlüsse hängt von der Nutzung der Audioschnittstelle ab. Zur Aufnahme von Podcasts und kleinen Musikeinheiten reichen Einsteigermodelle aus. Für größere Musikgruppen und höhere akustische Ansprüche werden Produkte aus mindestens der Mittelklasse notwendig.
  • Höhere Audioqualität hat ein höheres Speichervolumen zur Folge und ist nicht für jeden Anspruch notwendig.

Stöbern Sie im Sortiment in der Übersicht und finden Sie das geeignete Interface für Ihre Audioproduktion. Viel Spaß beim Musizieren, Mixen und Streamen.

Im Video vorgestellt: Audio-Interface

In diesem YouTube-Video wird das Focusrite Scarlett Solo & 2i2 Studio 3rd Gen vorgestellt und auf seine Eignung für Einsteiger hin überprüft. Der Fokus des Videos liegt darauf, ob dies die besten Komplett-Sets für Anfänger sind. Es werden die Funktionen, der Klang und die Benutzerfreundlichkeit des Produkts ausführlich analysiert.

In diesem Video erfahren Sie alles, was Sie über die Einrichtung eines Homestudios und die Auswahl des passenden Audio-Interfaces wissen müssen. Der MusoTÜV gibt dabei wertvolle Tipps und Tricks, damit Sie die beste Soundqualität bei Ihren Aufnahmen erzielen. Lassen Sie sich von diesem informativen Video inspirieren und starten Sie noch heute mit Ihrem eigenen professionellen Homestudio durch!

In diesem Youtube-Video erfahren Sie alles, was Sie über die richtige Wahl von Studiomonitoren für Ihr Home Studio wissen müssen. MeinHomestudio.de gibt Ihnen wertvolle Tipps und berät Sie bei der Einrichtung Ihres eigenen Heimstudios. Erfahren Sie, welche Eigenschaften und Funktionen ein gutes Audio-Interface haben sollte und wie Sie damit den bestmöglichen Klang in Ihrem Studio erzielen können.